Fünf "Oscars" für "Kramer gegen Kramer" (bester Film 1979) machten das Scheidungsdrama mit Dustin Hoffman ("Oscar") und Meryl Streep ("Oscar") zum... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max03/kuk03/kuk39/u0339072/b150x150.jpg Robert Benton

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Robert Benton


  • Geburtstag
    29.09.1932

Fünf "Oscars" für "Kramer gegen Kramer" (bester Film 1979) machten das Scheidungsdrama mit Dustin Hoffman ("Oscar") und Meryl Streep ("Oscar") zum erfolgreichsten Film des Regisseurs ("Oscar") und Drehbuchautors ("Oscar") Robert Benton, der mit der Story um einen alleinerziehenden Vater ein Problem der Zeit traf. Fünf Jahre später erhielt Benton für sein Buch zu dem Farmerdrama "Ein Platz im Herzen" seinen zweiten "Oscar", Sally Field wurde als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Benton, geboren 1932 in Texas, studierte Kunst, war Art Director beim Magazin "Esquire" und begann als Drehbuchautor für "Bonnie und Clyde", "Zwei dreckige Halunken" und "Is was', Doc?" seine Filmkarriere. Sein Debütfilm, der Western "In schlechter Gesellschaft", zeichnet einen schmutzigen Westen, in dem die Outlaws verdreckte Halunken sind. Den Durchbruch erzielte der Regisseur, der sich als Traditionalist mit der Ethik guten Handwerks versteht, mit "Die Katze kennt den Mörder", ein Chandler-Spiel um einen gealterten Privatdetektiv (Art Carney), der mit einer Nervensäge an der Seite (Lily Tomlin) einen Fall löst. Kriminalfilmen blieb Benton treu, so mit dem Psycho-Thriller "In der Stille der Nacht" (mit Meryl Streep und Roy Scheider in einer Hitchcock-Story um Mord und Kindheitstrauma), mit der Gangsterballade "Billy Bathgate" (Dustin Hoffman als psychopathischer Mobster), dem Gaunerstück "Nadine" (mit Kim Basinger und Jeff Bridges als Ehepaar in der Krise, das durch einen Kriminalfall wieder zusammenfindet), und dem Detektivfilm "Im Zwielicht", in dem Paul Newman als gealterter Privatschnüffler für den Schauspieler Gene Hackman arbeitet, in dessen Frau (Susan Sarandon) verliebt ist und seinen beste Freund (James Garner) als Mörder entlarvt und erschießt. Newman war auch der Hauptdarsteller in Bentons Schneeballade vereinsamter Herzen in "Nobody's Fool", in dem sein Ton warmherziger Charakterisierungen auch der kleinsten Nebenfiguren einen Höhepunkt erreichte. Newman steht darin als arbeitsloser alter Bauarbeiter mit seinem Arbeitgeber auf Kriegsfuß, lernt durch seinen Enkel wieder die Lust am Leben und macht aus North Bath in New York einen "Platz im Herzen".

  • Geburtstag
    29.09.1932
  • Geburtsland
    USA

"Im Zentrum steht die menschliche Beziehung"

Er macht Filme, die tief berühren: Kaum einer lotet Konflikte und Gefühle so aus wie der preisgekrönte Regisseur und Drehbuchautor Robert Benton. In seinem fesselnden Drama "Der menschliche Makel" trieb er Anthony Hopkins und Nicole Kidman zu Höchstleistungen.

Großansicht Freut sich über seinen Erfolg: Robert Benton (Foto: Kurt Krieger)

Freut sich über seinen Erfolg: Robert Benton (Foto: Kurt Krieger)

» Wie entstand das Projekt?

ROBERT BENTON: Ich habe den Roman richtig verschlungen und wollte ihn verfilmen. Aber dann erfuhr ich, dass die Rechte schon verkauft waren und Nicholas Meyer als Drehbuchautor fest gebucht war. Also habe ich mich nicht mehr um die Angelegenheit gekümmert. Und dann landete das Drehbuch auf meinem Schreibtisch. Ein Glücksfall.

» Ihr Film entfernt sich stark von der literarischen Vorlage.

Das Buch beleuchtet den politischen Hintergrund sehr intensiv. Wir konzentrieren uns dagegen auf die starke emotionale Verbindung zwischen Coleman Silk und seiner letzten Liebe Faunia sowie die Geschichte des älteren und jüngeren Coleman. Dabei haben wir versucht, den Hauptsträngen des Romans, der mich in seiner Wucht an eine griechische Tragödie erinnert, treu zu bleiben und gleichzeitig filmischen Ansprüchen zu genügen.

Natürlich habe ich eine politische Meinung, aber ich wollte kein politisches Statement abgeben. Philip Roth schrieb den Roman auf dem Höhepunkt der Lewinsky-Affäre, als sich jeder das Maul über Präsident Clintons Eskapaden zerriss. Das schlägt sich natürlich auf den Inhalt nieder.

