Peter O'Toole

Peter O'Toole

Leben & Werk

Irischer Schauspieler und Golden-Globe-Preisträger. Er wurde als exzentrischer und ambivalenter Titelheld in David Leans Jahrhundertfilm und monumentalem Wüstenepos “Lawrence von Arabien” 1962 über Nacht zum Weltstar und bekräftigte diesen Status mit vielseitigen Rollen in Komödien (“Was gibt’s Neues, Pussy?“, “Wie klaut man eine Million”), Dramen (“Der Löwe im Winter“, “Becket”), Literaturverfilmungen (“Lord Jim”) und Thrillern (“Die Nacht der Generäle”). Über Jahrzehnte war Peter O’Toole ein international begehrter Superstar, der bizarre, grotesk, nachdenkliche und integere Figuren verkörperte. Nach beruflichen und gesundheitlichen Tiefs erlebte er 1987 als englischer Privatlehrer des chinesischen Kaisers in Bernardo Bertoluccis Meisterwerk “Der letzte Kaiser” ein triumphales Comeback als Gentleman mit Charakter, Ironie und Understatement. Er setzte seine Karriere in Royalty-Komödien (“King Ralph”), in Historienfilmen als König Priamos (Wolfgang Petersens “Troja”, 2004) und Kaiser Augustus in einer TV-Produktion fort. Peter O’Toole war acht Mal für den Oscar nominiert, ist damit in der Kategorie Bester Hauptdarsteller der am meisten nominierte und nie ausgezeichnete Schauspieler. 2003 erhielt er den Ehren-Oscar. Im Alter von 81 Jahren starb er nach langer Krankheit in einem Londoner Krankenhaus.

Peter Seamus O’Toole wurde 1932 in Connemara, Galway als Sohn eines Buchmachers geboren und wuchs in Leeds, Yorkshire auf. Weil ihm Nonnen in der Konventschule die Linkshändigkeit austreiben wollten, verließ er die Schule, arbeitete als Laufbursche und Hilfsreporter bei der “Yorkshire Evening News”. Mit 17 Jahren verkündete er: “Ich werde kein gewöhnlicher Mann bleiben.” Nach dem Militärdienst 1950-52 bei der Marine zog es ihn zur Schauspielerei. Er erhielt ein Stipendium bei der Royal Academy of Dramatic Arts und war von 1954-58 Mitglied der Bristol Old Vic Company, wo er 73 Rollen von Shakespeare bis zur Moderne spielte und als “Hamlet” reüssierte. 1959 wurde er für das Anti-Kriegs-Stück “The Long and the Short and the Tall” zum Schauspieler des Jahres gekürt, gab im selben Jahr sein Kinofilmdebüt in “Entführt”.

Der blonde und blauäugige O’Toole wird als “Lawrence von Arabien” populär und durchlebt wie seine ebenfalls aus einfachen Verhältnissen stammenden Generationskollegen Richard Harris und Richard Burton, mit dem er sich in “Becket” als Heinrich II. ein tolles Schauspielduell liefert, die 60er -Jahre als wilde Zeit mit Drogen, Alkohol und Partys. Er spielt, wieder als Heinrich II., in “Der Löwe im Winter” Katherine Hepburn, Anthony Hopkins und Timothy Dalton an die Wand und überzeugt als schüchterner Lehrer in “Goodbye, Mr. Chips“. 1972 wagt er sich als Don Quixote ans Musical und singt in “Der Mann von La Mancha” mit Sophia Loren. In den 70er-Jahren kämpft er mit Alkoholsucht und übersteht eine schwere Magen-Darm-Operation. 1979 distanziert er sich wegen hineinmontierter Hardcore-Szenen von Tinto Brass’ Skandalfilm “Caligula”, wo er Kaiser Tiberius spielte. Zu O’Tooles packendsten Rollen zählt der Filmregisseur Cross, der in “Der lange Tod des Stuntman Cameron” (1979) alle um sich herum lustvoll manipuliert. In seinen letzten Rollen verkörperte er alternde Schauspieler, Showmaster und Patriarchen.

Im Lauf seiner Karriere war Peter O’Toole für über 60 Filmpreise nominiert, gewann mehr als 20, darunter vier Golden Globes (“Lawrence”, “Becket”, “Löwe”, “Mr. Chips”), Emmy Award (“Jeanne d’Arc – Die Frau des Jahrtausends”) und vier Mal den David di Donatello (u.a. “Der letzte Kaiser”).

Peter O’Toole veröffentlichte 1992 und 1996 die Autobiographien “Loitering with Intent: the Childhood” und “Loitering with Intent: the Apprentice”.

Peter O’Toole war 1959 – 1979 mit der walisischen Schauspielerin Sian Philips (“Unter dem Milchwald”) verheiratet, mit der er die Töchter Kate und Pat hat, beide Schauspielerinnen. Aus der Beziehung mit US-Model Karen Brown stammt Sohn Lorcan O’Toole, Schauspieler (“In Time”).

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