Pedro Almodóvar

Pedro Almodóvar

Leben & Werk

Er machte Antonio Banderas, Carmen Maura und Victoria Abril zu Stars. Er schuf mit seinen Filmen ein eigenständiges Universum, das mit schrägen, schrillen und provozierenden Szenefilmen aus der Madrider Subkultur begann und sich zu einer stilbewussten Mischung aus Melodram, Screwball Comedy, Tragödie und Groteske entwickelte. Das barocke, exzentrische Kino von Pedro Almodóvar erreichte 1999/2000 mit “Alles über meine Mutter“, der mit mehreren Preisen, u.a. dem Oscar als bester ausländischer Film ausgezeichnet wurde, einen ersten Höhepunkt. Die Geschichte einer Mutter, die nach dem Tod ihres Sohnes nach ihren Wurzeln sucht und im Prostituiertenmilieu von Barcelona eine eigene Familie um sich schart, war zugleich Rückkehr Almodóvars zum Lebensgefühl seiner Anfänge.

Damals arbeitete er in Madrid in der Verwaltung der spanischen Telefongesellschaft und wurde noch in der Franco-Ära ein Star der avantgardistischen, schwulen und transsexuellen Szene, in der er als Filmstatist jobbte, Mitglied der Theatergruppe “Los Goliardos” war, Kurzfilme drehte, Texte für Fotoromane schrieb, Kurzgeschichten um die legendäre Figur der “Patty Diphusa” erfand, eine Punk-Rock-Gruppe gründete, sang und in spektakulären Live-Shows auftrat. Mit Geld von Carmen Maura, die bis 1988 zum Clan um Almodóvar gehörte und dann für drei Filme von Victoria Abril abgelöst wurde, entstand mit “Pepi, Luci, Bom und andere Mädchen aus dem Haufen” 1980 Almodóvars erster Spielfilm, geboren aus der “movida madrilena”, der Jagd nach einem neuen Lebensgefühl nach Francos Tod. Almodóvars frühe Filme provozieren mit exotischen Charakteren, exzentrischen Bonbonfarben und einem Feuerwerk absurd-grotesker Einfälle.

“Das Gesetz der Begierde”, eine schwule, tödlich endende Liebesgeschichte, brachte Almodóvar den nationalen, die turbulente Genremixtur “Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs” den internationalen Durchbruch. In “Fessle mich!” entführt Antonio Banderas die Pornodarstellerin Victoria Abril, um sie zu zähmen, in “High Heels” leidet Abril an ihrem Mutterkomplex, und in “Kika” spielt sie eine Medienfrau mit Kamerakopf. Almodóvars Neigung zum Melodramatischen wurde in seinem ersten “erwachsenen” Film, “Mein blühendes Geheimnis” offenbar, in dem Marisa Paredes als Kitschromanautorin eine neue Identität sucht. Er verfeinerte von Film zu Film seinen Stil und schuf mit “Live Flesh”, sehr frei nach einem Roman von Ruth Rendell, eine verwegen komplizierte Vierecksbeziehung, die sich in die Tradition von Luis Bunuel und Rainer Werner Fassbinder stellt.

Im Anschluss verfilmte Almodóvar mit “Alles über meine Mutter” abermals ein eigenes Drehbuch: Der vielfach ausgezeichnete Film wurde eines seiner persönlichsten Werke, das sich trotz der für Almodóvar typisch verwickelten Situationen aufrichtig mit den emotionalen Probleme seiner Hauptfiguren auseinandersetzt. Ebenfalls mit Preisen überhäuft wurde der nächste Streich des Spaniers, “Sprich mit ihr – Hable con ella“. Neben zahlreichen europäischen Auszeichnungen erhielt Almodóvar 2003 für “Sprich mit ihr” einen Oscar für das beste Originaldrehbuch – während Spanien darauf verzichtet hatte, den Film für die Kategorie “Bester fremdsprachiger Film” einzureichen.

“La Mala Educacíon – Schlechte Erziehung”, Eröffnungsfilm Cannes 2004, ist Almodóvars neben “Matador” düsterster Film, verstörender Thriller, und der Film, der Gael García Bernal zum Weltstar machte. Mit “Volver” (2006) gab sich Almodóvar gelöst wie in seinen frühen Arbeiten und holte sich für seinen übermütigen Frauenfilm in Cannes den Preis für das Beste Drehbuch. In “Volver”, der auch den Preis für das Beste weibliche Ensemble erhielt, trat nach fast zwanzig Jahren erstmals wieder Carmen Maura in einem Film von Almodóvar auf.

Um seine ureigene Mischung aus Tragödie, Leidenschaft, Trivialem und Absurd-Komischem finanziell stabil entwickeln zu können, gründete Almodóvar 1985 mit seinem Bruder die Produktionsfirma “Deseo Films” in Madrid.

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