Mit dem Titelhelden von "Forrest Gump", für den er den Oscar als bester Regisseur erhielt, schuf Robert Zemeckis den Prototypen einer neuen amerikanischen Mythologie: Forrest Gump (Tom Hanks) ist ein naiver Simplicissimus, der US-Werte repräsentiert und einen Sprachkanon von Lebensweisheiten schafft, die die Welt als eine Überraschungspackung von Pralinen begreift.
Der Film wurde der größte Erfolg in der Karriere des 1952 in Chicago geborenen Regisseurs, der in Kalifornien Film studierte und durch seinen Freund und Förderer Steven Spielberg mit dem Drehbuch zu "1941" zum Film kam. Zemeckis' Regiedebüt wurde der Teenager-Film "I Wanna Hold Your Hand". Mit dem Abenteuerfilm "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" (mit Michael Douglas und Katherine Turner, die als Bogart-Hepburn-Paar à la "The African Queen" konzipiert waren) und der sich zu einer Trilogie ausweitenden SF-Teenie-Komödie "Zurück in die Zukunft" schuf Zemeckis weitere populäre, ironisch gebrochene Genrefilme.
Zemeckis' neben "Forrest Gump" größte Leistung wurde das verrückte Karnickel Roger Rabbit, ein Nager am Rande des Nervenzusammenbruchs, der sich als Figur aus Toonland in "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" in eine Film-noir-Handlung verirrt. Der Film, mit Bob Hoskins als Live-Partner der Zeichentrickwesen, vereinte in Perfektion gezeichnete und reale Sequenzen. Die Satire "Der Tod steht ihr gut" (mit Meryl Streep und Goldie Hawn) nahm den Schönheits- und Jugendkult der Diven Hollywoods aufs Korn. Der Science-Fiction-Film "Contact" (mit Jodie Foster) drehte sich um Astrophysik und Botschaften aus dem All und griff Theorien von Carl Sagan über die Annäherung an außerirdische Intelligenzen auf.
In "Verschollen" setzte Zemeckis Tom Hanks auf einer einsamen Insel und in "Schatten der Wahrheit" Michelle Pfeiffer und Harrison Ford subtilem Horror à la Hitchcock aus. Seit Mitte der Neunzigerjahre ist Zemeckis auch verstärkt als Produzent tätig und blieb in dieser Funktion der Parapsychologie mit "13 Geister", "Ghost Ship", "Gothika" und "House of Wax" weiter auf der Spur, während er zwischendurch mit "Tricks" (Regie: Ridley Scott) wieder eine Komödie produzierte.
Auf völlig neuem Terrain, aber mit altem Hauptdarsteller (Tom Hanks) bewegte sich Zemeckis mit dem von ihm inszenierten Weihnachtsmärchen "Der Polarexpress", in dem sich ein kleiner Junge auf die Suche nach dem Weihnachtsmann begibt: Erstmals wurde ein kompletter Film in "Motion-Capture-Technik" gedreht, bei der die reale Schauspielerhandlung auf digitale Figuren übertragen wird.
Mit derselben Technik wurde auch im Gruselfilm "Monster House", der von Zemeckis mitproduziert wurde, gearbeitet. Hauptdarsteller war Steve Buscemis, der als schrulliger Haustyrann in einem sehr an Norman Bates' Domizil erinnernden Horrorhaus wohnt und den Kinder die geliebten Spielsachen wegnimmt. Nach der Produktionsarbeit am Horror-Thriller "The Reaping - Die Boten der Apokalypse" von Stephen Hopkins übernahm er dann 2007 das Regieruder für seinen animierten Abenteuerfilm "Die Legende von Beowulf". Basierend auf dem epischen Heldengedicht namens "Beowulf" kämpfen der Titelheld (Ray Winstone) und seine Mannen gehen das Monster Grendel, um den dänischen König Hrothgar (Anthony Hopkins) und sein Reich zu befreien. Wunderschöne animierte Landschaftsaufnahmen und Kamerafahrten lassen an den Motion-Capture-Programmen wenig Zweifel, jedoch wirken menschliche Bewegungen und Gesten nach wie vor marionettenhaft. Zur Besetzung gehörte auch Leslie Harter Zemeckis, Robert Zemeckis zweite Ehefrau (seit 2001). Zuvor war er 20 Jahre mit der Schauspielerin Mary Ellen Trainor verheiratet, mit der er auch einen Sohn hat.
