Fußball spielt eine der Hauptrollen in seinem Leben. Insofern war der lange schlaksige Peter Lohmeyer für Regisseur Sönke Wortmann die... - Foto: http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz50/z0250439/b150x150.jpg Peter Lohmeyer

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Peter Lohmeyer


  • Geburtstag
    21.01.1962
  • Geburtsort
    Niedermarsberg

Fußball spielt eine der Hauptrollen in seinem Leben. Insofern war der lange schlaksige Peter Lohmeyer für Regisseur Sönke Wortmann die Idealbesetzung in "Das Wunder von Bern", in dem Lohmeyer einen Kriegsheimkehrer spielte, der erst 1954 seinen Sohn (Lohmeyers eigener Nachwuchs) kennen lernt: Parallel zum Weg der deutschen Mannschaft ins Finale der Weltmeisterschaft (3:2 gegen Ungarn) fällt auch die Entscheidung zwischen Vater und Sohn.

Lohmeyers Spitzname war Schalke, weil er nach dem Umzug der Eltern von Hagen nach Stuttgart dort in der Jugend das "ehrliche Trikot" seines Vaters trug, der für die Kicker von Gelsenkirchen ein Faible hatte. Das hinderte ihn nicht, in der C-Jugend des VfB Stuttgart zu spielen. Aber Schalke ist seine Mannschaft geblieben. Darüber spricht er gern, weshalb er von der Presse mitunter als "Stan Libuda des deutschen Films" bezeichnet wird.

Peter Lohmeyer ist im Film einer, der locker seinen Kollegen Manfred Krug (in Frank Beyers "Abgehauen"), einen Kommissar mit Fahrplantick ("Zugvögel"), einen Autoschieber ("Bunte Hunde") oder einen wortkargen Trucker ("Pauls Reise") spielt. Programmatisch sein Kommissar in "Zugvögel", der ihm den Bundesfilmpreis 1998 einbrachte: Der verfolgt einen möglichen Mörder (Joachim Król) bis in den Norden Finnlands, steht auf dem Bahnhof von Inari wie die Westerner in der Ouvertüre von "Spiel mir das Lied vom Tod" (einschließlich Fliege) und lässt die Handschellen zuschnappen: cool, hart und kompromisslos. Im Krimi "Die Mutter des Killers" war er ein tot geglaubter Schriftsteller, der sich selbst in den Fuß schießt, in "Der Pirat" Drogendealer mit Afro-Look, in "Die Eroberung der Mitte" Psychotherapeut mit Durchblick. Der Lange aus Hagen kriegt den Schlangenblick von Nicolas Cage oder die Melancholie von Robert De Niro hundertprozentig hin, der Titel "Einer meiner ältesten Freunde" (Rainer Kaufmann, 1994) trifft die Sache perfekt. Zu Lohmeyers Feldtouren zählen die Drifter aus "Tiger, Löwe, Panther" und "Spieler", der Assistent in einigen "Bella Block"-Krimis und eine eher ungewöhnliche Kostümrolle in "Kaspar Hauser". Zu seinen nachhaltigsten Rollen gehört der schweigsame Trucker in "Pauls Reise", der durch den heimlich mitgefahrenen Sohn ein anderer Mensch wird.

Ende der neunziger Jahre wurde Lohmeyer, der u.a. in Argentinien und Irland drehte, zu einem "kleinen Star" in Kuba. Auf der Zuckerrohrinsel drehte er mit Regisseur Daniel Diaz Torres die dortigen Publikumserfolge "Kleines Tropikana" (als Detektiv auf Spurensuche in Havanna, der mit Engelsflügeln und Schnapsflasche im Arm als Leiche endet) und "Der Cuba Coup" (als mit der falschen Identität eines schwedischen Professors untergetauchter Kleingauner, der in Konflikte mit der lokalen Unterwelt gerät). Er schrieb eigene Artikel über Kuba in der "Süddeutschen Zeitung". Für die Filme "Die Mutter des Killers", "Bunte Hunde" und "Der Cuba Coup" arbeitete er als Koproduzent mit seiner 1994 gegründeten Firma Glückauf Film.

