Sean Penn

Sean Penn

Leben & Werk

Nach kleinen Rollen in TV-Filmen und im Theater debütierte Penn 1981 in “Die Kadetten von Bunker Hill” an der Seite von Tom Cruise. Der Durchbruch gelang ihm 1984 mit “Der Falke und der Schneemann“, der neben “Colors” (1988) zu den Filmen der 80er-Jahre zählt, die seinen Ruf als Schauspieler begründet und gefestigt haben.

Penn ist zumeist auf schwierige, rebellische sowie tragische Rollen fixiert, unter denen der zum Tode Verurteilte Matthew Poncelet in “Dead Man Walking” als seine Meisterleistung gilt, für die er auf der Berlinale 1996 als Bester Darsteller ausgezeichnet wurde. Die Intensität seiner Rollen brachte ihm den Spitznamen “Sean De Niro” ein, da dieser ebenfalls dafür bekannt ist, sich vollständig dem Charakter einer Rolle zu verschreiben.

In der Öffentlichkeit ist Penn (“Poison Penn”) mehr durch einige Skandale (Prügeleien mit Fotografen, Drogen) denn durch seine Arbeit bekannt geworden, die den Medien nur selten Schlagzeilen wert war. Penn, der von 1985-89 mit Madonna verheiratet war, ehelichte 1996 die Schauspielerin Robin Wright Penn und hat zwei Kinder mit ihr. Im Winter 2002 erregte der erklärte Irak-Kriegs-Gegner Aufmerksamkeit, als er nach Bagdad reiste, um sich selbst ein Bild von den Zuständen im Irak zu machen.

Als Autor und Regisseur zeichnete er zunächst für die Filme “Indian Runner” und “Crossing Guard” verantwortlich, die er ebenso wie Nick Cassevetes’ “Alles aus Liebe” auch produzierte (für Letzteren erhielt er zudem in Cannes 1997 als Bester Darsteller die Goldene Palme).

Seine bislang beste Regiearbeit gelang Penn 2000 mit der Neuverfilmung von Friedrich Dürrenmatts “Das Versprechen”, in der Jack Nicholson – in der Rolle, die im Vorläufer “Es geschah am hellichten Tag” Heinz Rühmann inne hatte – einen Polizisten im Ruhestand spielt, dessen Suche nach einem Mädchenmörder zur selbstzerstörerischen Obsession wird.

Seine Wandlungsfähigkeit als Schauspieler stellte Penn mit der Rolle des geistig behinderten Sam Dawson unter Beweis, dem im Melodram “Ich bin Sam” das Sorgerecht für seine Tochter entzogen werden soll. Nach einem Auftritt in Thomas Vinterbergs missglücktem “It’s All About Love“, in dem Penn als Philosoph über den Wolken über den katastrophalen Zustand der Welt sinnierte, ließ er 2003 mit zwei Filmen aufhorchen: In Alejandro González Inárritus “21 Gramm” spielte er einen Mann, der das Herz eines Unfallopfers transplantiert bekommt und sich schließlich zu dessen Witwe (Naomi Watts) hingezogen fühlt, in Clint Eastwoods “Mystic River” wird Penn als Ex-Häftling Jimmy nach der Ermordung seiner Tochter von Rachegedanken getrieben, von denen ihn sein Jugendfreund (Kevin Bacon) abzubringen versucht.

In Sidney Pollacks UN-Thriller “Die Dolmetscherin” soll Penn als Agent des Secret Service Hinweisen auf ein geplantes Attentat auf einen Diktator nachgehen und hegt dabei Verdacht gegen die Tippgeberin (Nicole Kidman).

Nachdem er 2004 für seine Darstellung in “Mystic River” einen Oscar und einen Golden Globe in Empfang nehmen durfte, wurde er von Steven Zaillian für die Hauptrolle in dem Südstaaten-Melodram “Das Spiel der Macht” besetzt. Als idealistischer Underdog Willie Stark, der das korrupte System kritisiert, steigt er zum machtbesessenen Politiker auf, den selbst die Begegnung mit seiner Jugendliebe (Kate Winslet) kalt lässt. 2007 führte Penn in dem Spielfilm “Into the Wild” nach der gleichnamigen Reportage von Jon Krakauer selbst Regie. Er schrieb das Drehbuch und engagierte Emile Hirsch für den Protagonisten Christopher McCandless, der sich mit wenig Ausrüstung auf eine abenteuerliche Reise nach Alaska macht. Danach war Sean Penn neben Harrison Ford und Ray Liotta in “Crossing Over” in der Rolle eines Grenzsoldaten zu sehen.

In der Satire “Inside Hollywood” nahm Penn neben Robert De Niro die Traumfabrik aufs Korn, dann folgte ein weiterer Oscar-Auftritt als homosexueller Bürgerrechtler Harvey Milk im gleichnamigen Biopic – dafür gab’s erneut einen Oscar. “Fair Game” war solide Thrillerkost neben Naomi Watts, danach spielte Sean Penn im epischen Meisterwerk “The Tree of Life” von Regie-Künstler Terrence Malick groß auf: Als von seinem strengen Vater (Brad Pitt) gezeichneter Mann setzt er sich in dem von Zeitsprüngen und metaphorischen Bildfluten geprägten Werk mit den Grundfragen der Existenz auseinander.

Im Indie-Kleinod “Cheyenne – This Must Be the Place” spielte er einen deutlich von “The Cure”-Sänger Robert Smith inspirierten Rockstar, der im Hinterland der USA den Mann sucht, der einst seinen Vater folterte. Im Thriller “Gangster Squad” spielte Penn eindrücklich den Ex-Boxchamp Micky Cohen, der als brutaler Mafioso die Drogen- und Prostitutionsszene von Los Angeles beherrscht. Aktuell präsentiert sich Sean Penn als waschechter Actionheld im Kracher “The Gunman” um einen Scharfschützen, der vor internationaler Kulisse den Mann sucht, der ihm immer wieder Killer auf den Hals setzt. Penn machte dabei fast alle Stunts selbst.

Bilder

News & Stories

Filme

Weitere anzeigen

Weitere Stars

Kommentare