Vom Bodybuilder zum Hollywood-Star: Der ehemalige Mr. Universum hat die Hanteln an den Nagel gehängt und ist heute einer der wenigen deutschen Schauspieler, die sich in der Traumfabrik behaupten konnten.
» Können Sie uns Ihren neuen Film etwas näher beschreiben?
RALF MOELLER: "Pathfinder - Fährte des Kriegers" ist ein klassisches Actionabenteuer. Statt des altbekannten Themas "Cowboy und Indianer" geht es hier um den Kampf zwischen Wikingern und Indianern. Natürlich ist der Film brutal, aber so war das damals eben - 800 Jahre nach Christus.
» Welche Rolle spielen Sie in dem Film?
Ich spiele den Wikinger Ulfar, den Handlager des Anführers Gunnar, dargestellt von Clancy Brown. Ich denke, hinter dem finsteren Aussehen Ulfars steckt ein sensibler Typ, dem gar nichts anderes übrig blieb, als zu kämpfen. Er ist nach Amerika gesegelt und rächt fernab der Heimat seine Leute, die abgemetzelt wurden. Ulfar hat den Auftrag, Ghost, gespielt von Karl Urban, zu töten. Das ist der zentrale Zweikampf des Films.
Und falls sich jemand wundert, unter welchem Wikinger-Helm der Ralf Moeller steckt: Ich bin derjenige, der ein Auge verliert und sich selbst verarztet. Aber mit Erster Hilfe kenne ich mich aus, schließlich bin ich gelernter Schwimmmeister.
» Warum wollten Sie bei "Pathfinder" dabei sein?
Ich wollte gerne mit Regisseur Marcus Nispel zusammenarbeiten. Sein Leinwand-Debüt, das Remake von "Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre" war 2004 im Kino zu sehen. Ich bin mir sicher, Marcus wird noch viele großartige Filme drehen. Da wollte ich von Anfang an mit dabei sein - da muss man als Schauspieler auch mal vorausdenken.
Außerdem fasziniert mich die Kultur der Wikinger. Sie waren nämlich keineswegs nur brutale Kampfmaschinen. Unser heutiges Rechtssystem stammt in seinen Wurzeln von den Wikingern ab: das Recht auf eine faire Anklage und Verteidigung zum Beispiel.
» Verraten Sie uns etwas über die Dreharbeiten?
Auf meine Rolle als Wikinger habe ich mich mit meinem üblichen Training vorbereitet, wie ich es auch bei "Gladiator" oder "The Scorpion King" getan habe. Das Schwierigste war allerdings nicht, mit einem schweren Fellkostüm und einem riesigen Helm durch die Schneewüste Kanadas zu stapfen, sondern die alte Sprache der Wikinger zu lernen. Isländisch ist keine Sprache, die man sich schnell aneignen kann.
» Was macht mehr Spaß - den Helden oder den Bösewicht zu spielen?
Klar, die Helden sind die Guten im Film und jeder mag sie. Aber ohne den Bösewicht fehlt das Salz in der Suppe. Denken Sie nur mal an Anthony Hopkins oder Jack Nicholson. Die beiden haben das Böse salonfähig gemacht. Stellen Sie sich nur mal einen James-Bond-Film ohne einen gewieften Gegenspieler vor. Das wäre übrigens eine Rolle, die mich sehr reizen würde...
» Könnten Sie sich auch vorstellen, mal etwas ganz anderes zu spielen? Vielleicht in einer Komödie?
Neulich habe ich mich Dirk Bach unterhalten. Wir haben gewitzelt, wir beide könnten doch in die Fußstapfen von Arnold Schwarzenegger und Danny DeVito treten und ein Remake von "Zwillinge" drehen...