"Filme sind wie Nervenzusammenbrüche. Du weißt nie, worum sie sich drehen, bis sie vorbei sind." Dieses Zitat stammt nicht von Forrest Gump, sondern von Ryan Reynolds. Allerdings wird der kanadische Schauspieler häufig mit Gump-Darsteller Tom Hanks verglichen - ihre Art zu spielen und ihre Körpersprache ähneln sich sehr.
Genau wie Hanks hat auch Reynolds mit kleineren Rollen seine Schauspielkarriere gestartet. Dass er mit zwölf Jahren in der Schultheatergruppe auf ganzer Linie versagt, hält den kleinen Ryan nicht davon ab, Hollywood zu erobern. Als Teenager zieht er vom kühlen Vancouver ins sonnige Florida und steht für die Jugendserie "Fifteen" vor der Kamera. Als die Serie nach zwei Jahren abgesetzt wird, spielt Reynolds nur noch in mittelmäßigen TV-Filmen mit. Er kehrt nach Kanada zurück und jobbt im Lebensmittelgeschäft seiner Eltern.
Gerade, als Reynolds darüber nachdenkt, die Schauspielerei hinzuschmeißen, trifft er seinen guten Freund und Kollegen Chris Martin. Martin überredet Reynolds, seine Sachen zu packen und mit ihm nach Los Angeles zu gehen. Pragmatisch wie die beiden sind, übernachten sie in schäbigen Motels. Als ihr Jeep bergab rollt, gegen einen Baum prallt und total verbeult, fährt Ryan die nächsten vier Monate einfach ohne Türen.
1997 kann Ryan endlich erste Erfolge als Schauspieler verbuchen. Er wird für die TV-Serie "Ein Trio zum Anbeißen" engagiert und ab diesem Zeitpunkt werden auch namhafte Hollywood-Produzenten auf sein Talent aufmerksam.
In der Politkomödie "Ich liebe Dick", die den Watergate-Skandal um Richard Nixon aus einem ganz neuen Blickwinkel zeigt, gibt er den Speichellecker Chip, den größten Bewunderer des Gauner-Präsidenten. Seine erste Hollywood-Hauptrolle spielt Reynolds in der Teenie-Komödie "Party Animals", die vom traditionsreichen US-Comedy-Label "National Lampoon" produziert wurde. Als Dauerstudent organisiert er darin die coolsten Uni-Partys und darf am Ende die süße Tara Reid küssen.
In den folgenden Jahren bleibt Ryan der Komödie treu und dreht an der Seite von Michael Douglas "Ein ungleiches Paar" und tritt im Kiffer-Klamauk "Harold & Kumar" auf. In "Blade Trinity" darf Reynolds endlich eine andere Seite seines Könnens zeigen. Für seine Rolle als Vampirkiller legt er sechs Kilo Muskelmasse zu und übt sich in asiatischen Kampfsportarten. Wertvolle Tipps für den Nahkampf erhält Ryan von zwei seiner drei älteren Brüder - denn die sind Polizisten.
Seit seinem Durchbruch in Hollywood interessiert sich auch die Boulevardpresse für den ewig jugendlich wirkenden Schauspieler, der 2010 zum "Sexiest Man Alive" gewählt wurde. 2002 war Reynolds mit Alanis Morissette liiert, ihre Ballade "Everything" hat die kanadische Sängerin angeblich für ihn geschrieben. Reynolds' Beziehungen zu Kolleginnen, darunter Rachael Leigh, Kristen Johnston und zuletzt Scarlett Johansson, füllen immer wieder die Klatschspalten.
Zwischendurch war Ryan Reynolds in der Komödie "Wild X-Mas" zu sehen, für die er, ähnlich wie Eddie Murphy in "Der verrückte Professor", einen Fatsuit übergezogen hat. Anschließend jagte Ryan im Actionfilm "Smokin' Aces" als FBI-Agent in Las Vegas hinter einem schmierigen Komiker her, bevor er im Kampf gegen Wolverine zur Allzweckwaffe ummutiert wurde. Als Belohnung durfte er sich in "Selbst ist die Braut" von Sandra Bullock, mit dem Reynolds auch privat eine Beziehung unterstellt wird, herumkommandieren lassen und "Twilight"-Sternchen Kristen Stewart im "Adventureland" Ratschläge geben.
Die Rolle als Deadpool im "X-Men"-Ableger "Wolverine" brachte dann wieder jede Menge Action. Körperlichen und seelischen Höchsteinsatz am Set bedeutete für Reynolds aber der Thriller "Buried - Lebend begraben", der komplett in einem Sarg spielt. Mit einer weiteren Comic-Verfilmung, dem aufwändig produzierten "Green Lantern", hoffte Reynolds in die Riege von Hollywoods Blockbuster-Darstellern aufzusteigen. Ein Indiz dafür: Der Part in der deftigen Körpertausch-Komödie "Wie ausgewechselt" neben Jason Bateman. Hier darf Reynolds Spießer spielen, während Bateman den Lebemann gibt, und so nehmen beide Darsteller ihre üblichen Rollenklischees auf die Schippe.
Comedy, Action, Horror, Drama - Ryan Reynolds hat sich zu einem vielseitigen Schauspieler entwickelt. Nicht schlecht für jemanden, der noch vor zehn Jahren seine Schauspielkarriere an den Nagel hängen wollte.
"Justice League of America" nicht vor 2020 im Kino? "Superman"-Trilogie, "Batman"-Neustart oder beide gemeinsam? Alles hängt vom "Man of Steel" ab ...
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Schwere Bürde: Henry Cavill muss als "Man of Steel" überzeugen, um weitere Superheldenkumpel zu bekommen (Foto: Warner)
Eigentlich sollte bald schon der "Man of Steel" gemeinsam mit dem "Dark Knight" und weiteren Superhelden allerlei Bösewichte aufmischen - doch die Bosse beim Filmriesen Warner Bros. sind nachdenklich geworden.
Dabei gibt es für "Justice League of America" bereits ein Drehbuch aus der Feder von Will Beall ("Gangster Squad"), 2015 war als Kinostart für das wuchtige Abenteuer fest eingeplant. Doch das Studio zaudert, rund 200 Millionen Dollar für "Justice League" locker zu machen - solange der Erfolg des Superman-Neustarts nicht feststeht.
Außerdem ist auch gerade kein Batman zur Hand und dass "The Green Lantern" mit Ryan Reynolds nicht gerade ein Hit war, vermag die Risikofreude der Warner-Bosse auch nicht zu steigern. Soweit ist es also gekommen: Man muss sich um seine Superhelden sorgen.
Superkräfte - aber nur durch die Macht der FansAber es gibt mehr als einen Plan für Superman & Co: Sollten die Fans Regisseur
Zack Snyder und "Man of Steel" Henry Cavill ihre Zuneigung verweigern, bekommt ein "Batman"-Neustart die höchste Priorität. Wird "Man of Steel" ein Hit, gibt es eine Superman-Trilogie über die nächsten sieben oder acht Jahre. Erst danach ist Batman wieder an der Reihe.
Beide Szenarios dürften den Fans der "Justice League of America" nicht gefallen - dieses Projekt landet in jedem Fall auf der Wartebank bis 2020. Bei Warner Bros. fürchtet man zusätzlich, dass ein schlechter "Justice League" das Serienpotential von Superman und Batman beschädigen könnte.
"Man of Steel" startet am 20. Juni in deutschen Kinos.