Französischer Schauspieler. Mit charmantem Lächeln und lässigem Look gehört er zu den besten und populärsten Schauspielern seiner Generation, besitzt wie der junge Jean-Paul Belmondo Energie im Überfluss, und liebt Rollen, in denen er nervös, fieberhaft und wild nach Leben giert. Romain Duris, der durch Zufall zum Film kam und nie eine Schauspielschule besuchte, wechselt zwischen Independent-Filmen und Großproduktionen. Den Durchbruch und seine größten Kassenerfolge hatte er als Erasmus-Austauschstudent in den zu Kultfilmen gewordenen "L'Auberge Espagnole - Barcelona für ein Jahr" (2002) und der Fortsetzung "L'Auberge Espagnole - Wiedersehen in St. Petersburg" (2005) von Cédric Klapisch. Vielseitig und wandelbar, verkörpert er Kriminelle, Dichter, Zigeuner, Dreißiger in der Sinnkrise, Homosexuelle, Musiker und einen herzkranken Tänzer am Rand des Todes, der mit seiner Schwester (Juliette Binoche) in "So ist Paris" (2008) die Zeit der Einsamkeit erlebt.
Romain Duris wurde 1974 in Paris in eine Künstlerfamilie geboren und hatte das Studium an der Zeichnerschule aufgenommen, als er 1994 auf der Straße vor der Schule von einem Casting-Direktor entdeckt wurde, der ihm die Rolle des jungen Mannes, der Vater wird, in dem TV-Film "Wilde Jugend - Abschlussklasse 1975" von Cédric Klapisch anbot. Seitdem stand Duris noch weitere fünf Mal vor Klapischs Kamera: als Schlagzeuger mit Dreadlocks in "...und jeder sucht sein Kätzchen" (1996), den "Auberge"-Studentenfilmen, in "So ist Paris" und im SF-Film "Peut-Etre" (1999), wo er als Zeitreisender den Sohn und in der Zukunft den Vater von Jean-Paul Belmondo verkörpert.
Duris tauchte mehrfach mit Tony Gatlif in Rumänien in die Welt der Zigeuner ein und spielte in dessen "Gadjo Dilo - Geliebter Fremder" (1997), "Je suis né d'une cigogne" (1999) und im Road Movie "Exils" (2004). Er war Geliebter von Isabelle Adjani in Benoît Jacquots melancholischem Drama "Adolphe" (2004), der junge Meisterdieb "Arsène Lupin" (2005), der den Tod seiner Eltern rächt und seinerseits seinen Sohn verliert, und das Theatergenie "Molière" (2007), der als junger Mann die bessere Gesellschaft studiert. Sensationell ist Duris' Leistung als Geldeintreiber der Immobilien-Mafia, der als Konzertpianist dem kriminellen Leben in Jacques Audiards "Der wilde Schlag meines Herzens" (2005) entkommt.
Romain Duris war drei Mal für den César nominiert (1999 für "Gadjo dilo", 2000 für "Peut-Etre", 2006 für "Der wilde Schlag..."), wurde für "Der wilde Schlag..." 2005 mit dem Etoile d'Or der französischen Filmkritiker und dem Prix Lumière ausgezeichnet, mit dem er auch für "Peut-Etre" geehrt wurde, und war für "Der wilde Schlag..." für den Europäischen Filmpreis nominiert.
Romain Duris war Drummer der Band "Kingsize", hört privat gern Hip-Hop, Funk und Techno und sang in mehreren Filmen, so in Christophe Honorés Musical "Dans Paris" (2006) das Lied "Avant la haine", in Honorés existenzialistischem Drama "17 fois Cécile Cassard" für Béatrice Dalle den Oldie "Lola", und in James Ivorys "Eine Affäre in Paris" (2003) den "Cabaret"-Song "Money Makes the World Go Round". Er liebt das Pariser Viertel Belleville.