Tausende Menschen gehen in Neuseeland auf die Straße, damit der "Hobbit" nicht nach Europa auswandert. Selbst der Premierminister macht sich für Bilbo stark.
Die mächtigen Studiobosse kommen und Neuseeland zeigt sich gerüstet für die letzte Schlacht um Mittelerde. Allerdings kämpfen die Menschen nicht gegen, sondern für etwas: Der "Hobbit" soll unbedingt im Land bleiben und nicht in Europa gedreht werden.
Tausende Menschen haben sich am Montag in den Straßen von Auckland, Wellington, Christchurch, Hamilton, Queenstown and Matamata versammelt. Mit Plakaten wie "Wir sind Mittelerde" und "Wir lieben "Hobbits"" sollen die Chefs von Warner Bros. besänftigt werden. Nach Unstimmigkeiten mit der Filmgewerkschaften in Neuseeland und den USA hatten die Macher kurzerhand einen Umzug der Produktion nach Europa beschlossen.
Peter Jackson kämpft an der Seite seiner Landsleute. In Wellington verlas Oscar-Gewinner Richard Taylor vor den Demonstranten einen Brief des "Hobbit"-Regisseurs: "Hier wurde Mittelerde geboren", schreibt Jackson darin, "und hier wird es auch bleiben!"
Neuseelands Premierminister John Key wird die Warner-Bosse persönlich empfangen und ebenfalls versuchen, sie von einem Verbleib des "Hobbit" zu überzeugen. Es wird aber keine Extra-Steuergeschenke für die 500-Millionen-Dollar-Produktion geben. "Klar ist: Wenn es auf dieser Ebene zu einem Bieterkrieg kommt, ist Neuseeland raus." Key gibt sich aber zuversichtlich: "Wenn sie nur herkommen, um 'No!' zu sagen, hätten sie sicher nicht die Chefetage geschickt."
Unterdessen hat die Schauspielergewerkschaft alle Aktionen abgeblasen und garantiert, dass es während der Dreharbeiten des "Hobbit" zu keinerlei Arbeitskämpfen kommen wird. Die Angst geht um in Mittelerde - nur Bilbo Beutlin blickt abenteuerlustig in die Zukunft: Für Schauspieler Martin Freeman ist der "Hobbit" die Rolle seines Lebens. Welchen Akzent die Zwerge sprechen, unter die er sich mischt, ist ihm vermutlich herzlich egal ...