Vielfach prämierter US-Charakterdarsteller u.a. für seine Titelrollen in "Capote" oder "The Master". Von ungeheurer Präsenz zieht er selbst in... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max12/kuk12/kuk37/u1237141/b150x150.jpg Philip Seymour Hoffman
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Philip Seymour Hoffman

  • Geburtstag
    23.07.1967
  • Geburtsort
    Fairport, New York

Vielfach prämierter US-Charakterdarsteller u.a. für seine Titelrollen in "Capote" oder "The Master". Von ungeheurer Präsenz zieht er selbst in kurzen Auftritten die Szene an sich, denn er macht aus jeder ein Ereignis. Ob Philip Seymour Hoffman als reicher Amerikaner Dickie in "Der talentierte Mr. Ripley" Matt Damon bedrängt, ob er als Reporter in "Roter Drache" Edward Norton nachspürt, ob er im Team der Tornado-Jäger in "Twister" Wirbelstürmen folgt oder sich mit Adam Sandler in "Punch-Drunk Love" ein buchstäbliches Brüllduell liefert: Immer beherrscht er die Szene, schafft ein Kraftfeld um sich. Die Hauptrollen muss der kleine Dicke mit der blassen Haut, den Sommersprossen und den schütteren rötlichen Haaren meist den Kollegen überlassen, aber ohne ihn wären sie ärmer dran. In der Titelrolle besetzte ihn Anderson 2012 in seinem Drama "The Master", wo er als rhetorisch brillanter Sektenführer Lancaster Dodd fasziniert.

Hoffman hat seit seinem Debüt 1991 in über 40 Filmproduktionen mitgewirkt und als Workaholic wie ein Berserker auf dem Theater gespielt und inszeniert. Im Film gehört er zu den ständigen Schauspielern, die für Paul Thomas Anderson seit dessen Regiedebüt "Last Exit Reno" arbeiten: So war Hoffman in "Boogie Nights" das speckige Riesenbaby, das eine schüchterne Liebe zum Pornostar Eddie (Mark Wahlberg) pflegt und verkrampft. In "Magnolia" spielte er den humanen Krankenpfleger, der sich um den sterbenden Magnaten (Jason Robards) kümmert und versucht, ihn wieder mit seinem Sohn (Tom Cruise) zusammenzubringen. In "Punch-Drunk Love" war er der kriminelle Unternehmer, der Adam Sandler reinlegen will.

Hoffmans schauspielerische Spannbreite ist außerordentlich groß: Als Transsexueller in Joel Schumachers "Makellos" lieferte er sich ein Schauspielerduell mit dem "Schwuchteln" hassenden Macho-Nachbarn (Robert De Niro) und lehrte den Cop Toleranz. In "The Big Lebowski" war Hoffman die bebrillte rechte Hand des reichen Lebowski, dessen Handlanger Jeff Bridges den Teppich ruiniert haben, und in Spike Lees "25 Stunden" war er der tumbe Englischlehrer, der mit den Freunden Edward Norton und Barry Pepper durchs nächtliche New York zieht und es ein wenig zu sehr auf den Bauchnabel seiner 17-jährigen Schülerin (Anna Paquin) abgesehen hatte.

Mehrfach, u.a. für den Part des einsamen Nachbarn und Spanners in "Happiness", für Preise nominiert, gewann Hoffman für "Magnolia" und "Der talentierte Mr. Ripley" den Nebendarstellerpreis des National Board of Review. 2003 spielte er in der kanadischen Produktion "Owning Mahowny" eine Hauptrolle: Hoffman machte aus dem höflichen Banker Dan Mahowny, dessen Zahlengenie ihn zu riskanten Geldverschiebungen verleitet und in eine fatale Spielleidenschaft treibt, worüber er seine Braut (Minnie Driver) vernachlässigt, eine der stärksten Charakterdarstellungen über Obsessionen, die je im Kino zu sehen waren.

Für seine Rolle als lispelnder Truman Capote in Bennett Millers Portrait über den amerikanischen Schriftsteller wurde er 2006 mit dem Golden Globe und dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Meisterhaft zeichnete er in "Capote" den rätselhaften, komplizierten Charakter des Autors nach und wurde vom Feuilleton für seine differenzierte Darstellung gelobt.

