Sacha Baron Cohen

Sacha Baron Cohen

Leben & Werk

Begnadeter britischer Satiriker, der als Comedian, Autor und Produzent mit den Kunstfiguren Ali G und Borat in seiner TV-Show, bei MTV-Moderationen und in zwei Spielfilmen (“Ali G Indahouse“, 2002, und “Borat”, 2006) Kultstatus erlangte.

Als Ali G ist er der weiße Londoner Proll, der sich mit Sonnenbrille und Strickmütze wie ein Jamaikaner gibt und (wie der allerdings “echte” Schwarze David Chappelle) krass mit Rassenklischees spielt und dabei bissig Vorurteile aufs Korn nimmt. Berühmt wurde sein Satz “Is it cos I is black?”.

Als Reporter “Borat” Sagdiyew aus Kasachstan erforscht er scheinbar naiv die USA, gibt antisemitische und sexistische Äußerungen von sich, sucht überall nach Pornohinweisen und übt sich in skatologischem Humor. Ali G wurde u.a. Vorbild für Erkan & Stefan.

Sacha Baron Cohen wurde 1971 in London als Sohn einer israelischen Mutter und eines walisischen Vaters geboren. Von 1974 an besuchte er mit zwei Brüdern die Haberdasher’s-Ales-Schule. Dort lernte er Dan Mazer kennen, der später sein Produzent wurde.

Nach dem Schulabschluss ging Baron Cohen für ein Jahr nach Israel, um im Rosh Hanikra Kibbutz mehr über seine Herkunft zu lernen. Er studierte Geschichte an der University of Cambridge und schloss mit einer Arbeit über das Verhältnis von Juden und Deutschen ab. In der Zeit entdeckte er das Theater und entschloss sich zu einer Karriere als Satiriker.

Für die “The 11 O’Clock Show” auf Channel 4 erfand Baron Cohen 1998 Ali G (alias Alistar Cashie Graham), wurde schnell in Großbritannien bekannt, gewann 1999 den British Comedy Award und konnte in seiner eigenen “Da Ali G Show” seit 2000 seine Figuren weiterentwickeln, zu denen noch der offensiv homosexuelle österreichische Modejournalist “Brüno” gehört, der 2009 seinen eigenen Kinofilm bekam.

“Da Ali G Show” wurde 2001 mit dem BAFTA Award ausgezeichnet und seit 2003 in den USA ausgestrahlt. Im Spielfilm “Ali G Indahouse” gelangt er als Abgeordneter ins Unterhaus, bringt Pep und Drogen ins Parlament und wird rechte Hand des Premierministers.

Baron Cohen trat 2002 als Ali G bei den MTV European Music Awards in Frankfurt am Main auf und führte Borat 2005 in Lissabon bei den MTV European Music Awards mit derart durchschlagendem Erfolg vor, dass er 2006 wieder als Borat zu den Acts der MTV Movie Awards gehörte.

Der Borat-Film, in dem er die USA durchstreift und sich weniger für seine Reporteraufgaben interessiert als dafür, Pamela Anderson zu heiraten, trägt den irren Titel “Borat: Cultural Learning of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakstan”. Borat, der auf einem authentischen weißrussischen Arzt basiert, brachte Baron Cohen in Kasachstan Ärger ein, wo man seinen Humor nicht verstand und die MTV-Auftritte schnitt.

2006 ist Baron Cohen überdies als schwuler französischer Formel-Eins-Rennfahrer Jean Girard Rivale von NASCAR-Fahrer Will Ferrell in dem Überraschungserfolg “Talladega Nights – Ricky Bobby – König der Rennfahrer” zu sehen. Baron Cohen spricht in den “Madagascar”-Filmen den Lemuren-König Julien und singt “I Like to Move it” (ursprünglich von Reel2Real).

In Tim Burtons Verfilmung des Horror-Musicals “Sweeney Todd” wird Cohen zum Opfer des titelgebenden Schlächter-Friseurs. Dieser ersten Auftragsrolle im ernsteren Fach folgte der prestigeträchtige Part als fieser Stationsvorsteher für Regie-Legende Martin Scorsese in dessen 3D-Kinderfilm “Hugo Cabret” nach dem erfolgreichen Bilderroman.

Nun legt Cohen auch wieder als Produzent und Drehbuchautor Hand an, wenn er in der Polit-Satire “Der Diktator” mit aller Macht eines kompromisslosen Tyrannen die Ausbreitung des verhassten Virus namens “Demokratie” verhindert.

Im Gegensatz zu seinen Kunstfiguren gilt Baron Cohen privat als ausgesprochener Gentleman der Cambridge-Schule. 2003 verlobte sich Cohen mit der australischen Schauspielerin Isla Fisher (“Die Hochzeits-Crasher“).

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