Ich fokussiere mich in all meinen Filmen immer auf die menschliche Beziehung zwischen den Figuren, auf die Entstehung und Lösung von Familienkonflikten. Bei "Der menschliche Makel" interessierte mich vor allem, wie ein Mensch seiner Herkunft und Familie den Rücken kehren und mit dieser Lebenslüge existieren kann. Er zahlt einen hohen Preis für das, was er unter Freiheit versteht, und wird am Ende Opfer seiner eigenen Selbsterfindung und -inszenierung.

Großansicht Starke Charaktere: Nicole Kidman und Anhony Hopkins in "Der menschliche Makel" (Foto: Concorde)

Starke Charaktere: Nicole Kidman und Anhony Hopkins in "Der menschliche Makel" (Foto: Concorde)

"REGISSEURE, DIE ALLES BESSER WISSEN, MACHEN SCHLECHTE FILME"

» Wie lautet die moralische Botschaft Ihres Films?

Es gibt keine. Ich urteile nicht und gebe keine Antworten. Ich stelle Fragen, die zum Nachdenken anregen sollen.

» Sie sind als Drehbuchautor berühmt. Bestand da nicht die Gefahr, Nicholas Meyer ins Handwerk zu pfuschen?

Gerade auf Grund der eigenen Erfahrungen halte ich mich zurück. Zwischen Regisseur und Drehbuchautor muss ein Vertrauensverhältnis bestehen, ein gegenseitiger Respekt. Regisseure, die glauben, alles besser zu wissen, machen schlechte Filme.

Großansicht "Bonnie & Clyde": Oscar-Nominierung für das Drehbuch (Foto: Warner Bros.)

"Bonnie & Clyde": Oscar-Nominierung für das Drehbuch (Foto: Warner Bros.)

» Erinnern Sie sich gern an die Zeit Ihres ersten Erfolges, nach dem Drehbuch zu "Bonnie und Clyde"?

Im Rückblick empfinde ich die Zeit natürlich als fantastisch. Aber es dauerte vier Jahre, bis David Newman und ich das Skript verkaufen konnten. Ich war verheiratet und hatte ein Kind zu ernähren.

In der Not musste ich sogar meinen Schwiegervater um Geld anbetteln. Aber was tut man nicht alles, um in Hollywood zu überleben. Erst nach meinem Regiedebüt "In schlechter Gesellschaft" ging es aufwärts.

Großansicht Bentons größter Erfolg: 5 Oscars für "Kramer gegen Kramer" (Foto: Atlas)

Bentons größter Erfolg: 5 Oscars für "Kramer gegen Kramer" (Foto: Atlas)

"MIT ZUNEHMENDEM ALTER WIRD MAN VERLETZLICHER"

» Was hat sich seitdem alles geändert?

In den Siebzigern gab es Filme wie "Easy Rider" oder "Ein Mann sucht sich selbst". Es herrschte eine Aufbruchstimmung und große Offenheit. Es gab Platz für extreme Meinungen und Filme. Leider nur eine Luftblase. George Lucas' "Krieg der Sterne" markiert eine Zäsur. Das Epos spielte unvorstellbare Geldmengen ein und krempelte die ganze Produktionslandschaft um.

Eine große Produktionsfirma setzt einfach andere Prioritäten als eine kleine und unabhängige. Wer zig Mio. von Dollar investiert, will einen entsprechenden Rückfluss sehen. Lakeshore und Miramax sind noch Inseln, wo man kreative Freiheit genießt. Da wird nicht bis in den letzten Darsteller alles vorgegeben.

Großansicht Ausnahmekönner unter sich: Benton und Kidman am Set von "Der menschliche Makel" (Foto: Concorde)

Ausnahmekönner unter sich: Benton und Kidman am Set von "Der menschliche Makel" (Foto: Concorde)

» Aber mit Anthony Hopkins und Nicole Kidman haben Sie Weltstars engagiert.

Ihr Status war nicht allein ausschlaggebend. Anthony Hopkins nimmt man den früheren Boxer ebenso ab wie den Universitätsprofessor. Mit Nicole Kidman habe ich schon in "Billy Bathgate" zusammen gearbeitet.Sie ist nicht nur schön, sondern eine der größten Charakterschauspielerinnen. Da muss man sich nur das Spektrum ihrer Rollen vergegenwärtigen, von "To Die For" über "Moulin Rouge" bis zu "The Hours".

» Sie sind jetzt 71 Jahre alt. Ist man in diesem Alter weise?

Da fragen Sie mich zu viel. Manchmal glaube ich sogar, mit zunehmendem Alter wird man verletzlicher. Ehrlich gesagt, weise wollte ich eigentlich nie sein.


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