Als er 1914 seine ersten Filme drehte, war er schnell so populär, dass die Kinos nur das Schild "Heute Chaplin" aufstellen mussten, um ihr Haus zu füllen. Charles Spencer Chaplin (1889-1977), als Charlie, Charlot oder Tramp eines der überlebensgroßen Kino-Idole und Vorbild aller Komikergenerationen, wuchs in unbeschreiblicher Armut in London auf, sprang als Fünfjähriger für seine singende Mutter in einer Kneipe ein, trat im Variete auf, schloss sich einer Vaudeville-Truppe an und gelangte 1912 in die USA, wo er als Darsteller und Regisseur nach über 60 Ein- oder Zweiaktern 1920 mit "The Kid" seinen ersten abendfüllenden Spielfilm inszenierte.
Im unverkennbaren Äußeren als Tramp mit Melone, Stöckchen und Jäckchen über der Schwabbelhose und im weltweit bekannten Watschelgang entwickelte Chaplin das "Esperanto des Lachens": die Welt in einer Komödie. Das Genie mit auch femininen Zügen bündelte Slapstick, Romantik, Sozialkritik, Melodramatik, Humor, Weisheit, Naivität und schieren Unfug. Sein Tramp ist Prügelknabe und Philosoph, aber einer, der zur Not einem Baby den Hot Dog wegisst ("Circus") und im Schneesturm in Alaska mit Brötchen tanzt ("Goldrausch"). Chaplins Filme sind Überlebenskämpfe und aus sozialen Niederschlägen gespeiste Menschenliebeslieder: filmisch poetisch und bittergenau realistisch. Er gerät buchstäblich in das gigantische Räderwerk der modernen Maschinenwelt ("Moderne Zeiten") und wagt die zärtlichste aller Liebeserklärungen für ein blindes Blumenmädchen ("Lichter der Großstadt"). 1939 legte er sich prophetisch mit Hitler an ("Der große Diktator") und kehrte 1952 wegen der "Hexenjagd" des "Senatsausschusses für unamerikanische Umtriebe" nicht in die USA zurück. Erst 1972 erhielt er einen Ehren-"Oscar".
Der sehr junge Mädchen liebende Chaplin war viermal verheiratet und hatte neun Kinder. Als er 1977 in seiner Villa über dem Genfer See starb, wurde er mitsamt Sarg aus der Gruft gestohlen und 14 Tage später auf einem Acker wieder gefunden.
Levy dreht Komödie über Hitler
Nach seinem Überraschungserfolg "Alles auf Zucker!" plant Dani Levy schon die nächste Komödie. Dieses Mal mit einem ganz heiklen Thema: Adolf Hitler.
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Kennt keine Tabus: Dani Levy (Foto: Warner)
Levy wird in seinem nächsten Komödienstreich "Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" den Diktator gehörig auf die Schippe nehmen. Levy spielt bereits seit einiger Zeit mit dem Gedanken, ein amüsantes Pendant zu "Der Untergang" zu drehen.
"Ich wollte schon früher einen humoristischen Anti-Film zu 'Der Untergang' drehen - die Vermenschlichung dieses nationalsozialistischen Monsters weitertreiben. Aber ich war nicht schnell genug und hatte zu wenig Zeit. Ich hatte sogar schon Teile des Drehbuchs geschrieben", so der Schweizer Regisseur.
Adolf Hitler als Witzfigur
Bereits 1940 sorgte Charles Chaplin mit der Hitler-Satire "Der große Diktator", in dem er als unbedarfter, jüdischer Friseur mit dem Diktator "Hynkel" - einer grotesk verzerrten Karikatur Hitlers - verwechselt wird, für Furore.
Wie Levy, der mit "Alles auf Zucker!" der große Gewinner des 55. Deutschen Filmpreises war, das heikle Thema angehen will, hat er noch nicht verraten.