Seine Filme sind packende visuelle Erlebnisse, für die er sein brillantes Können als perfektionistischer Künstler mit einem wesentlichen Blick für... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max07/kuk07/kuk36/u0736069/b150x150.jpg Ridley Scott

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Ridley Scott


  • Geburtstag
    30.11.1937
  • Geburtsort
    South Shields, England

Seine Filme sind packende visuelle Erlebnisse, für die er sein brillantes Können als perfektionistischer Künstler mit einem wesentlichen Blick für schwelgerischen Aufwand, kameratechnische Glanzleistungen, Montage und Tricktechnik einsetzt, ohne dass diese zum Selbstzweck würden, sondern vor allem neue Bildwelten schaffen wollen. Dabei läuft der Einwand des Bombastischen ebenso daneben wie der Vorwurf des "Riefenstahlismus", denn der in der Werbung (über 2000 Spots) geschulte Ridley Scott ist zumindest mit einigen seiner Filme ("Alien", "Blade Runner", "Thelma und Louise", "1492", "Gladiator") ein Visionär aus eigenem Antrieb.

Der Brite Ridley Scott arbeitete für die BBC, inszenierte Serienfolgen und debütierte 1977 mit der Joseph-Conrad-Verfilmung "Die Duellisten" - ein Film, der zu Unrecht im Schatten von Stanley Kubricks kurz vorher entstandenem Historienfilm "Barry Lyndon" steht. Mit "Alien" und "Blade Runner" gelangen Scott hintereinander zwei Meisterwerke: In "Alien" werden Raumfahrer mit einer grauenhaften biometallischen Lebensform konfrontiert, in "Blade Runner", der einen Rang wie Fritz Langs "Metropolis" einnimmt, jagt ein gefühlloser Kopfgeldjäger (Harrison Ford) wie in einem Film noir Replikanten, die wie Menschen aussehen, ihnen an Intelligenz überlegen sind und deren Anführer (Rutger Hauer) ein tragischer Held wird.

Scotts Polizeifilme ("Der Mann im Hintergrund", "Black Rain") ästhetisieren das Genre und thematisieren erneut die übervölkerte Großstadt als Moloch. "Thelma und Louise" wurde zum feministischen Kultfilm der 1990er. "1492", mit Gérard Depardieu als Kolumbus, pünktlich zur 500-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas aufgeführt, zeigt den Seefahrer als Fortschrittsdenker, Rebell und Genie inmitten von Sklaverei und an einem von der Kirche beherrschten Hof. Dem kommerziell wenig erfolgreichen Hochseedrama "White Squall" und dem Militärdrama "Die Akte Jane", in dem Demi Moore einen weiblichen Marine spielte, folgte mit "Gladiator", Scotts größter kommerzieller Erfolg, ein Monumentalfilm, der das naive "Sandalenkino" an Düsternis und Härte übertraf und erneut Scotts Können als Bildregisseur bewies. Dies bestätigte auch sein schonungsloses und beeindruckend realistisches Kriegsdrama "Black Hawk Down", das nach einem Tatsachenbericht den als Routine eingeschätzten US-Militäreinsatz in Somalia 1993, der sich zur Tragödie auswuchs, nachstellt und 2002 mit zwei Oscars ausgezeichnet wurde. 2001 inszenierte Scott außerdem das "Schweigen der Lämmer"-Sequel "Hannibal".

Nachdem Scott zehn Jahre zuvor bereits einen "Director's Cut" von "Blade Runner" präsentiert hatte, entstand 2003 zum 25-jährigen Jubiläum von "Alien" auch eine solche erweiterte Fassung des Science-Fiction-Klassikers. Im gleichen Jahr überraschte Scott außerdem bei den Filmfestspielen in Venedig mit der zwar unspektakulären, aber umso unterhaltsameren Gauner-Komödie "Tricks", in der Nicolas Cage einen neurotischen Trickbetrüger mimt. Mit dem in Übersee und Europa sehr erfolgreichen "Königreich der Himmel" schaffte Scott nach "Gladiator" erneut einen kassenträchtigen Ausflug ins Historien-Genre.

