Ray Charles

Ray Charles

Leben & Werk

Der aus Albany, Georgia, stammende Ray Charles Robinson galt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der populären Musik überhaupt. Seine Verbindung von Gospel und Blues machte ihn zum Erfinder des modernen Soul mit all seinen späteren Spielarten. Im Alter von sechs Jahren erblindete der kleine Ray, unter anderem weil sich die weißen Ärzte weigerten, das kranke schwarze Kind zu behandeln. In der St. Augustine School für Blinde und Gehörlose erlernte er das Klavierspiel. Mit 15 wurde Ray Charles nach dem Tod seiner Mutter zur Vollwaise und er begann, in den Kneipen und Clubs Floridas seinen Lebensunterhalt als Musiker zu bestreiten. 1947 zog es ihn in die Metropole Seattle. Mit dem Maxim Trio, das er als Siebzehnjähriger gründete, spielte er entlang der Westküste vornehmlich Musik in der Art von Nat King Cole. Seine ersten, zwischen 1949 und 1952 veröffentlichten Schallplatten “Baby, Let Me Hold Your Hand”, “Confessin’ The Blues” und “Kiss Me , Baby” erschienen auf dem Label Swing Time, dann wechselte Charles zum Major Atlantic – nach, wie man munkelt, zähen Verhandlungen zu Gunsten des zielstrebigen Nachwuchsstars. In den Fünfzigern entwickelte Charles seinen Gesang und sein Klavierspiel zu einer einzigartigen Reife und Unverkennbarkeit. Im November 1954 verschmolz er zum Entsetzen vieler Zeitgenossen, Manager und Kollegen die als unvereinbar geltenden Gegensätze von Blues und Gospel. Aus dem Spiritual “My Jesus IsAll The World To Me” wurde “I Got A Woman”, aus der Kirchenhymne “This Little Light Of Mine” “This Little Girl Of Mine” – ein Frevel. Doch Ray Charles hatte damit musikalische Schranken eingerissen: Jazz, Blues, Gospel, alles war nun offen und vom starren Korsett der jeweiligen Stilschublade befreit. Er gastierte beim Newport Jazz Festival, wo er unter anderem mit den Titeln “Hallelujah, I Love Her So” und “What I’d Say” triumphale Erfolge feierte. Nachdem er 1960 zu ABC Paramount gewechselt war, erweiterte er sein Repertoire um Melodien im Country&Western-Stil. “I Can’t Stop Loving You”, “Unchain My Heart” und “Hit The Road, Jack” verkauften sich millionenfach und wurden zu oft gecoverten Evergreens des modernen Pop, “Georgia On My Mind” gar zur Hymne seines Heimatstaates. Sein Verhältnis zu Georgia war jedoch lange Zeit eher gespannt, hatte die Verwaltung Charles doch auf Grund seiner Hautfarbe und seiner Aktivitäten in der Bürgerrechtsbewegung mit einem Auftrittsverbot belegt. Als Ray Charles 1965 wegen Heroinbesitzes zu fünf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt wurde, schien die Karriere beendet. Charles gestand, seit seinem sechzehnten Lebensjahr drogenabhängig gewesen zu sein – und entzog. Bis weit in die Neunziger gab er mit seinem Orchester und der Gesangsgruppe The Raylettes immer noch bis zu 250 Konzerte im Jahr. Unvergesslich ist auch sein Filmauftritt in “Blues Brothers“, wo er einen – blinden – Musikalienhändler mimte. 2004 wurde er selbst zum Kino-Mythos: Jamie Foxx spielte den Soul-Veteranen, der die Dreharbeiten zu “Ray” noch selbst begleitete, bis er am 10. Juni 2004 an einer Lebererkrankung starb. Er hinterließ 12 Kinder von sieben Frauen und 21 Urenkel.

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