Er legte sich als globaler Terrorist mit James Bond 007 an, spielte Adolf Hitler, strippte als arbeitsloser Malocher, fühlt sich sichtlich wohl in... http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz43/z0243084/b150x150.jpg - Foto: Robert Carlyle

Alle Bilder

Robert Carlyle


  • Geburtstag
    14.04.1961
  • Geburtsort
    Glasgow, Schottland

Er legte sich als globaler Terrorist mit James Bond 007 an, spielte Adolf Hitler, strippte als arbeitsloser Malocher, fühlt sich sichtlich wohl in Rollen mit aggressiv abgründigem Potenzial und brilliert als britischer Proletarier, ob Bauarbeiter oder Busfahrer, mit oft größenwahnsinnigem Selbstbewusstsein. Robert Carlyle ist als Detektiv verbissener als Columbo, als Trainer die Härte und als Robin Hood der Schrecken adeliger Grundbesitzer. Seine Underdogs, Tunichtgute und Loser prägen sich ein.

Der Schotte Robert Carlyle wurde 1961 in Glasgow geboren, trat in einer Filmproduktion seiner Schule auf und driftete nach dem Schulabschluss als Anstreicher und Schaufensterdekorateur durchs Leben, bis er mit 21 Jahren die Schauspielklasse des Glasgow Art Theatre besuchte. Von der Ausbildung enttäuscht, gründete er eine eigene Schauspielgruppe, für die er auch inszenierte. Carlyles Kinodebüt "Silent Scream" blieb unbeachtet, aber sein großspuriger Bauarbeiter in Ken Loachs "Riff-Raff" machte 1991 auf ihn aufmerksam. Der Durchbruch gelang nach einem diabolischen Auftritt als Terrorist aus Rache in der TV-Serie Crackers - Für alle Fälle Fitz" 1996 in Danny Boyles "Trainspotting", wo er als Rabauke und asozialer Kneipen-Schläger Begbie für den Punch der rabenschwarzen Drogen-, Kriminal- und Sozialkomödie sorgte. Der Aufschwung des britischen Kinos jener Jahre brachte ihm die Rolle des arbeitslosen Arbeites Gaz in "Ganz oder gar nicht" ein, der mit seinen Kumpels Hüftschwünge wagt und strippt.

Danach ging es Schlag auf Schlag. Mit einer Stahlplatte im Kopf wurde Carlyle in "James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug" als Terrorist Renard, der sich mit Ölkonzernerbin Regina King (Sophie Marceau) verbündet und Pierce Brosnan Kopfweh bereitet, einer der brandgefährlichen Bösewichter der Reihe. Carlyle brachte Leonardo Di Caprio in "The Beach" auf die Spur der Paradies-Bucht, die zur Hölle wird, glänzte als verarmter Malocher und Ehemann von Emily Watson in "Die Asche meiner Mutter", irrte durch den Kannibalen-Grusel von "Ravenous", verirrte sich als schottischer Busfahrer in Ken Loachs "Carla's Song" ins revolutionäre Nicaragua, bestahl mit Jonny Lee Miller die Reichen in "Plunkett & MacLeane" und war im Fußballdrama "Es gibt nur einen Jimmy Grimble" zu sehen.

Danach wurde es ruhiger um Carlyle, der im Fernsehen 2003 Adolf Hitler in dessen politischen Anfangsjahren spielte und den Führer als Dämon und Feigling zugleich porträtierte.

2005 machte Carlyle in zwei TV-Serien wieder auf sich aufmerksam. In "Human Trafficking" geht es um Mädchenhandel und Seximporte, in "Class of 76" ist er der Detektiv, der den Morden nachgeht, denen nacheinander alle aus der Klasse von 1976 zum Opfer fallen. 2006 kann Carlyle als Fiesling Durza den Helden in der Drachenreiter-Fantasy "Eragon" verwunden, so dass dieser unter heimtückischen Anfällen leidet. Der Roman wurde von Patrick Hegarty verfilmt. Im Katastrophenfilm "Flood" spielt er den Sicherheitsexperten Rob, der zusammen mit seiner Frau (Jessalyn Gilsig) versucht, die Londoner Bewohner vor einer Flutwelle zu schützen. Im Sequel "28 Weeks Later" von Juan Carlos Fresnadillo, der 2007 in die Kinos kommt, wirkt er als Don im Kampf gegen die neu ausgebrochene Epidemie mit. Danny Boyle, der den Vorgängerfilm "28 Days Later" realisierte, produzierte diesmal mit.

Robert Carlyle ist seit 1997 mit Anastasia Shirley verheiratet. Die beiden haben drei Kinder, Tochter Ava und die Söhne Harvey und Pearce Joseph.

  • Geburtstag
    14.04.1961
  • Geburtsort
    Glasgow, Schottland
  • Geburtsland
    Großbritannien

Schauspielgott im Filmtempel

Kino, Kino, Kino!