Ende 2003 wurde er von "Zugvögel"-Regisseur Peter Lichtefeld wieder auf Reisen geschickt: In "Playa del futuro" verfolgt Lohmeyer, der auch als spießiger Ehemann ("Cowgirl") und Oberkommunarde mit Langhaar-Perücke ("Am Tag als Bobby Ewing starb") zu sehen war, einen angeblichen Freund nach Spanien, weil der ihm seine Steuerschulden aufgebürdet hat. In Andalusien findet Lohmeyers sympathischer Loser neben einer Reihe gestrandeter Persönlichkeiten schließlich auch sein Glück.

  • Geburtstag
    21.01.1962
  • Geburtsort
    Niedermarsberg
  • Geburtsland
    BRD
  • Familie
    Vater des Schauspielers Louis Klamroth

99 Filme halten Hof

Wer in Bayern lebt, der kennt Hof in erster Linie aus dem Wetterbericht. Aus unerfindlichen Gründen ist's dort immer zwei bis drei Grad kälter als im restlichen Bundesland - was Hof nicht gerade zum bevorzugten Reiseziel macht. Ende Oktober wendet sich das Blatt seit nunmehr 41 Jahren. Die Hofer Filmtage lassen Minusgrade und Nieselregen zur Randerscheinung werden.

Kommt nach Hof: Dem in Hongkong geborenen und in den USA lebenden Regisseur Wayne Wang ist die diesjährige Retrospektive gewidmet. (Foto: Hofer Filmtage)

Kommt nach Hof: Dem in Hongkong geborenen und in den USA lebenden Regisseur Wayne Wang ist die diesjährige Retrospektive gewidmet. (Foto: Hofer Filmtage)

Dem anhaltenden Erfolg der Hofer Filmtage wird in diesem Jahr durch einen zusätzlichen Tag Rechnung getragen: Ab Dienstag den 23. Oktober läuft eine Auswahl von 69 Lang- und 30 Kurzfilmen, nationale wie internationale Produktionen, die zum Ende des Jahres einen umfangreichen Ausblick auf das Filmschaffen werfen.

Eröffnet werden die diesjährigen Filmtage mit dem neuen Film "Mondkalb" von Sylke Enders, die bereits mit ihrem Erstling "Kroko" 2003 in Hof einen Überraschungserfolg landete. Sie erzählt von Alex (Juliane Köhler), die nach ihrem Gefängnisaufenthalt in eine Kleinstadt flüchtet, auf der Suche nach einem Neuanfang.

Martin Theo Krieger zeigt "Beautiful Bitch", eine Geschichte über eine Kleinkriminelle aus Bukarest, die im Spannungsfeld zwischen Freiheit, Wohlstand im Westen und polizeilicher Verfolgung ein gefährliches Dasein fristet.

Mit zwei Filmen zu Gast auf den Filmtagen: Rosa von Praunheim (Foto: Hofer Filmtage)

Mit zwei Filmen zu Gast auf den Filmtagen: Rosa von Praunheim (Foto: Hofer Filmtage)

Zeitreise mit Dominik Graf

Dominik Graf begibt sich mit seiner Verfilmung von "Das Gelübde" auf eine Reise ins 19. Jahrhundert: Der Künstler und Lebemann Clemens von Brentano (Misel Maticevic) reist nach einer Lebenskrise an das Krankenlager der Nonne Anna Katharina Emmerich (Tanja Schleiff), an deren Körper sich die Wundmale Christi zeigen. Volker Einrauch kommt mit seinem Drama "Der andere Junge" mit Peter Lohmeyer in einer Hauptrolle, Andreas Kleinert mit "Freischwimmer", in dem August Diehl und Fritzi Haberlandt spielen.

Rosa von Praunheim ist gleich mit zwei Filmen vertreten: Er tritt mit "Meine Mütter - Spurensuche in Riga" die Suche nach seiner Herkunft an und begleitet mit "Mit Olga auf der Wolga" eine Flussfahrt von Moskau nach St. Petersburg. Ihre ersten Spielfilme präsentieren Hagen Keller mit "Meer is nich", ein Jugenddrama, und Heiko Aufdermauer mit "Zeit der Fische", eine zarte Liebegeschichte. Auch Maria Schrader zeigt ihre erste Regiearbeit "Liebesleben": Für Jara, eine Frau, die alles hat und glücklich ist, wird die Begegnung mit dem älteren Arie schicksalhafte Folgen haben.


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