"Ich liebe Hitchcock, den frühen Spielberg, Scorsese - alles, was Bewegung im Film hat. Action und Bewegung." Der Texaner Robert Rodriguez versteht sich als totaler Filmemacher und übernimmt bei seinen Filmen u.a. Regie, Produktion, Buch und Schnitt. Seine Actionballaden laufen in rasantem Tempo ab, die Personen für seine heißblütigen, knallbunten Genremischungen sind der Comic-Typologie entnommen.
Um Rodriguez' ersten Film "El Mariachi" rankt sich die Legende, er sei mit 9.000 Dollar entstanden und es seien noch 200 übrig geblieben. Die Geschichte um einen geheimnisvollen Gitarristen und Mariachi-Sänger auf Rachefeldzug, der als "guter" Killer mexikanische Bandidos erledigt, errang Kultstatus. Rodriguez erhielt für die Neu-Variation der Story Geld aus Hollywood und inszenierte mit seinen Lieblingsschauspielern Antonio Banderas und Salma Hayek das Remake "Desperado", in dem Banderas seine artistische Körperlichkeit ausspielen konnte.
Zeitweilig im Umkreis der Filmemacher um Quentin Tarantino, gelangen Rodriguez gleich zwei Meisterstücke: Für den Episodenfilm "Four Rooms" entstand die Episode "The Misbehavers", in der die Kinder eines Gangsters in einem Hotelzimmer in der Matratze eine verweste Leiche finden. Als verwegene Geisterbahnfahrt stellte "From Dusk Till Dawn" alle Genreregeln auf den Kopf: Aus einem Gangster-Road-Movie wird mitten im Film ein Zombie-Horror, der 40 Minuten lang ein Gemetzel als rabenschwarzes Effekte-Feuerwerk mit spaßigen Splatterszenen zelebriert.
Auf den Teen-Scream-Schocker "Faculty - Trau keinem Lehrer!" (1998) folgte mit "Spy Kids" ein James Bond für Kids: Die zehnjährige Carmen und der achtjährige Juni wünschen sich, dass ihre Eltern Superhelden wären, was die in der Vergangenheit als Spitzenagenten tatsächlich waren. Als die Eltern entführt werden, nehmen die Kinder nach einem Crash-Kurs in Sachen 007 die Sache selbst in die Hand. In den USA ein Überraschungshit, folgten 2002 die Fortsetzung "Spy Kids 2" sowie 2003 "Mission 3D", in der sie sich in der virtuellen Welt eines Comnputerspiels behaupten mussten.
Mit "Irgendwann in Mexiko" präsentierte Rodriguez 2003 auch den dritten Teil seiner blutigen Mexiko-Trilogie, in der Banderas wieder als El Mariachi für die Ermordung seiner schwangeren Frau Rache an seinem Erzfeind Marquez üben will. Einer wirklichen Comicverfilmung widmete sich Rodriguez mit der Adaption von Frank Millers "Sin City", in der er vorlagengetreu ein ultra-gewalttätiges, visuell berauschendes Universum schuf. Herausragend ist Mickey Rourke, dem als klotziger, Amok laufender Antiheld ein beeindruckendes Comeback gelang.
Rodriguez wurde 1968 in San Antonio, Texas, geboren und drehte schon früh Home Movies mit seinen zehn Geschwistern. Seine Filmbildung erlebte er im Kino und vor dem Fernseher. Nach dem College-Abschluss schrieb er sich an der Universität in Austin für Filmtheorie und -praxis ein. Weil er nicht in die Filmklasse der Uni aufgenommen wurde, drehte er, wieder mit seinen Geschwistern, rund 30 Kurzfilme und Videos, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Er ist mit seiner Koproduzentin Elizabeth Avellán verheiratet.
Einen Kinderfilm - inklusive Superhelden - drehte Rodrigues mit "Die Abenteuer von Sharkboy und Lavagirl in 3-D" ab. 2006 arbeitete er zusammen mit Quentin Tarantino am Horror-Thriller "Grindhouse". Der Film besteht aus zwei Segmenten: "Planet Terror" unter seiner Regie und "Death Proof" von Tarantino. Inhaltlich grenzen sich die beiden Teile ab, nur das Genre ist gleich. In "Planet Terror" wird die Erde von blutgierigen Zombies heimgesucht, worauf für die Überlebenden ein aussichtloser Kampf gegen die Eindringlinge beginnt. Rodriguez drehte digital. In den angloamerikanischen Kinos kommt der Film als Doppelpaket heraus, während in Europa die Einzelfilme gezeigt werden. Multitalent Rodrigues produziert mit, schnitt selbst und schrieb die Filmmusik, außerdem agierte er zusätzlich als Kameramann.
Teufel Mickey Rourke dealt mit "Machete"
Danny Trejo will seinen Bruder zur Hölle schicken. Dafür braucht "Machete" einen Pakt mit Luzifer Mickey Rourke. Der kennt sich mit so etwas aus - er verkaufte seine Seele einst an Robert De Niro.
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"Machete" Danny Trejo und Mickey Rourke haben einen teuflischen Deal (Foto: Kurt Krieger/Sony)
"Expendable" Mickey Rourke und "Machete" Danny Trejo haben in einem staubigen Kaff was zu erledigen: Sie sorgen nach Kräften für "Dead in Tombstone".
Die Dreharbeiten für den buchstäblich höllischen Western beginnen bereits nächste Woche. Auch wenn der brutale Rachemovie wie die Faust aufs Auge zu Danny Trejos Cousin und "Machete"-Regisseur Robert Rodriguez passt, wird "Dead in Tombstone" von Roel Reine ("Scorpion King 3: Book of the Dead") inszeniert. Das lässt befürchten, dass es das Duell der beiden Kult-Visagen gar nicht auf die Leinwand schaffen könnte, sondern direkt im Videoregal landet.
So kommt es zum "Dead in Tombstone": Danny Trejo spielt Guerrero Hernandez, Anführer der berüchtigten Blackwater Gang. Er befreit seinen Halbbruder Red aus dem Gefängnis, um mit ihm das Minenstädtchen Edendale ("Paradiestal") zu überfallen.
"Machete" schmort wütend im Fegefeuer
Red ist allerdings ein undankbarer Halunke und schickt Guerrero spektakulär zur Hölle. Dort kocht er vor Wut und handelt mit dem Teufel, gespielt von Mickey Rourke, erfolgreich einen Deal aus: Ein Jahr später erscheint er in Edendale, das jetzt Tombstone ("Grabstein") heißt, um Rache zu nehmen.
Das klingt ein wenig nach Nicolas Cages Höllentrip von neulich in "Drive Angry", aber Mickey Rourke dürfte sich schwer an seinen "Angel Heart" von 1987 erinnert fühlen. Darin war er es, der seine Seele an den Teufel verkaufte, grandios mariniert gespielt von Robert De Niro.