Er ist einer der großen Provokateure des Kinos und der erfolgreichste Regisseur der Niederlande, der ebenso bekannt, erfolgreich und umstritten in... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max07/kuk07/kuk35/u0735026/b150x150.jpg Paul Verhoeven

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Paul Verhoeven


  • Geburtstag
    18.07.1938
  • Geburtsort
    Amsterdam

Er ist einer der großen Provokateure des Kinos und der erfolgreichste Regisseur der Niederlande, der ebenso bekannt, erfolgreich und umstritten in Hollywood arbeitet. Seine Filme sind wilde Melodramen und spektakulär gewalttätige Science-Fiction-Werke, und er kämpft mit wilder Entschlossenheit gegen die Zensur. Der Holländer Paul Verhoeven, geboren 1938 in Amsterdam, ist Doktor der Mathematik und Physik und arbeitete vor seiner Filmlaufbahn als Fotograf und Kameramann der Marine. Nach TV-Arbeiten inszenierte Verhoeven mit seinem Regiedebüt "Was sehe ich, was sehe ich?" 1971 eine Komödie aus dem Amsterdamer Rotlichtviertel. Das Team Verhoeven (Regie), Rob Houwer (Produktion) und Rutger Hauer und Monique van de Ven (Darsteller) sorgte in den 70er-Jahren für eine Renaissance des holländischen Films, die sich in etlichen Oscar-Erfolgen niederschlug. "Türkische Früchte", der von Himmel und Hölle der Ehe eines sexbesessenen Bildhauers (Hauer) mit einer Bauerntochter (van de Ven) erzählt, wurde wegen seiner unverkrampften Darstellung von Sexualität und Libertinage berühmt. Das "Mädchen Keetje Tippel", das die erste Großaufnahme eines erigierten Penis, auch als Schattenspiel an der Wand, enthält, ist ein Kostümfilm über die sexuellen Sitten des 19. Jahrhunderts. In "Spetters" zeigte Verhoeven sportbegeisterte Jugendliche aus dem Arbeitermilieu und eine Vergewaltigung eines jungen Mannes mit dem "Penis als Waffe" (Verhoeven). Der Erotik-Thriller "Der vierte Mann" (mit Jeroen Krabbé und Renée Soutendijk) kreist um einen schwulen Schriftsteller, eine mörderische Witwe und religiöse Symbolik und wurde berühmt für die Szene, in der Krabbé in einer Kirche in einer Vision Jesus am Kreuz den Slip von den Schenkeln zieht. In Hollywood seit 1985, inszenierte Verhoeven zuerst den historischen Abenteuerfilm "Fleisch und Blut" (mit Jennifer Jason Leigh), dann zwei Science-Fiction-Filme ("RoboCop" und "Total Recall", mit Arnold Schwarzenegger), die als Kritik an der US-Gesellschaft, die Cyborgs als Polizisten einsetzt und planmäßige Medienmanipulation bis in die Träume der Menschen betreibt, gelesen werden können. Sein berühmtester Film wurde der Erotik-Thriller "Basic Instinct" mit Sharon Stone und Michael Douglas, der stilistisch innovativ und in einer lässigen Vision des Hitchcock-Universums die Zensur mit der Eispickel-Mordgeschichte, dem Blick auf Sharon Stones Scham und einer Bettszene überrumpelte, die die Grenzen des Darstellbaren im Mainstream-Kino radikal verschoben. Seine Showbusiness-Satire "Showgirls", die sich an einer Demontage von Las Vegas versucht, blieb dem Backstage-Musical mit Sex-Szenen verhaftet. Der Science-Fiction-Film "Starship Troopers" hingegen ist eine in Leni-Riefenstahl-Ästhetik gefilmte glänzende Satire auf Militarismus, Weltraumkriege und die Ekeltexturen des Genres. Zu Verhoevens bevorzugten Mitarbeitern gehören die Kameramänner Jan de Bont (Regisseur von "Speed") und Jost Vacano.

Nach dem relativen Misserfolg des SF-Thrillers "Hollow Man" (mit Kevin Bacon) und geplatzten Projekten kehrte Verhoeven in die Niederlande zurück, wo er 2005 mit "Black Book" (Venedig 2006) ein Epos über menschliche Tragödien während der deutschen Besatzung inszenierte. Er verfolgt in typischer Mischung aus Morbidität und Brutalität das Schicksal der Jüdin Rachel (Hollands Shooting Star Carice van Houten), die zwischen Kollaborateuren, mit dem Widerstand arbeitenden deutschen Offizieren (Sebstian Koch) und Nazi-Schergen (Waldemar Kobus) ums Überleben kämpft.

Eine sehenswerte Doppel-Dokumentation über Verhoeven und seinen Kollegen Wim Verstappen inszenierten Rijneke & van Leeuwaarden 2005 unter dem Titel "That's it!!!".

  • Geburtstag
    18.07.1938
  • Geburtsort
    Amsterdam
  • Geburtsland
    Niederlande

Deutscher dreht Showgirls-Fortsetzung

Paul Verhoeven hatte in den Neunziger Jahren kein Glück mit der Topless-Leinwandrevue "Showgirls". Der Offenbacher Marc Vorlander möchte es nun mit seiner Version besser machen.

Großansicht Der deutsche Marc Vorlander haucht den "Showgirls" neues Leben ein (Foto: Tobis)

Der deutsche Marc Vorlander haucht den "Showgirls" neues Leben ein (Foto: Tobis)

Selbst eine Hyperinflation an nackter Haut konnte 1996 Paul Verhoevens Las-Vegas-Tanznummer "Showgirls" nicht auf die Erfolgsspur im Kino bringen. Die damaligen Hauptdarstellerinnen Elizabeth Berkley und Gina Gershon zappelten sich spärlich bekleidet die Seele aus dem Leib.

Das Publikum blieb der FKK-Hommage trotzdem fern und ging lieber in anspruchsvollere Alternativen. Ganz anders sah die Sache dagegen im Heimkino aus. Dort entwickelte sich der Film-Striptease zum Megaseller mit Kultfaktor. Der Offenbacher Marc Vorlander möchte jetzt einen neuen Ansturm auf die Kinokassen starten. Der Deutsche konnte zwei Hollywood-Produzenten von seinem Drehbuch "Showgirls - The Story Of Hope" überzeugen.

"Showgirls" erwachen zu neuem Leben

"Das ist wie ein Sechser im Lotto!", freut sich Vorlander. Mit 25 Millionen Euro Budget dreht der 36-Jährige nun die Fortsetzung von "Showgirls" mitten im Frankfurter Rotlichtviertel. Die Story verspricht Sex, Rache und jede Menge Blut. Als eine US-Stripperin an den Folgen des Konsums von verunreinigtem Kokain stirbt, macht sich ihr Bruder auf den Weg nach Frankfurt, um die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen.

"Es wird viel Blut fließen", verspricht Marc Vorlander. Messerkämpfe und wilde Schießereien stehen bei "Showgirls - The Story Of Hope" ganz oben auf dem Programm. Noch nicht bekannt ist, ob Elizabeth Berkley und Gina Gershon sich wieder in die Entkleidungsbranche stürzen werden. Das Busengetümmel lasssen sich dafür Ex-Böhse-Onkelz-Frontmann Kevin Russell und Hessen-Rapper Jeyz nicht entgehen.

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Filmografie

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In der aktuellen Ausgabe: Katherine Heigl im Trailer zur Actionkomödie "Einmal ist keinmal".

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