Schottischer Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor. Als Regisseur Gewinner des Goldenen Löwen von Venedig für das Drama "Die unbarmherzigen... - Foto: http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz37/z0237520/b150x150.jpg Peter Mullan

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Peter Mullan


  • Geburtstag
    02.11.1959
  • Geburtsort
    Peterhead, Schottland

Schottischer Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor. Als Regisseur Gewinner des Goldenen Löwen von Venedig für das Drama "Die unbarmherzigen Schwestern" (2002), machte sich der schottische Schauspieler Peter Mullan mit Rollen aufbrausender, launischer und unberechenbarer britischer, irischer und schottischer Arbeiter, Schiffer und Politiker einen Namen. Für Ken Loach spielte er 1991 in "Riff-Raff" einen Maurer auf einer Dauerbaustelle, und 1998 den Ex-Alkoholiker Joe, der in "My Name is Joe" als Coach einer Fußballmannschaft in Glasgow und durch die Beziehung zu einer Sozialarbeiterin zu sich findet. In internationalen Produktionen war Mullan in Mel Gibsons Epos "Braveheart" (1995) als schottischer Rebell, und als Odoaker, Führer der germanischen Ostgoten, im Epos "Die letzte Legion" (2007) zu sehen. In der TV-Dokufiktion "The Trial of Tony Blair" (Channel Four, 15.1. 2007) verkörperte er den damaligen Oppositionsführer (und heutigen Premierminister) Gordon Brown.

Peter Mullan wurde 1959 in Petershead geboren. Er wuchs in krimineller Nachbarschaft auf, lernte die Spielregeln und betrachtet bis heute Manager in Hollywood und anderswo als die wahren Verbrecher. Mit 14 Jahren soll er versucht haben, den Vater zu töten. Mit 19 Jahren entdeckte er Interesse an der Regie, wurde aber nicht an der National Film School zugelassen. Er arbeitet seit 1988 für Theater und Fernsehen, seit 1990 in Kinofilmen, unter anderem in Danny Boyles "Kleine Morde unter Freunden" (1995) und "Trainspotting" (1997).

Mullan inszenierte drei Kurzfilme, dann den Spielfilm "Orphans", eine tragikomische Familiengeschichte um vier Geschwister, die in einer atemlosen Nacht in Glasgow zwischen Trauerfeier für die Mutter, Kneipenschlägerei und Kirche pendeln. "Orphans" erhielt 1998 vier Preise in Venedig und den Großen Preis in Gijon. Aufsehen erregte Mullan mit "Die umbarmherzigen Schwestern", der die körperlichen und seelischen Qualen schildert, die junge irische Frauen in den 60er-Jahren in einem katholischen Erziehungsheim der Magdalenen-Schwestern durch sadistische Nonnen erleben. Der Film wurde von Radio Vatikan und der katholischen Medienorganisation Signis als antikirchlich angegriffen.

Zu Mullans Rollen gehören der patriarchalische Bürgermeister in Michael Winterbottoms Schnee-Western "Das Reich und die Herrlichkeit" (2000), der Kapitän des Kohle-Lastkahns, der in David MacKenzies Drama "Young Adam" (2003) von der Gattin (Tilda Swinton) mit einem Streuner (Ewan McGregor) betrogen wird, und der durch Osteuropa irrende Familienvater in "Kiss of Life" (2003). Mullan ist im Horror-Thriller "Cargo" (Spanien 2005) Kapitän eines abgetakelten Kutters, Bootsmann im Schmugglerdrama "True North" (2006) und Bewährungshelfer des Helden in "Boy A" (2007). Er war in der Krimiserie "The Fixer" dabei, jagte im Thriller "Nineteen Eighty" den Serienkiller von Yorkshire. In der Politkomödie "Stone of Destiny" (2008) ist er Vater des Mannes, der den sagenhaften Stein von Scone aus England nach Schottland zurückbringt, im Biopic "Connolly" (2008/09) der schottisch-stämmige irische Politiker James Connolly.

Peter Mullan wurde 1998 für "My Name is Joe" als Bester Darsteller in Cannes, in Valladolid und bei den Empire Awards ausgezeichnet.

Peter Mullan heiratete 1989 Ann Swan, hat mit ihr drei Kinder und lebt von ihr getrennt.

  • Geburtstag
    02.11.1959
  • Geburtsort
    Peterhead, Schottland
  • Geburtsland
    Großbritannien

Skandal um die Biennale in Venedig

Die Kirchenschwestern führen ein unbarmherziges Regiment

Die Kirchenschwestern führen ein unbarmherziges Regiment

Das letzte Champagnerglas war noch nicht geleert, da verwandelte sich der große Triumph in einen handfesten Skandal: Der britische Regisseur Peter Mullan schildert in seinem "Magdalene Sisters" das Leiden junger Mädchen in einem katholischen Erziehungsheim - und das derart kunstvoll und eindringlich, dass ihn die Jury der 59. Filmfestspiele in Venedig dafür mit dem Goldenen Löwen für den besten Film auszeichnete.

Doch im Vatikan gehen die Wächter der abendländischen Moral deswegen auf die Barrikaden: Der Film sei "historisch nicht korrekt". Die Jury der Biennale setze mit dieser Entscheidung ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel und riskiere den Status der gesamten Festspiele.

Mullan wies diese Drohung zurück: Nicht der Film sei ein Skandal, sondern das, was die katholische Kirche in Irland getan hat. Auch Festival-Direktor Moritz de Hadeln schloss sich Mullans Meinung an: Schon die Boxofficezahlen von "Magdalene Sisters" zeigten, dass das italienische Kinopublikum genauso denke.

Der Film stellt dar, wie ein katholisches Konvent auf die schiefe Bahn geratene Mädchen und Frauen mit höchst zweifelhaften Methoden "wieder auf den rechten Weg bringt."



Die wichtigsten Preisträger der 59. Biennale in Venedig:

Keine Auszeichnungen gab es für die deutschen Beiträge "Nackt" und "Führer Ex". Auch der US-Blockbuster "Road to Perdition" mit Tom Hanks und Paul Newman ging überraschend leer aus.


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