Großansicht Trauer und Freude: Regisseurin Rebecca Miller und Edelmime Daniel Day-Lewis (Foto: Kurt Krieger)

Trauer und Freude: Regisseurin Rebecca Miller und Edelmime Daniel Day-Lewis (Foto: Kurt Krieger)

Das bedeutet nicht nur ein Überangebot an Filmen auf der Berlinale, bei dem es schwer fällt, auszuwählen. Es bedeutet auch verschiedene Locations, die erforscht werden wollen, die ein Stück (Bau-)Geschichte Berlins erzählen.

Nein, der Potsdamer Platz mit seinen frisch aus dem Boden gestampften, aber irgendwie charakterlosen Multiplexen Cinemaxx und Cinestar und dem Berlinale-Palast - der zugegebenermaßen mit seiner Größe beeindruckt - ist längst nicht alles. Es gibt auch noch den schönen Kinotempel "Delphi", in dem die tägliche Drängelei selbst hartgesottenen Festivalgängern alles abverlangt. Hier laufen bis in den frühen Morgen die mutigen, schrägen Filme, weit abseits von Wettbewerb und Mainstream.

Großansicht Dieter Kosslick ehrte den Superstar mit der Berlinale Kamera (Foto: Kurt Krieger)

Dieter Kosslick ehrte den Superstar mit der Berlinale Kamera (Foto: Kurt Krieger)

Wir sind proud to have you hier!

Das "International" an der Karl-Marx-Allee ist in kühlem, pompösen DDR-Chic gehalten, der "Film-Palast" zeigt sich unglaublich charmant und altmodisch-elegant. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt, eingekesselt zwischen Bahnhof, Zoo und Gedächtniskirche, der "Zoopalast", einstiges Schmuckstück und Galavorstellungskino der Berlinale.

Das längst überholte Design von Saal 1 mit seinem rot-orangefarbenen Teppich, der mit Filmrollen verziert ist, erstrahlt in neuem Glanz als Daniel Day-Lewis auftritt - das mag auch am Blitzlichtgewitter der Fotografen liegen. Dieter Kosslick überreicht dem Ausnahmemimen mit sehr netten Worten auf German-English eine Berlinale Kamera.

Großansicht Heikel: In "The Ballad of Jack and Rose" liebt Day-Lewis seine Tochter über die Maßen (Foto: Initial Ent. Group / IFC Prods.)

Heikel: In "The Ballad of Jack and Rose" liebt Day-Lewis seine Tochter über die Maßen (Foto: Initial Ent. Group / IFC Prods.)

Lolita ist mein eigen Blut

Der Schauspielstar, der zuletzt mit "Gangs of New York" zu Gast in Berlin war, zieht seine Regisseurin Rebecca Miller zu sich ins Rampenlicht und bedankt sich bei ihr, beim Festival, beim Publikum und bei der Presse für den warmen rücksichtvollen Empfang. Denn Rebecca trauert um ihren gerade verstorbenen Vater Arthur Miller, dass einem fast die Tränen kommen.

Der Film von Day-Lewis und Miller, "The Ballad of Jack and Rose", läuft im Panorama und ist schwere Kost: eine Inzest-Liebesgeschichte zwischen Vater und Tochter. Aber es geht auch um Ideale und den Verlust von Idealen, um den gescheiterten Versuch eines Kommunen-Zusammenlebens.

Großansicht Traum: Wenn sein Lieblings-Greyhound namens "The Mighty Celt" drei Rennen in Folge gewinnt, darf Nachwuchspfleger Donal ihn behalten (Foto: BBC Films)

Traum: Wenn sein Lieblings-Greyhound namens "The Mighty Celt" drei Rennen in Folge gewinnt, darf Nachwuchspfleger Donal ihn behalten (Foto: BBC Films)

Auf den Hund gekommen

Trotz oder wegen des Unverständnisses für die extremen Charaktere schaut man Daniel Day-Lewis als todkrankem Vater Jack und Camilla Belle als seine Tochter fasziniert zu. Ihr Spiel und ihre Umgebung, eine wunderschöne Insel, sind von Ellen Kuras stimmungsvoll fotografiert. Dazu klingt nostalgisch die Seventies-Musik von Bob Dylan und Creedence Clearwater Revival. Abgerundet wird das Filmhighlight bei aller Schwere durch geschickt eingestreute Momente großartiger Komik.

Viel Emotion und echte Begeisterung unter den Kleinen und Großen im Publikum gab es auch nebenan im Kinosaal 4 beim sympathischen 14plus-Beitrag "The Mighty Celt" um einen irischen Jungen, seinen Greyhound und seinen neu gefundenen Vater. Robert Carlyle ("The Beach") und Jungstar Tyrone McKenna wurden mit eifrigem Klatschen empfangen.

Wenn die Stimmung stimmt, dann ist das Teppichdesign eben egal.


Filmografie

kino.de kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Katherine Heigl im Trailer zur Actionkomödie "Einmal ist keinmal".

Zum Magazin

Das interaktive Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

News zum Star