Ihre zwei Karrieren konnten entgegengesetzter nicht sein: In den 50er Jahren deutscher Publikumsliebling als Kaiserin Elisabeth von Österreich in der romantischen "Sissi"-Trilogie sowie als süßer Teenager in Komödien und Kostümfilmen der Heimatfilm-Ära, löste sich Romy Schneider (1938 - 1982, eig. Rosemarie Albach-Retty) zu Beginn der 60er Jahre konsequent von diesem Image und wandte sich der Darstellung selbstständiger Frauengestalten mit reifem erotischem Interesse zu. Vor allem die Filme, die sie mit Regisseur Claude Sautet drehte (u.a. "Die Dinge des Lebens", "Das Mädchen und der Kommissar"), machten sie zu einer in Frankreich hochverehrten Charakterdarstellerin.
Romy Schneider arbeitete u.a. mit Orson Welles ("Der Prozeß"), Robert Enrico ("Das alte Gewehr") und Bertrand Tavernier ("Death Watch - Der verkaufte Tod"), stand neben allen wichtigen französischen Darstellern vor der Kamera und bevorzugte als "Lieblingspartner" Michel Piccoli. Ihre fünfjährige Verlobungszeit mit Alain Delon, den sie während der Dreharbeiten zu "Christine" (Remake von Max Ophüls' "Liebelei", 1932, in dem ihre Mutter Magda diesen Part gespielt hatte) kennengelernt hatte, war ebenso schlagzeilenträchtig wie die einzige spätere gemeinsame Zusammenarbeit in dem erotischen Psycho-Thriller "Der Swimmingpool" (1968). In einem Jahr persönlicher Krisen entstand ihr letzter Film ("Die Spaziergängerin von Sans-Souci"), bevor sie in ihrem Pariser Apartement an Herzversagen infolge einer Überdosis Schlaftabletten starb.
Romy Schneider wurde für die Heinrich-Böll-Verfilmung "Gruppenbild mit Dame" mit dem Bundesfilmpreis und für "Das alte Gewehr" mit dem ersten "César" der Geschichte sowie für "Die Bankiersfrau" mit einem weiteren "César" ausgezeichnet und erhielt posthum im Jubiläumsjahr des Preises 1985 den "César des Césars". Wegen der untrennbaren Verbindung von Privatleben und Filmschaffen, die sie selbst wiederholt bestätigt hatte, ist sie ein europäischer Film-Mythos geworden.
DVD-Edition zum 30. Todestag von Romy Schneider
Am 29. Mai jährt sich der Todestag der Leinwandlegende Romy Schneider zum 30. Mal. Studiocanal widmet ihr zu diesem Anlass eine zwölfteilige DVD-Edition, die ab dem 16. Mai im Handel erhältlich ist.
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Ab Mitte Mai im Handel: die "Romy Schneider Edition"
Am 29. Mai jährt sich der Todestag der Leinwandlegende Romy Schneider zum 30. Mal. Studiocanal widmet ihr zu diesem Anlass eine zwölfteilige DVD-Edition, die ab dem 16. Mai im Handel erhältlich ist.
Von klassischen deutschen Fünfzigerjahrefilmen wie "Mädchenjahre einer Königin" und "Wenn der weiße Flieder wieder blüht" über den französischen Thriller-Klassiker "Das Mädchen und der Kommissar" (1971) mit Michel Piccoli bis hin zum Psychothriller "Die zwei Gesichter einer Frau" aus dem Jahr 1981 deckt die "Romy Schneider Edition" das breite Spektrum der Filmlegende ab. Mit "Die Geliebte des Anderen", "Le Train - Nur ein Hauch von Glück" (1973) und "Die Bankiersfrau" (1980) präsentiert Studiocanal innerhalb der Edition zudem drei DVD-Premieren.