"Wie man einen Gartenzwerg-Angriff überlebt": US-Kultbuch kommt ins Kino
Das ist so absurd, dass es schon wieder realistisch ist...
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Lassen Sie sich nicht täuschen: Gartenzwerge sind verdammt gefährlich! (Foto: Ten Speed Press)
Schon der Titel ist eine Klasse für sich: "Wie man einen Gartenzwerg-Angriff überlebt: Verteidigen Sie sich, wenn die Wiesenkrieger zuschlagen (Und das werden Sie!)". So heißt der augenzwinkernde Ratgeber des Journalisten und Dramatikers Chuck Sambucchino.
Mit seinen abstrusen Tipps zu Verteidigungswaffen, Vorsichtsmaßnahmen und Haussicherung avancierte das Werk zum Kultbuch - nicht zuletzt, weil Gartenzwerge in den USA schon für sich als höchst seltsame europäische Macke gelten.
Viel gute Gründe also, warum nun Robert Zemeckis die Wichtelverteidigungsanleitung ins Kino bringen will - als Mischung aus Realfilm und Computeranimation. Darin ist der Regisseur natürlich Experte, wie er schon mit "Der Polarexpress", "Die Legende von Beowulf" und zuletzt mit "Disneys Eine Weihnachtsgeschichte" bewiesen hat.
Augenreiben verboten!
Wie aber verfilmt man ein Sachbuch, das statt einer spannenden Handlung harte Fakten listet? Im Fall des Gartenzwerg-Buches dürfte Robert Zemeckis das leicht fallen: Die empfohlenen Verteidigungsstrategien lassen sich wunderbar in Filmszenen übertragen, in denen eine Familie sich gegen ihre aggressiven Wichtel wehrt. So rät Sambucchino beispielsweise:
"Üben Sie, das Haus über ein Fenster aus dem ersten Stock zu verlassen: Sie müssen springen können, wenn Sie von einer Horde Gartenzwerge durchs Haus gejagt werden!"
"Merken Sie sich, wo die Möbel stehen. Die kleinen Bastarde kappen die Stromleitungen, bevor sie angreifen!"
"Stehen Sie im Angriffs-Modus aus dem Bett auf: Mit der linken Hand greifen Sie nach einer Taschenlampe, mit der rechten nach einer Waffe - eine Schneeschaufel oder am besten eine Schrotflinte!"
Auch eine Nahkampfanleitung liefert der Autor, dazu eine zertifizierte Schritt-für-Schritt-Anleitung um ein Haus gartenzwergsicher zu machen nach dem Motto "Analyse - passiver Schutz - aktive Verteidigung - Notfallanwendung".
Dazu dürften auch einige der angeblichen Augenzeugenberichte den Weg in den Film finden. Zum Beispiel, der von einer Flugzeugentführung durch zwei Gartenzwerge, die aus einer Kiste im Frachtraum steigen. Letzter Funkspruch des Piloten: "Tower, Mayday, Mayday, guter Gott, hilf uns! Alles ist voller Blut! Es waren … die Zwerge… arghh!
Wann der Spaß ins Kino kommt und wer gegebenenfalls die Rollen der realen Personen im Film spielt, ist noch völlig unklar. Klar ist aber, dass der Film von Robert Zemeckis deutlich witziger wird als der zuletzt ähnlich gelagerte "Gnomeo und Julia". Denn da fehlten eindeutig die Schrotflinten!