Er gehört zu den "Heavies" von Hollywood: Harte Brocken mit Gesichtern aus Marmor, kantige Kerle mit Eisen in den Knochen und Stahl im Arm, die als... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max06/kuk06/kuk51/u0651091/b150x150.jpg Robert Patrick

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Robert Patrick


  • Geburtstag
    05.11.1958
  • Geburtsort
    Marietta, Georgia

Er gehört zu den "Heavies" von Hollywood: Harte Brocken mit Gesichtern aus Marmor, kantige Kerle mit Eisen in den Knochen und Stahl im Arm, die als Soldaten, Cops, Agenten oder Mörder das Spektrum Bösewicht abdecken. Robert Patrick startete seine Filmkarriere spektakulär als Cyborg in James Camerons "Terminator 2". Als neues Flüssiggasmodell T-1000 war er dem älteren Robotermodell Arnold Schwarzenegger überlegen. Die durch Computereffekte ermöglichten Transformationen gingen in die Tricktechnik-Geschichte des Films ein.

Seitdem war der ehemalige Footballspieler und -trainer in einer wahren Flut von Filmen zu sehen, so unter anderem als Waldarbeiter in "Feuer am Himmel", als FBI-Mann in "Zero Tolerance", als Paparazzo in "Body Shot", als Killer in "The Last Chance" und als Kämpfer um ein Amulett in der Videospiel-Verfilmung "Double Dragon - Die 5. Dimension". Er gab den gewalttätigen Freund der Stripperin in "Body Language", den Bodyguard in "Decoy - Tödlicher Auftrag", den Pilot in "Top Jets", den gewaltbereiten Ehemann von Demi Moore in "Striptease" und den Kleinstadtcop Rucker in "Copland".

Für den Teenie-Horrorfilm "Faculty" arbeitete Patrick zum ersten Mal mit Regisseur Robert Rodriguez zusammen. Die Zusammenarbeit wurde drei Jahre später mit "Spy Kids" fortgesetzt. Als Mr. Lisp will Patrick die Kontrolle über die Weltfinanzen übernehmen und gibt sich dabei ausgesprochen ungeduldig - im Gegensatz zu seinen sonst eher beherrschten Rollen. Für einen Hauch des Bösen sorgte Patrick auch im ansonsten eher auf Harmonie ausgerichteten Feuerwehrdrama "Im Feuer".

An der Seite von Sylvester Stallone, mit dem er bereits in "Cop Land" gespielt hatte, war Patrick in "D-Tox - Im Auge der Angst" als süchtiger Polizist zu sehen, der in einer Klinik, abgeschnitten von der Außenwelt, von einem unheimlichen Mörder heimgesucht wird. Im Fernsehen war Patrick in der Serie "Die Sopranos" der Prügelknabe der Mafia-Sippe. Ab 2000 fungierte er als Gillian Andersons neuer FBI-Partner Special Agent Doggett in der Mystery-Serie "Akte-X".

In James Mangolds preisgekröntem Johnny-Cash-Biopic "Walk the Line" spielte Patrick den verbitterten Vater Ray Cash, der nach dem Unfalltod von Johnnys Bruder der Meinung ist, den falschen Sohn verloren zu haben.

  • Geburtstag
    05.11.1958
  • Geburtsort
    Marietta, Georgia
  • Geburtsland
    USA

Singend durch den Drogensumpf

Sex, Drugs and Rock'n'Roll: Was heute nicht mal mehr Klischee, sondern häufig nur noch Wunschdenken ist, war noch vor dreißig Jahren "business as usual" in der Musikbranche. Der bewusstseinserweiternde Stoff, aus dem die Träume alter Ikonen entsprangen, liefert heute den Stoff für Blockbuster. Hollywood hat ein neues Lieblingsgenre entdeckt: Biopics über drogen-gebeutelte Musiklegenden.

