Vom gefragten Schauspieler in zahlreichen Nebenrollen entwickelte sich Peter Berg zum Regisseur von Krimis und Action-Komödien. Der 1964 in Chappaqua, New York, geborene Berg stieg als Produktionsassistent in die Filmbranche ein, debütierte in Nebenrollen von Thrillern wie Wayne Wangs "Slam Dance" und bekam seine erste Hauptrolle in dem Horrorfilm "Shocker" von Wes Craven, wo er als Sohn eines Polizeileutnants ins Energiefeld eines hingerichteten Massenmörders gerät. Zu Bergs markanten Nebenrollen gehören der junge Liebhaber, den sich die mit der Beute geflohene Arztgattin (Linda Fiorentino) in "Die letzte Verführung" gönnt, der Polizist, der in "Cop Land" im Kreis seiner Kollegen aus der Vorstadt die Affäre mit der Frau (Cathy Moriarty) seines Chefs (Harvey Keitel) genießt, und der Mafia-Sohn in "Mister Undercover", der mitsamt Bruder und Vater (Peter Falk) vom als Arzt tätigen Bruder vor dem Gefängnis bewahrt werden soll.
1998 debütierte Berg mit der schwarzen Krimisatire "Very Bad Things" als Drehbuchautor und Regisseur. Die teilweise zynischen und brutalen Töne des Erstlings gehen auf das Konto einer Story, in der der junge Kyle von seinen vier Kumpeln vor der Hochzeit mit Laura (Cameron Diaz) auf eine Junggesellenparty entführt wird: In Las Vegas kommen aus Versehen ein Wachmann und das angeheuerte Partygirl zu Tode. Beim Versuch, ihre Leichen zu beseitigen, geraten die Freunde aneinander und erleben in der Wüste und im Finale bei der Hochzeit einige Überraschungen.
Bergs zweiter Spielfilm wurde 2003 die im brasilianischen Urwald spielende (und auf Hawaii gedrehte) turbulente Actionkomödie "Welcome to the Jungle", die den aufsteigenden Star Dwayne "The Rock" Johnson ("The Scorpion King") als Nachfolger von Arnold Schwarzenegger aufbauen soll, der ihm im Cameo-Auftritt in einer symbolischen Szene mit "Have Fun" die Actionkrone übergibt. Johnson spielt den ohne Waffen arbeitenden Kopfgeldjäger Beck, der als Schuldeneintreiber selbst in der Kreide steckt und im Dschungel Brasiliens den als Schatzsucher tätigen missratenen Sohn (Seann William Scott) des Unterweltbosses Walker aufspüren und zurückbringen soll, was zu Abenteuern mit der sexy Rebellenführerin Mariana (Rosario Dawson), dem kauzigen Goldminenbesitzer Hatcher (Christopher Walken), dessen Privatarmee und Eingeborenen führt.
2004 inszenierte er den Football-Film "Friday Night Lights", der in Amerika zu einem Überraschungserfolg wurde, es allerdings in Deutschland trotz Starbesetzung (Billy Bob Thornton als Coach Gaines) nicht in die Kinos schaffte. Als Ex-Bulle "Pistol" Pete Deeks begegnete er dem Publikum in Joe Carnahans "Smokin' Aces". Er beteiligt sich in dem spannenden hochkarätig besetzten Verfolgungsthriller bei der Jagd nach einen vom FBI geschützten Kronzeugen. Seine vierte Regiearbeit "Operation: Kingdom", die er auch mitproduzierte, drehte er 2007 ab. Der patriotisch eingefärbte Actionfilm mit Starbesetzung (Chris Cooper, Jamie Foxx und Jennifer Garner) handelt von einem Antiterroreinsatz des US-Militärs, nachdem ein terroristisches Attentat auf Ausländer in Saudi-Arabien verübt worden ist. 2008 wird seine Komödie "Hancock", in dem Superstar Will Smith einen abgedankten Superhelden darstellt, auf der Leinwand erschienen.
Mark Wahlberg soll "Der einzige Überlebende" sein
Wenn der Staub sich wieder gelegt hat, will Regisseur Peter Berg nur noch Mark Wahlberg sehen: Der soll sich für ihn durch den Afghanistan-Actioner "Lone Survivor" kämpfen.
Großansicht
"The Shooter" Mark Wahlberg soll erneut einen Elite-Soldaten spielen (Foto: Universal)
Die US-Eliteeinheit der Navy-SEALs ist wieder schwer angesagt. Die amerikanischen Kinocharts führt "Act of Valor" an, hier enttarnen die Supersoldaten eine Verschwörung gegen die USA und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow ("The Hurt Locker") spielt mit der Einheit Team Six "Kill Bin Laden" nach.
Regisseur Peter Berg ("Hancock", "Battleship") ist sich sicher, dass der Trend noch stärker wird und möchte aufspringen. Dafür will er die "Contraband"-Stars Mark Wahlberg und Ben Foster möglichst schnell in Kampfanzüge stecken und an den Hindukusch verfrachten.
"Lone Survivor" erzählt die Geschichte der SEAL-Mission "Redwing", die der damalige Teilnehmer Marcus Luttrell aufgeschrieben hat. 2005 sollten vier der Elitesoldaten nahe der pakistanischen Grenze einen Al-Quaida-Anführer festnehmen und notfalls liquidieren.
Hollywood liebt Helden in Uniform
Die Soldaten gerieten in einen Hinterhalt und 24 Stunden später war nur noch Luttrell am Leben, der sich vier Tage lang erfolgreich seiner Haut wehrte - Stoff, aus dem Hollywood nur zu gern patriotische Heldengesänge anstimmt.
Peter Berg, der zur Vorbereitung bereits einen Monat mit Navy SEALs im Irak verbracht hat, möchte im Frühjahr mit "Lone Survivor" loslegen. Allerdings hat Mark Wahlberg noch nicht unterschrieben. Er möchte eigentlich den Thriller "Headhunters" von Jo Nesbø für den US-Markt neu verfilmen. Das norwegische Original kommt bei uns am 15. März in die Kinos.