Amerikanischer Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. Er war einer der ersten, der Computer- und Videogamespiele adaptierte ("Mortal Combat", "... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max10/kuk10/kuk36/u1036096/b150x150.jpg Paul W.S. Anderson

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Paul W.S. Anderson


  • Bürgerlicher Name
    Paul William Scott Anderson
  • Geburtstag
    04.03.1965
  • Geburtsort
    Newcastle-upon-Tyne

Amerikanischer Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. Er war einer der ersten, der Computer- und Videogamespiele adaptierte ("Mortal Combat", "Resident Evil") und er gab den Anstoß für erfolgreiche Science-Fiction-Horror-Fantasy-Action-Filmreihen ("Resident Evil", "Alien vs. Predator", "Death Race"). Der Brite Paul W.S. Anderson inszeniert, schreibt und produziert meist den ersten Film des jeweiligen Franchise und überlässt die Regie der Sequels anderen, so bei "Resident Evil". Andersons Filme zeichnen sich durch schnelle Montage, effektive Actionszenen und ein Produktionsdesign aus, das ihnen eine außergewöhnliche, durch Farbdramaturgie und Lichtsetzung bestimmte düstere Atmosphäre verleiht. Sie spielen häufig in klaustrophobischen unterirdischen Labyrinthen, wo Powerfrauen wie Milla Jovovich und Michelle Rodriguez gegen Zombies und Monster kämpfen: Stylisher Horror im High-Tech-Ambiente. 2010 begann Anderson in den Münchner Bavaria Studios mit den Dreharbeiten zum klassischen Abenteuerfilm "The Three Musketeers in 3D", eine deutsch-französisch-britische Koproduktion mit Milla Jovovich, Orlando Bloom, Mads Mikkelsen und Oscar-Preisträger Christoph Waltz.

Paul William Scott Anderson wurde 1965 in Newcastle-upon-Tyne geboren, wo er aufwuchs und in jungen Jahren Interesse für die Filmindustrie entwickelte. Er studierte an der Warwick University, wo er 1985 seinen Abschluss in Literaturwissenschaft und Film machte. Er blieb in Warwick und war 1986 der jüngste Student, der seinen Abschluss als Master of Business Administration machte. Während des Studiums schrieb er Drehbücher, war einer der Autoren der TV-Polizeiserie "El C.I.D." (1989-92), inszenierte den Kurzfilm "Speed" und mit "The Spiral Cage" eine Dokumentation über Spina bifida (Offener Rücken). 1992 gründete er mit seinem Partner Jeremy Bolt die Firma Impact Pictures Ltd. mit Sitz in Los Angeles, die mit der deutschen Constantin-Film von Bernd Eichinger zusammenarbeitet und die Videogame Adaptionen "Resident Evil" und "D.O.A." produzierte.

Andersons erster Spielfilm, "Shopping" (1994, mit Jude Law und Sadie Frost), wurde von Channel Four produziert. Das meist nachts spielende Drama um eine Diebesbande, die mit dem Auto Fensterscheiben rammt, enthält bereits typische Merkmale der späteren Filme. Die Videogame-Adaption "Mortal Combat" (1995, mit Christopher Lambert) wurde mit 150 Mio. Dollar ein Kassenerfolg. Dagegen blieben der in einem verlassenen Raumschiff spielende SF-Thriller "Event Horizon" (mit Laurence Fishburne und Sam Neill) und der Actionfilm "Star Force Soldier" (mit Kurt Russell und Jason Scott Lee) hinter den Erwartungen zurück. Um nicht dauernd den Frosch-Regen aus "Magnolia", Drama seines Regiekollegen Paul Thomas Anderson, erklären zu müssen, führt Anderson seit 2000 die mittleren Initialen W.S. im Namen.

2002 stellte sich mit dem wieder nach einer Videogame-Reihe entstandenen "Resident Evil", der in einem unterirdischen Labyrinth und Genlabor spielt, erneut Erfolg ein. "Resident Evil Apocalypse" (2004, Produktion) spielt in einer von Zombies beherrschten Stadt, "Resident Evil: Extinction" (2007) in einer "Mad Max"-Wüste. Milla Jovovich spielte die Hauptrollen. 2004 belebte Anderson das SF-Horrorgenre und führte mit "Alien vs. Predator" die beliebtesten Monster der Filmgeschichte in einen Kampf der Titanen. 2008 inszenierte er mit Jason Statham in der Hauptrolle den Actionhammer "Death Race", ein in einem Hochsicherheitsgefängnis spielendes mörderisches Autorennen und Remake des Road Movies "Frankensteins Todesrennen". 2011 steht "Death Race 2" an.

Anderson wurde für "Event Horizon" auf dem Fantasy Filmfest in Brüssel 1998 mit

dem Pegasus Award ausgezeichnet und erhielt 2005 für "Resident Evil: Aocalypse" den Golden Reel Award des Genie Award.