2009 bezichtigte ihn Meryl Streep als strenge Klosterschulleiterin in "Glaubensfrage" des Missbrauchs an einer Schutzbefohlenen. 2011 warf er sich mit Verve in den US-Wahlkampf. Als Antagonist zu Ryan Gosling ging er in George Clooneys Polit-Drama "The Ides of March - Tage des Verrats" auf Stimmenfang. Die zweite Geige spielt er 2013 in dem Drama "Saiten des Lebens", in dem ein Streichquartett an den Eigenheiten seiner genialen aber egozentrischen Musiker zu zerbrechen droht.

Hoffman ist mit Kostümdesignerin Mimi O'Donnell liiert, mit der er drei gemeinsame Kinder hat.

  • Geburtstag
    23.07.1967
  • Geburtsort
    Fairport, New York
  • Geburtsland
    USA
  • Familie
    Mutter: Marilyn Hoffman O'Connor (Richterin)
    Vater: Name unbekannt (Scheidung 1976)

    Schwestern:
    Jill Hoffman (Dozentin im Gesundheitswesen)
    Emily Hoffman (Hebamme)

    Bruder: Gordy Hoffman (Drehbuchautor)

    Lebenspartnerin: Mimi O'Donnell (Kostümdesignerin)

    Sohn: Cooper Alexander
  • Autogrammadresse
    c/o Phil's Phans
    P.O.Box 249
    Penfield, NY 14526
    USA
  • Links
    http://www.philipseymourhoffman.net/ (Fan-Seite)
Scientology-Drama "The Master" sorgt für Aufregung

Tom Cruise, bekennender Scientologe, habe "The Master" bereits gesehen - was er dazu gesagt hat, bleibt aber geheim...

Großansicht Joaquin Phoenix und Amy Adams in "The Master" (Foto: Weinstein)

Joaquin Phoenix und Amy Adams in "The Master" (Foto: Weinstein)

Paul Thomas Anderson, der Macher von Hits wie "Boogie Nights", "Punch-Drunk Love" und "There Will Be Blood" sorgt mit seinem neuen Film "The Master" schon im Vorfeld für Aufregung. Das Werk, das bei den Filmfestspielen in Venedig gezeigt wurde, erregt die Gemüter mit seinem Thema: Scientology.

Die bei uns höchst umstrittene Sekte ist in Hollywood recht gut besucht - bekanntestes Mitglied ist Tom Cruise, der auch mit Anderson befreundet ist. "The Master" setzt sich in kritischen Bildern mit einer Sekte, die Scientology ähnlich ist, auseinander.

Im Mittelpunkt steht ein junger Herumtreiber (Joaquin Phoenix), der sich von einem charismatischen Intellektuellen und selbsternannten Philosophen (Philip Seymour Hoffman) magisch angezogen fühlt. Von seinen Anhängern lässt er sich "Master" rufen, tritt als Religionsstifter auf und wickelt den jungen Mann mit verwirrenden Psychospielchen inklusive Hypnose um den kleinen Finger.

Harte Psychospiele im Sektengewand

"The Master" findet recht drastische Bilder für die Praktiken, die Sekten wie Scientology anwenden. Direkt mit der Sekte habe dieser Film aber laut Anderson nichts zu tun: "Die Story dreht sich um zwei Typen, die sich sehr schätzen", so der Regisseur. Inspiration für den Sektenguru habe sich Anderson zwar bei Scientology-Begründer John L. Hubbard geholt - aber das sei es auch schon gewesen. "Ich weiß herzlich wenig über Scientology, nur darüber, wie es zu deren Anfangszeiten war. Und da habe ich mich von diesem Mann inspirieren lassen."

Bereits im Vorfeld kamen Gerüchte auf, dass Anderson nun nicht mehr mit Tom Cruise befreundet sei, da dieser den Film ablehne. "Wir sind noch Freunde", so Anderson. Er habe Cruise sogar den Film gezeigt. "Der Rest aber bleibt unter uns", so Anderson.

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