Schon am Computer wirkte es wie ein Film ...
"Mass Effect"-Held Commander Shepard kämpft mit seinem Steuermann Jeff "Joker" Moreau, gesprochen von Seth Green, gegen Maschinen-Riesen: die "Reaper"! (Foto: BioWare)
Als im Februar Teil 2 der Game-Trilogie "Mass Effect" herauskam, überschlugen sich Fans und Kritiker mit Lob: Erstmals wirkten an PC oder Konsole der Flug durch Galaxien, das Erkunden fremder Welten und Begegnungen mit Außerirdischen wie einst "Blade Runner" oder "Star Wars" im Kino. Dazu waren die Dialoge intelligent und witzig, die Story hochkomplex und voller Überraschungen. Die Optik des Games ließ sich auf "Filmkörnung" setzen, damit das Bild wie auf einer Kinoleinwand aussieht.
Kein Wunder also, dass "Mass Effect" nun tatsächlich ins Kino kommt. Und hinter der Verfilmung des Pixel-Abenteuers steht nicht etwa irgendeine Minifirma aus den Hinterhöfen Hollywoods, sondern der Filmriese Warner. Das Drehbuch schreibt Mark Protosevich, der zuvor den thematisch ähnlichen Will Smith-Kracher "I Am Legend" skriptete. Die zuständige Produktionsfirma Legendary Pictures trumpfte schon mit "Batman Begins" und "The Dark Knight" auf, außerdem setzten sie "300", "Watchmen" und "Kampf der Titanen" um.
Die Game-Reihe "Mass Effect" ist auf drei Spiele ausgelegt, das Finale wird noch entwickelt. Held der Serie ist der Raumschiff-Kapitän Commander Shepard (seinen Vornamen bestimmt der Spieler selbst). Er deckt im Jahr 2183 auf, dass eine uralte Maschinen-Rasse alle 50.000 Jahre sämtliches organisches Leben in der Galaxis ausradiert - und anschließend die Neuentwicklung des Lebens in Bahnen lenkt, die 50.000 Jahre später die erneute Zerstörung ermöglichen. Um das diesmal zu verhindern, rekrutiert Shepard Spezialisten aus allen galaktischen Völkern und bricht mit seinem Raumschiff, der SS Normandy, zu einer selbstmörderischen Mission auf.
Die Handlung ist dabei so verwinkelt, dass allein das Logbuch der im Spiel erledigten Quests mehrere Seiten füllt. Die bis ins letzte kulturelle Detail entwickelte Galaxis mit ihren unterschiedlichen Völkern reicht gar an Tolkiens Aufzeichnungen über Mittelerde heran.
Im englischen Original sprachen die Figuren zudem Filmstars wie "Matrix"-Beauty Carrie-Anne Moss, Altmeister Michael Sheen, Worf-Darsteller Michael Dorn aus "Star Trek" oder Comedian Seth Green. Deren jeweiligen Game-Charaktere sind den Stars auch optisch nachempfunden. Möglicherweise spielen die Sprecher dann im Kinofilm sogar mit.
Wie eng sich Warner an die Handlung der Spiele halten wird, ist unklar. Allein die Story in Teil 1 würde eigentlich schon den Rahmen eines Kinofilms sprengen. Möglicherweise wird es auch im Kino eine Trilogie werden, insbesondere da Spiel 3 noch gar nicht fertig und die Handlung des Finales noch geheim ist. Ein großer SciFi-Stoff in drei Teilen - das hat ja im Fall von "Star Wars", bei dem "Mass Effect" ohnehin deutliche Anleihen nimmt, schon bestens funktioniert!