2002 lernte Anderson auf dem Set von "Resident Evil" Milla Jovovich kennen, mit der er seit 2002 verlobt war und die er 2009 heiratete. Das Paar hat seit 2007 eine Tochter. (geh)

  • Bürgerlicher Name
    Paul William Scott Anderson
  • Geburtstag
    04.03.1965
  • Geburtsort
    Newcastle-upon-Tyne
  • Geburtsland
    Großbritannien

"Es gibt hier keinen CG-Bullshit"

Paul W.S. Anderson gilt als einer der profiliertesten Genreregisseure der Welt. Mit seinem Partner Jeremy Bolt betreibt er Impact Pictures. Mit ihr verantwortet er u.a. die "Resident Evil"-Reihe. Nach einem neuen "Resident Evil"-Film und "Die drei Musketiere" wagt er sich mit "Pompeii" an sein bisher aufwendigstes Filmprojekt.

Großansicht Keine unnötigen Spielereien in "Die drei Musketiere"! (Foto: Constantin)

Keine unnötigen Spielereien in "Die drei Musketiere"! (Foto: Constantin)

Ihre "Drei Musketiere" sind nicht unbedingt eine buchstabengetreue Version des Dumas-Romans.
PAUL W.S. ANDERSON: Ich bin mit Richard Lesters Version aufgewachsen, die die Vorlage sehr getreu adaptiert. Wenn ich eine getreue Bearbeitung sehen möchte, dann schaue ich mir sie an. Aber jede Generation bekommt ihre Version des Stoffes. Und so wollte ich einen hyperrealen Film machen, der auf das "Fluch der Karibik"-Publikum abzielt. Hätte man die "Fluch"-Filme als pure Piratenabenteuer angelegt, hätten sie wohl nicht funktioniert. Stattdessen bekamen sie ein Element der Magie - wir haben zwar keine Magie, aber dafür die Technologie von Leonardo Da Vinci. Unsere Musketiere werden damit auf unmögliche Missionen geschickt - sie sind die James Bonds des 17. Jahrhunderts.

Aber Sie mussten achtgeben, die traditionellen Erwartungen an den Stoff nicht zu verletzen.
Der Geschichte als solcher wollte ich auch treu bleiben. Wir haben die Schlüsselthemen bewahrt und auch alle wichtigen Handlungswendungen. Trotz aller Hyperactionsequenzen ist unser Film näher am Buch dran als die jüngeren Filme von Disney oder Peter Hyams.

Wie kam die Entscheidung zustande, hauptsächlich mit realen Motiven zu drehen und sie nur digital zu erweitern?
Sie wären schockiert, wenn Sie wüssten, wie viele reale Motive ich in meinen Science-Fiction-Filmen benutze. Meine Methode ist die gleiche geblieben. Es gibt hier keinen CG-Bullshit. Natürlich war es ein wenig kompliziert, in den historischen Baudenkmälern zu drehen. Aber es gelang uns, den ursprünglichen Widerstand der zuständigen Stellen zu überwinden.

Ein Wort zum Budget.
Ich kann nur sagen, es waren unter 100 Mio. Dollar. Ein Studiovertreter rief Martin Moszkowicz an und meinte, wir hätten den Film unmöglich für weniger als 150 Mio. Dollar machen können.

Wie vermeidet man dann qualitative Abstriche?
Indem wir - um eine beliebige Nummer zu nennen - statt sieben Actionszenen, die billig und plump aussehen, eben nur drei gedreht haben, die wir richtig groß gemacht haben. Auf einige geplante Sachen haben wir komplett verzichtet, weil sie überflüssig waren. Trotzdem hat kein Mensch das vermisst. Ich hatte noch nie bei einem Film so gute Testergebnisse, und immer wieder hörten wir von den Zuschauern: "Das ist wie 'Fluch der Karibik', nur mit mehr Action."

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Ist die Zusammenarbeit mit der Constantin die ideale Konstellation?
Für mich schon. Ich brauche keine 200, 250 Millionen, um einen Eventfilm zu machen. Dafür schaffe ich es, in zwei Jahren zwei Produktionen zu drehen. Wir sind sehr schnell und beweglich, ohne die ganze Studiobürokratie. Nur vier Leute entscheiden: mein Produktionspartner Jeremy Bolt, Robert Kulzer, Martin Moszkowicz und ich. So gewannen wir den Wettlauf gegen Warners "Musketier"- Konkurrenzprojekt. Ich werde nie Bernd Eichingers Lieblingssatz vergessen: "Just go for it!" Ich bewundere auch den Mut der Constantin - die "Die drei Musketiere" sind das teuerste Projekt der Firma, und mit "Pompeii" übertreffen wir das noch.

Ein Katastrophenfilm wie "Pompeii" ist für Sie Neuland.
Natürlich wird auch das ein großes Spektakel werden. Aber ich werde älter, habe eine Familie, und gleichzeitig werde ich in bestimmten Sachen besser. Deshalb interessiere ich mich auch zunehmend für charakterorientiertere Stoffe. Oscar-Preisträger Julian Fellowes ("Gosford Park") arbeitet gerade das Drehbuch um.

Aber nach Deutschland werden Sie für die Produktion nicht zurückkehren?
Wir brauchen natürlich ein Land, das Licht und die Landschaften bietet, wie sie für Italien typisch sind. Gleichzeitig sind auch große Studioflächen nötig, da wir das Licht kontrollieren können müssen. Aber ich würde wahnsinnig gern wieder in Deutschland drehen - ein Teil des neuen "Resident Evil" entsteht ja in Berlin. Die Crews sind exzellent, die Stuntleute mit die besten der Welt, und selten findest du eine solche Leidenschaft.


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