Arnold Schwarzenegger kämpfte in "Total Recall" für die Freiheit des Mars. In der Neuverfilmung, die dieses Jahr in die Kinos kommt, kämpft Colin Farrell lieber für die Freiheit der Erde.
Kämpfen in "Total Recall" auf unterschiedlichen Planeten: Colin Farrell und Arnold Schwarzenegger (Foto: Concorde/Kinowelt)
Wir bemühen unsere totale Erinnerung: Paul Verhoeven inszenierte 1990 mit Arnold Schwarzenegger "Die totale Erinnerung - Total Recall". Der vom späteren Gouvernator dargestellte Bauarbeiter Douglas Quaid lebt ein zufriedenstellendes, aber ereignisloses Leben. Um seine Sehnsüchte nach einer Reise zum Mars und etwas mehr Action im Alltag wenigstens in seinem Kopf auszuleben, sucht er die Firma Rekall Inc. auf, die mit täuschend echten implantierten Erinnerungen wirbt. Es folgt ein Verwirrspiel aus Realität und Illusion, Spionage und Freiheitskampf, in dessen Verlauf Quaid mit Rebellen für die Unabhängigkeit des Mars streitet.
Von der Erinnerung in die Gegenwart, von Arnold Schwarzenegger zu Colin Farrell. 22 Jahre später heißt der Regisseur von "Total Recall" Len Wiseman, bekannt durch die "Underworld"-Filme, und Quaid wird nun durch Farrell dargestellt. Im der offiziellen Inhaltsangabe, die jetzt von Produktionsfirma Sony veröffentlichten wurde, bleiben viele Themen gleich: Auch Farrell sehnt sich nach Abenteuern und sucht deshalb die Traumfabrik Rekall auf. Und auch er gerät nach der Erinnerungs-Injektion zwischen die Fronten von Politik, Polizei und Freiheitskampf. Gemeinsam mit Rebellen - unter anderem Jessica Biel und Bill Nighy - versucht der neue Quaid herauszufinden, was Wirklichkeit und was Fiktion ist - und wer er ist. So weit, so bekannt. Doch tatsächlich fehlt jeder Hinweis auf einen Abstecher zum Mars.
Damit distanziert sich die Neuverfilmung doch ein ganzes Stück vom Schwarzenegger-Blockbuster. Für Fans des Originals sicherlich erst mal schwer zu verdauen. Doch der eigentliche Schwerpunkt von "Total Recall" war nie die Reise zum Mars, sondern die Ungewissheit, ob die Handlung vom Protagonisten wirklich erlebt oder nur geträumt wird. Kein Wunder, denn schließlich stammt die literarische Vorlage "Erinnerungen en gros" aus der Feder von Philip K. Dick.
Der Zweifel an der Realität war eines der Lieblingsthemen des 1982 verstorbenen Autors. Auch die auf seinen Geschichten basierenden Filme "Blade Runner" und "Minority Report" lassen Hauptfiguren und Publikum im Unklaren, ob sich nicht vielleicht noch eine weitere Wahrheit hinter dem Gesehenen verbirgt.