Großansicht Frappierende Ähnlichkeit: Joaquin Phoenix spielt Johnny Cash (Foto: Buena Vista/Universal)

Frappierende Ähnlichkeit: Joaquin Phoenix spielt Johnny Cash (Foto: Buena Vista/Universal)

Den Auftakt für die Serie der diesjährigen Musiker-Biografien liefert Joaquin Phoenix mit seinem Porträt der Countrylegende Johnny Cash: Die Dreharbeiten zu "Walk the Line" sind abgeschlossen, derzeit erhält der Film den letzten Schliff.

Inhaltlich geht es, wie in fast allen anderen Biopics aus dem Musikbereich auch, um Karriere und Drogenmissbrauch, um Höhen und Tiefen.

"Walk the line" setzt zu Beginn von Cashs' Durchbruch in Memphis ein, kurz bevor sich der "Man in Black" mit Luther Perkins und Marshall Grant zu den "Tenessee Threes" zusammenschließt. Sein Werdegang zum Hoffnungssymbol einer aufstrebenden Nation wird zu sehen sein, ebenso wie die selbstzerstörerischen Exzesse und die einsetzende Läuterung durch seine spätere Frau June Carter Cash (Reese Witherspoon). "T 1000" Robert Patrick und Countrysängerin Shelby Lynne spielen Cash's Eltern, dirigiert werden sie von "Identity"-Regisseur James Mangold.

Großansicht Kennt sich spätestens seit "Bridget Jones - Am Rande dess Wahnsinns" mit Drogen aus: Renée Zellweger (Foto: UIP)

Kennt sich spätestens seit "Bridget Jones - Am Rande dess Wahnsinns" mit Drogen aus: Renée Zellweger (Foto: UIP)

Whiskey zum Frühstück

Bereits zum zweiten Mal verfilmt wird das Leben des "Incredible Singin' Chick" Janis Joplin. Ende der Siebziger wurde der viel zu jung verstorbenen "Pearl" ein schief gebautes filmisches Denkmal gesetzt: Bette Midler spielte in "The Rose" ein an Heulkrämpfen, Alkohol und Plattitüden erstickendes Abziehbild der im wahren Leben extrem vielschichtigen Blues-Sängerin.

Vielleicht schafft es ja Renée Zellweger, der manisch an ihrem eigenen Grab schaufelnden Exzentrikerin gerecht zu werden. Immerhin: Beider Wurzeln liegen in Texas, einem Bundestaat, der seinen Kindern raue Stimmen in die Wiege zu legen scheint. Und seit "Chicago" weiß man, dass die Oscargewinnerin auch singen kann. Zweifelsohne wird sich Zellweger in "Piece of my heart" die Seele aus dem Leib spielen und schreien.

Großansicht Da schau her: Mick Jagger reist zurück in die wilden Siebziger (Foto: EMI)

Da schau her: Mick Jagger reist zurück in die wilden Siebziger (Foto: EMI)

Steiniger Abgang

Ein Jahr bevor Janis Joplin an einer Überdosis Heroin verstarb, wurde ein heute fast vergessener Musiker tot aufgefunden: Brian Jones, Gründungsmitglied und ehemaliger Rhythmusgitarrist der Rolling Stones, trieb leblos in seinem Swimmingpool. Wie Joplin, Jimi Hendrix und Jim Morrison wurde er nur 27 Jahre alt.

Regieneuling Stephen Woolley, bislang bekannt als Produzent von "Michael Collins" oder "Interview mit einem Vampir", will mit "The wild and wycked world of Brian Jones" die Erinnerung an den Multiinstrumentalisten wach halten. Leo Gregory spielt die Hauptrolle, der noch ebenso unbekannte Luke de Woolfson mimt Großmaul Mick Jagger. Im Blick behalten sollte man den Darsteller von Keith Richards: Der Stones-Leadgitarrist wird von Ben Whishaw dargestellt, dem in Großbritannien derzeit die Theaterkritiker zu Füßen liegen.

