Verborgene Phantasien und emotionale Leere stehen im Zentrum der Rollen von Samantha Morton, deren kleine Statur und kindliches Gesicht einen reizvollen Kontrast zum muskulösen Körper mit dem großen Busen bilden. Als stumme Wäscherin Hattie war sie in "Sweet and Lowdown" unerwartet sexuell aktiv und eine der komischsten Frauen in Woody Allens Werkkanon: Vom Gitarristen Ray (Sean Penn) immer wieder enttäuscht, sorgt sie für die Menschwerdung des selbstverliebten Narren und verlässt ihn. Samantha Morton stahl in ihrer unschuldigen Naivität als großzügige Geliebte des Salonlöwen Partnerin Uma Thurman (als Rays Ehefrau) die Show und wurde 2000 für den Oscar für die beste weibliche Nebenrolle nominiert.
1977 im englischen Nottingham geboren, stand Morton bereits mit 13 vor TV-Kameras und trat in Fernsehspielen auf, bis sie mit ihrem Debüt im Spielfilm "Under the Skin" 1997 den Preis der Bostoner Filmkritiker erhielt. In "Under the Skin", durch den sie Woody Allen auffiel, spielte Morton eine junge Frau, die den Tod der Mutter nicht verarbeiten kann und eine Großstadtodyssee erlebt, in der sie ihre Trauerarbeit durch zwanghafte Sexualität ersetzt. In der modernen Passionsgeschichte "Jesus' Sohn" brachte sie einen Junkie und Kleinkriminellen auf die rechte Bahn, und in dem melodramatischen Psychothriller "Dreaming of Joseph Lees" war sie die übersensible Eva, die den geheimnisvollen Joseph (Rupert Graves) erst ablehnt, sich dann doch für ihn entscheidet und die gefährlichen Seiten des scheinbar stabilen Mannes entdeckt.
Nach einer großartigen Leistung als Titelheldin von Lynne Ramsays "Morvern Callar", die das Romanmanuskript ihres durch Selbstmord verstorbenen Freundes als ihr eigenes ausgibt, war Morton in Steven Spielbergs SF-Thriller "Minority Report" als Medium Agatha zu sehen, bei der der Schlüssel für die Zukunft des Polizisten Anderton (Tom Cruise) liegt. In Jim Sheridans Einwandererdrama "In America" spielte Morton Ehefrau und Mutter in einer irischen Familie, die sich unter ärmsten Verhältnissen in New York behaupten muss. Eine Variation ihrer "Minority Report"-Rolle bot Morton in Michael Winterbottoms düsterer Zukunftsvision "Code 46", in der sie den gegen sie ermittelnden Tim Robbins ihren kaum zu widerstehenden Reizen aussetzte.
In "Enduring Love" von Regisseur Roger Michell spielte sie die Freundin von Daniel Craig, die zusammen mit einem Fremden (Rhys Ifans) ein traumatisches Erlebnis verarbeiten muss. Als junge Irin auf Neuseeland versuchte sie mit Filmpartner Kiefer Sutherland in dem Drama "River Queen" in der Zeit der Kolonialmacht der Briten mit den Maoris zurecht zu kommen. Shekhar Kapur hat in seinem britisch-französisches Historiendrama "Elizabeth - Das goldene Königreich" Morton für die weltbekannte Rolle der schottischen Königin Mary, der Drahtzieherin des Komplottes gegen Elizabeth I., engagiert. 2007 durfte sie in der Biopic über den Sänger der Post-Punk-Band Joy Division Ian Curtis als dessen Ehefrau agieren. "Control", der den Preis als bester europäischer Film der Filmfestspiele von Cannes 2007 erhielt, basiert auf einem Buch von Curtis' Witwe Deborah.
Samantha Morton hat im Februar 2000 eine Tochter geboren, deren Vater der Schauspieler Charlie Creed-Miles ist.
Samantha Mortons schaurige Landpartie
Verlässt man sich bei den meisten Thrillern schon auf eine einzige Bedrohung, wie einen grimmen Killer oder ein hinterhältiges Virus, um Gänsehaut zu erzeugen, so gehen die Macher von "Puffball" auf Nummer sicher.
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Hart im Nehmen: Für Samantha Morton kommt es ganz schlimm (Foto: Kurt Krieger)
Die Hauptdarsteller Samantha Morton und Donald Sutherland bekommen es nämlich gleich mit drei massiven Bedrohungen zu tun. Sie spielen die Eheleute Liffey und Richard, die aus der Großstadt in ein kleines englisches Landhaus ziehen. Und - man wusste es schon immer - auf dem Lande lauert das Grauen, und zwar gleich in mehrfacher Form.
So bedroht nicht nur der eine oder andere Seitensprung ihre Ehe und ihr Leben, nein, anscheinend haben sich auch noch Geister und Gespenster in dem verwunschenen Haus gegen sie verschworen. Zu guter Letzt schlägt auch noch das Wetter lebensgefährliche Kapriolen.
Harte Nüsse für hartgesotten Protagonisten
Klingt fast so, als würde der britische Regisseur Nicolas Roeg, der bereits mit "Hexen hexen" seinen Sinn für Skurriles bewies, eine Mischung zwischen "Eine verhängnisvolle Affäre", "Poltergeist" und "The Day After Tomorrow" versuchen. Vielleicht wollten die Produzenten aber auch nur mit einer möglichst kolossalen Gegenspielerphalanx die Hauptdarsteller locken. Die sind nämlich nach ihren letzten Filmen einiges gewohnt.
Samantha Morton kämpfte in "Minority Report" und "Code 46" gleich gegen komplette totalitäre Systeme. Altmeister Donald Sutherland drehte zuletzt "Stolz und Vorurteil" und lebte als Vater Bennet mit sechs Frauen unter einem Dach. Um so jemanden zu schocken, muss "Puffball" wohl alles anschleppen, was außereheliche Affären, paranormale Phänomene und die Klimakatastrophe zu bieten haben.
Die Dreharbeiten sollen bereits im Januar nächsten Jahres beginnen.