Richard Lester

Richard Lester

Leben & Werk

Er war der Regisseur der Beatles, der drei Musketiere und Supermans, Chronist des Swinging London und einer der innovativsten Komödienregisseure der 60er und 70er Jahre. 1932 in Philadelphia geboren, kam Richard Lester nach dem Studium der Musik als Redakteur zum Fernsehen, reiste nach Europa und blieb in London, wo er mit dem Komiker Peter Sellers eine langjährige Zusammenarbeit begann. Sie produzierten Comedy-Shows für das Fernsehen (die in England sehr populäre “Goon Show”) und den mit einer “Oscar”-Nominierung bedachten Kurzfilm “The Running, Jumping, and Standing Still Film”, der die Fachwelt auf Lester aufmerksam machte und der bereits seine Vorliebe für schräge surreale Sequenzen zeigt. Den Durchbruch brachten Lester jedoch die beiden Beatles-Filme “A Hard Day’s Night” und “Help!“, die als lose Episoden um die Fab Four angelegt sind, als Zeitgeist-Dokument faszinieren und als rasant geschnittene Musikfilme die Pop-Kultur, die Video-Clip-Ästhetik und Werbespots richtungweisend beeinflusst haben. Die originelle visuelle Umsetzung eines Tages aus dem Leben der Pilzköpfe machte aus “A Hard Day’s Night” den “‘Citizen Kane’ of Juke Box Musicals”, “Help!” ist eine turbulente Agentenfilmparodie um den Ring an Ringos Finger. Zwischen den beiden Filmen entstand “Der gewisse Kniff” (1965), der die “Goldene Palme” in Cannes gewann und, noch origineller als die Beatles-Filme, mit surrealen Einfällen, versteckter Kamera und frechen Sprüchen das pulsierende Leben der Londoner Metropole einfängt. Mit “Toll trieben es die alten Römer” erwies Lester dem Slapstick und Buster Keaton, der als buchstäblicher Running Gag auftaucht, eine temporeiche Reverenz, mit “Wie ich den Krieg gewann” inszenierte er einen surrealen Kriegsfilm (u.a. mit John Lennon), mit “Petulia” eine spröde Liebesgeschichte aus dem “Summer of Love” in San Francisco, und mit der Farce “Danach” eine postapokalyptische Groteske. Die drei letzten Filme blieben an der Kasse erfolglos, aber mit seinen Musketierfilmen “Die drei Musketiere” und “Die vier Halunken der Königin” schaffte Lester ein glanzvolles Comeback. Mit großer Starbesetzung nahm er sich das Mantel-und-Degen-Genre vor, unterzog es einer Behandlung aus Slapstick und turbulenter Burleske, in der die Musketiere nichts Helden-, sondern etwas Tölpelhaftes haben, und erzielte einen großen Publikumserfolg. Ähnlich verfuhr er zehn Jahre später mit zwei der “Superman”-Filme. Mitte der 70er Jahre erweiterte Lester sein stilistisches breit gefächertes Repertoire um den spannenden Action-Thriller “Juggernaut – Zwölf Stunden bis zur Ewigkeit” (um ein Bombenentschärfkommando um Richard Harris), der ein Klassiker des Genres wurde. Lesters späteren Arbeiten, der Western “Butch & Sundance: Die frühen Jahre”, der Polit-Thriller “Explosion auf Cuba” (mit Sean Connery), der “Ein Käfig voller Narren“-Vorläufer “Der Mörder lauert in der Sauna” oder die Gaunerkomödie “Der Chaos-Express”, blieb der kommerzielle Erfolg versagt. 1991 näherte er sich in dem Konzertfilm “Get Back” (mit Paul McCartney) seinem Frühwerk, für das er in die Filmgeschichte eingegangen ist, wieder an. Lester ist mit einer Tänzerin und Choreografin verheiratet.

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