Großansicht Zumindest die Frisur ist ähnlich: Beyoncé Knowles und Bob Dylan (Foto: Warner/Sony)

Zumindest die Frisur ist ähnlich: Beyoncé Knowles und Bob Dylan (Foto: Warner/Sony)

Identitätsspaltung

Geplant, aber noch weit entfernt vom Produktionsbeginn, ist das Biopic über Folk-Legende Bob Dylan. Regisseur Todd Haynes, der schon mit "Velvet Goldmine" in drogengeschwängerten Sphären wanderte, hat kürzlich bekannt gegeben, dass ihm sieben Hauptdarsteller für die Rolle des singenden Gitarrenschrammlers vorschweben. Er will aber nicht unter ihnen auswählen, sondern sie im Wechsel auftreten lassen: Auf diese Weise will er die Vielschichtigkeit von Dylans Person zeigen.

Sechs männliche Dylans möchte Haynes. Nummer sieben soll eine Frau sein. Mit afro-amerikanischen Wurzeln. Wunschkandidaten gibt es insgesamt drei: Die Hobby-Schauspielerinnen Beyoncé Knowles und Oprah Winfrey sowie Tennis-Wuchtbrumme Venus Williams. Der Titel des Machwerks: "I'm not there: Suppositions on a film concerning Dylan".

Großansicht Kurzsichtig, aber ausgestattet mit musischer Weitsicht: Elton John, demnächst verkörpert von Justin Timberlake (Foto: Universal/BMG)

Kurzsichtig, aber ausgestattet mit musischer Weitsicht: Elton John, demnächst verkörpert von Justin Timberlake (Foto: Universal/BMG)

Addierte Exzesse

Ebenfalls noch nicht ganz spruchreif, aber vermutlich leichter umzusetzen, ist die Verfilmung von Sir Elton Johns ausschweifendem Leben. Auch hier ist die Besetzungsliste noch unvollständig - der wichtigste Part allerdings ist vergeben: Justin Timberlake darf sich die ausgefallene Brillenkollektion des Pianospielers auf die Nase setzen.

Bedingung für sein Mitwirken war, dass das Biopic nicht zu seicht ausfällt. Auf Timberlakes Einwände hin wurde das Drehbuch umgeschrieben: Homosexualität und Drogenkonsum stehen nun annähernd gleichwertig neben dem dritten großen Thema, der Musik. Einen Titel gibt es noch nicht.

Großansicht Düsteres Wesen: Jude Law in "Die Weisheit der Krokodile" (Foto: Arthaus)

Düsteres Wesen: Jude Law in "Die Weisheit der Krokodile" (Foto: Arthaus)

Tragische Kultfigur

Endlich Formen anzunehmen scheint nun auch das lang geplante Biopic über Ian Curtis, den im Alter von nur 23 Jahren verstorbenen Frontmann der Band Joy Division. Weil der epilepsiekranke Sänger Selbstmord beging, wird sich der Film wahrscheinlich mit den verschiedenen Suizid-Theorien auseinandersetzen, die sich um seine Person ranken.

Starfotograf Anton Corbijn wird für das Projekt erstmals Regie bei einem Spielfilm führen. Ob Jude Law tatsächlich die Hauptrolle spielen wird, ist indes noch nicht bestätigt. Im vergangenen Jahr war Law als Darsteller für eine andere Curtis-Biografie im Gespräch. Dieses scheiterte allerdings - mutmaßlich am Widerstand von Curtis' Familie.

Auf zwei Musiker-Epen freuen wir uns aber ganz besonders: Gus Van Sant stürzt sich demnächst ins musische Nirvana. Angelehnt an Grunge-Ikone Kurt Cobain wird "Träumer" Michael Pitt das Seattle der Neunziger wieder aufleben lassen. Und Johnny Depp liebäugelt mit einem Biopic über Ozzy Osbourne - mit sich selbst in der Hauptrolle, versteht sich.

Und was wird Ozzy dazu sagen? "Rock'n'Roll!!!!"


Filmografie

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