Er produzierte "In den Schuhen meiner Schwester" mit Cameron Diaz und "Domino - Live Fast, Die Young" mit Keira Knightley als das ehemalige Topmodel. 2006 versuchte er sich mit "Ein gutes Jahr" im Genre der romantischen Komödie. Ein Jahr später spielte Russell Crowe in "American Gangster" einen Cop, der sich Denzel Washington bis zum bitteren Ende duelliert. 2008 wurde seine Regiearbeit für den Golden Globe nominiert und er gewann im selben Jahr den Audience Award. Leonardo DiCaprio übernahm in seinem nächsten Film, dem Agententhriller "Der Mann, der niemals lebte", den schwierigen Part eines CIA-Agenten, der einen Terroristen enttarnen soll und dafür nach Jordanien und in den Irak reist.

  • Geburtstag
    30.11.1937
  • Geburtsort
    South Shields, England
  • Geburtsland
    Großbritannien

Ridley Scott will Harrison Ford im neuen "Blade Runner"

Ja? Nein? Oder doch nur vielleicht?

Großansicht Ridley Scott wünscht sich Harrison Ford auch im neuen "Blade Runner"-Film (Foto: Fox, Warner)

Ridley Scott wünscht sich Harrison Ford auch im neuen "Blade Runner"-Film (Foto: Fox, Warner)

Seit Regie-Legende Ridley Scott angekündigt hat, dass er einen neuen "Blade Runner"-Film macht, rätseln die Fans: mit oder ohne Harrison Ford? Zuletzt hatte die US-Website "Twitch" behauptet, Scott habe bereits mit dem Darsteller von Kultfigur Rick Deckard verhandelt. Das hat Ridley Scott aber dementiert.

Aber jetzt kommt das Dementi des Dementis - zumindest ein bisschen: Denn Scott hat zwar in der Tat noch nicht mit Harrison Ford verhandelt. Aber das auch nur, weil er selbst noch nicht weiß, ob Rick Deckard in seinem neuen Film überhaupt vorkommt:

"Wir diskutieren ja momentan erst noch, ob wir eigentlich eine Vorgeschichte erzählen oder eine direkte Fortsetzung machen", erklärt Ridley Scott. Ich treffe mich gerade mit verschiedenen Autoren, darunter auch Hampton Fancher [der Autor des ersten Films, die Red.], mit dem ich gerade diese Woche gesprochen habe. Aber wir haben natürlich noch kein Drehbuch. Von daher weiß ich auch noch nicht, ob die Story Rick Deckard beinhalten wird. Aber falls sie das tut, würde mich nichts mehr freuen, als wenn Harrison Ford wieder dabei wäre!"

Alien, Version 0.1, Teil 2

Das klingt zwar durchaus vielversprechend, allerdings fragt sich, warum Ridley Scott den Autoren dann nicht einfach vorgibt, dass Deckard im neuen Film dabei sein muss, wenn ihm die Zusammenarbeit mit Harrison Ford wirklich so wichtig ist. Die Entscheidungsfreiheit dafür hat der Star-Regisseur mit Sicherheit.

So kann Ridley Scott beispielsweise schon öffentlich über die Fortsetzung eines Films spekulieren, der noch nicht einmal im Kino ist. Weniger bekannte Filmemacher müssen in so einem Fall erstmal auf die Ergebnisse an der Kinokasse warten. Nicht so Ridley Scott im Fall der Alien-Vorgeschichte "Prometheus", die er unbedingt weiterführen will - und die ihn überhaupt erst auf die Idee eines neuen "Blade Runner"-Films gebracht hat:

"'Prometheus' zu drehen, habe ich richtig genossen. Es hat derart Spaß gemacht, wieder in die Welt der Science Fiction-Filme zurückzukehren, dass ich auch wieder an 'Blade Runner' arbeiten wollte. Und ich grüble, was zum Geier ich in 'Prometheus 2' anstellen könnte..."

Böse Zungen mögen dem inzwischen 74-Jährigen nun Ideenmangel und fehlende Risikobereitschaft für völlig neue Projekte unterstellen. Genre-Fans werden dagegen ungeduldig mit den Hufen scharren, bis die neuen Werke aus dem Alien- und Blade-Runner-Universum ins Kino kommen. Im Fall von "Prometheus - Dunkle Zeichen" geschieht das am 9. August!

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