Kinder sind seine Liebe und seine Nemesis. In dem von ihm inszenierten, geschriebenen und gespielten Welterfolg "Das Leben ist schön" rettet Roberto Benigni seinen Sohn vor den Schrecken des KZ, indem er ihm vorgaukelt, die Deportation und Lagerzeit wären ein Spiel. Der Sohn überlebt, während Benigni erschossen wird. "Das Leben ist schön" wurde mit Preisen überschüttet, darunter der "Oscar" (für den besten ausländischen Film und der für die beste männliche Hauptrolle), den Benigni vierzig Jahre nach Sophia Loren (für "Zwei Frauen" 1961) wieder nach Italien holte. Mit einem kinderlieben Lehrer in einer Vorschule hatte 1979 die Filmkarriere des 1952 geborenen Roberto Benigni begonnen. Unter der Regie von Marco Ferreri spielte er in "Mein Asyl" den Lehrer, der mit seinen fortschrittlichen Methoden der Kindererziehung aneckt. Seitdem ist er in Italien der beliebteste Star der 80er und 90er Jahre: mit Komödien wie "Tele Vaticano - Das Auge des Papstes", "Ein himmlischer Teufel" (an der Seite von Walter Matthau), "Zahnstocher- Johnny" und "Das Monster", in denen er, oft in Doppelrollen, hypernervöse, zappelige und pausenlos schwadronierende sympathische Trottel und Teufel verkörperte, meist an der Seite seiner Ehefrau Nicoletta Braschi, die "Principessa", um die er in der ersten Hälfte von "Das Leben ist schön" erfolgreich wirbt. International machte Benigni in zwei Filmen von Jim Jarmusch auf sich aufmerksam: als Taxifahrer in "Night on Earth" und als radebrechender Gefängnisausbrecher in "Down by Law", wo er den vielzitierten Satz "It's a sad and beautiful world" spricht. Für Federico Fellini spielte er in "Die Stimme des Mondes" den in der Welt der Moderne verlorenen poetischen Clown. Mit seiner aufwändigen "Pinocchio"-Verfilmung machte er der Filmbranche eine lange Nase: Der Märchenfilm mit ihm in der Titelrolle legte den besten Kinostart aller Zeiten am italienischen Boxoffice hin.
Die schönste Oscarrede aller Zeiten
Sein frenetischer Jubeltanz nach seiner bewegenden Dankesrede hievte Cuba Gooding Jr. vor Hollywoodrevoluzzer Marlon Brando und Klappergestell Adrien Brody auf den Thron der besten Oscar-Preisträger.
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Wenn Cuba Gooding Jr. einmal in Fahrt ist, kann ihn nichts mehr stoppen (Foto: Kurt Krieger)
Die Nacht der Oscars ist immer für eine Überraschung gut - sei es im Hinblick auf die Gewinner oder auf deren Reaktionen. Der amerikanische TV-Sender VH1 hat nun eine Liste der dramatischsten, herausragendsten und unerwartetsten Momente zusammengestellt.
Roberto Benigni konnte schreien und über die Köpfe der Gäste auf die Bühne hüpfen, wie er wollte: Es half alles nichts. Der Italiener musste sich seinem Kollegen Cuba Gooding Jr. geschlagen geben. Keiner freute sich ausgelassener als der 40-Jährige. Als der Star 1997 sein Goldmännchen für die "Beste Nebenrolle" im Sporthighlight "Jerry Maguire - Spiel des Lebens" entgegennahm, erfreute er die Gäste mit einer überschwänglichen, extralangen Dankesrede. Selbst als die Musik einsetzte, um dem Preisträger zu signalisieren, endlich zum Schluss zu kommen, verließ er nicht die Bühne.
Nicht einmal die Musik konnte ihn stoppen!
Im Gegenteil: Jetzt drehte Cuba erst richtig auf! "Ich liebe Euch", rief der New Yorker einer ganzen Reihe Schauspielkollegen zu. Dabei sprang er wie ein Gummiball durch die Luft und streckte seine Oscarstatuette in die Höhe.
Auf dem zweiten Platz landete Marlon Brando. 1973 ließ die Hollywoodlegende seinen Oscar für "Der Pate" aus Protest gegen die schlechte Behandlung der Indianer vom stolzen Häuptling Sacheen Littlefeather abholen. Dahinter reihte sich Adrien Brody (Oscar für "Der Pianist") ein, der während seiner Dankesrede spontan seine Kollegin Halle Berry niederknutschte. Was wohl dieses Jahr so alles passiert?!!