Die Red Hot Chili Peppers zählen zu den erfolgreichsten Vertretern der jüngeren amerikanischen Rockmusik und haben im Laufe ihrer Karriere einen unverkennbaren Einfluss auf die moderne Pop- und vor allem Rockmusikszene ausgeübt. Aus einem Nischen-Genre namens Crossover, einer explosiven Mischung aus Rock, Pop, Funk und HipHop, haben die vier Musiker im Verlauf der achtziger und neunziger Jahre eine sehr eigenständige, aber doch massenkompatible Sorte Popmusik kreiert, die ihren Alben weltweit Edelmetall-Auszeichnungen, Preise und Top-Charts-Plazierungen bescherte.
Sänger Anthony Kiedis und Bassist Michael "Flea" Balzary gründeten die Band im Jahr 1983 und legten den Grundstein für eine außergewöhnliche Bandkarriere, die sowohl von tragischen, als auch extrem erfolgreichen Phasen geprägt wurde. 1985 erschien das gleichnamige Debütalbum, das vorerst nur in Insiderkreisen auf Anerkennung stieß. Es folgten "Freaky Styley" (1985), "Uplift Mofo Party" (1987) und schließlich die Beatles-Reminiszenz "Abbey Road EP" (1988). Im selben Jahr starb Gitarrist Hillel Slovak an einer Überdosis, und jenes Image einer "Drogenband" blieb an den Red Hot Chili Peppers vorerst haften. Als Nachfolger für Slovak sprang der Peppers-Fan John Frusciante ein, der mit seinem eigenständigen Gitarrenspiel das 1989 erschienene Album "Mother's Milk" entscheidend prägte. Erstmals sorgte ein Album der Gruppe auch in Europa für gesteigerte Aufmerksamkeit, Musikvideos transportierten die energiegeladenen Songs in die Jugendzimmer.
Der Weg schien geebnet für einen Klassiker, der mit dem 1991 erschienen Album "Blood, Sugar, Sex, Magic" auch prompt geliefert wurde. Das Album gilt heute als Meilenstein der populären Musikgeschichte. Die Mischung aus hartem Rock, sattem Funk und stimmungsvollen Balladen verkaufte sich millionenfach, und Singles wie "Suck My Kiss" und "Under The Bridge" gehören auch heute noch zum Standardprogramm von Musikvideo-Kanälen, Radiostationen, Rock-Discotheken und Schulparties überall auf der Welt. 1993 verließ Frusciante während der Welttournee die Gruppe - wieder wurden Drogengerüchte laut. Erst nimmt Jesse Tobias, dann Dave Navarro von "Jane's Addiction" den Platz von Frusciante ein. 1995 erschien "One Hot Minute", kann aber nicht an den Erfolg des Vorgängers anschließen. Es wurde ruhiger um die Red Hot Chili Peppers. Abgesehen von einem veritablen Single Hit, einer Coverversion des Ohio Players Song "Love Roller Coaster" zum Beavis & Butthead-Soundtrack, machte sich die Gruppe rar in den Charts.
1998 verließ Navarro die Band, der erholte John Frusciante kam zurück, und die Arbeit am nächsten Großprojekt konnte beginnen. Wieder unter der Leitung von Rick Rubin, der auch für die Produktion von "Blood, Sugar, Sex, Magic" verantwortlich war, landeten die Red Hot Chili Peppers 1999 mit "Californication" ihren bisher größten kommerziellen Hit: Das Album wurde weltweit mit 33 Platin- und vier Goldauszeichnungen überschüttet, verkaufte sich zwölf Millionen mal und hielt sich weit über ein Jahr in den deutschen Album-Charts. Drei Grammy-Nominierungen brachten die begehrte Trophäe für den "Best Rock Song" ein, die Singles "Scar Tissue", "Around The World", "Californication" und "Otherside" waren aus den internationalen Charts nicht mehr wegzudenken.
Auf dem vorläufigen Zenit ihrer Karriere angekommen, legte die Band 2002 den äußerst songorientierten Nachfolger "By The Way" vor, der eine wesentlich ruhigere Seite der Formation und stilistische Vorlieben für den Sound der Beach Boys und des Alternative Pop zeigt. Mit diesem Werk, wiederum produziert von Rubin, erspielte sich die Gruppe hervorragende Kritiken, debütierte auf Platz eins der deutschen Album-Charts, holte Platin und entwickelte ähnliche Dauerbrenner-Qualitäten wie mit dem Vorgänger "Californication". Die im Frühjahr 2003 angekündigten Konzerte waren innerhalb weniger Tage ausverkauft, Festivals wurden von den Red Hot Chili Peppers ausschließlich als unangefochtene Hauptattraktion bestritten. Aus den schweißtreibenden "Crossover"-Kraftrockern war eine anspruchsvolle Band geworden, die im Anzug eine ebenso gute Figur macht wie in Bermudashorts, die leise Untertöne genauso wie eruptive Dynamik beherrscht. Auch das virtuose handwerkliche Können der vier Musiker hat mit Sicherheit dazu beigetragen, dass die Red Hot Chili Peppers zu den erfolgreichsten Bands der Gegenwart zählen.
Nach einer Best-Of-Kopplung im Jahr 2003 meldete sich die Band im Jahr 2006 mit einem Paukenschlag sondergleichen zurück: Das Studio-Album "Stadium Arcadium" präsentierte auf 2 CDs satte 28 neue Songs, die die Band von ihrer stärksten Seite zeigten. Hochenergetische Tracks wie die erste Single "Dani California", "Hump De Bump" oder "Readymade" zeugten von der funkensprühenden Kreativität einer Band, die nach vielen Höhen und Tiefen zu sich selbst gefunden hat und auf dem Höhepunkt ihrer Karriere die Korken knallen lässt. Unter den 28 Tracks fanden sich keine Ausrutscher, vielmehr begeisterten die Musiker mit herausragenden Einzelleistungen, die in der Summe und dank hervorragendem Songmaterial, eine der stärksten Rockplatten der vergangenen Jahre zu Tage brachten. Allein die Gitarrenarbeit von John Frusciante deklassierte die Gitarre-spielende Konkurrenz überdeutlich. In den Hitlisten fand die Qualität des Monsterwerks ihre adäquate Übersetzung: In Deutschland schoss das Werk ohne Umwege an die Charts-Spitze und auch in den USA erreichten die vier Musikanten den Spitzenplatz der Albumcharts - und das zum allerersten Mal in ihrer 22jährigen Karriere.