Er ist einer der profiliertesten deutschen Theaterschauspieler, der zum Ensemble von Peter Steins Schaubühne am Halleschen Ufer gehörte. Otto... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max12/kuk12/kuk18/u1218098/b150x150.jpg Otto Sander

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Otto Sander


  • Geburtstag
    30.06.1941
  • Geburtsort
    Hannover

Er ist einer der profiliertesten deutschen Theaterschauspieler, der zum Ensemble von Peter Steins Schaubühne am Halleschen Ufer gehörte. Otto Sander, der unverkennbare Rothaarige mit der Reibeisenstimme, hat in den 70er Jahren nur sporadisch für Film und Fernsehen gearbeitet, bis er als verzweifelter Ritterkreuzträger in Wolfgang Petersens "Das Boot" und als komischer Irrer in "Der Mann im Pyjama" (Ernst-Lubitsch- Preis) regelmäßiger für den Film zu arbeiten begann. Danach war er unter anderem als Sozialistenführer Karl Liebknecht in "Rosa Luxemburg" zu sehen und brillierte vor allem als Engel in Wim Wenders' "Der Himmel über Berlin" (neben Bruno Ganz) und in dessen Fortführung als ehemaliger Engel in "In weiter Ferne, so nah!". Sanders ironischer Humor, die lakonische Diktion und der spröde Duktus seiner Darstellung fügen sich zu Charakterminiaturen und Charakterporträts von großer Dichte auch in kleinen Rollen. Im deutsch-deutschen Krimi "Der Bruch" von Frank Beyer war er neben Rolf Hoppe und Götz George einer der Ganoven, die in der Nachkriegszeit einen Tresor knacken (dafür 1989 der "Chaplin-Schuh"). Sanders ist gefragter Synchronsprecher und TV-Kommentarsprecher. Er ist als Ehemann der Schauspielerin Monika Hansen der Stiefvater des Schauspielers und Kneipiers Ben Becker und dessen Schwester Meret Becker, und hat einen Stammplatz in Berlins "Paris Bar" in der Kantstraße.

  • Geburtstag
    30.06.1941
  • Geburtsort
    Hannover
  • Geburtsland
    Deutschland

Filmen vor der Flut

Shootingstar Robert Stadlober und Grandseigneur Otto Sander im Drama "Donau": Eine Filmreise durch sechs Länder, das Hochwasser im Nacken, die Bretter von Ceausescus Luxus-Kahn unter den Füßen.

Großansicht <br />Otto Sander und Robert Stadlober in &quot;Donau&quot;


Otto Sander und Robert Stadlober in "Donau"

2000 Kilometer von Wien bis zum Schwarzen Meer, und das mit der "Itona", einem Kutter Baujahr 1964. Goran Rebics "Donau" ist ein ehrgeiziges Projekt, das von der Filmcrew logistische Meisterleistungen verlangte. Als Hauptdarsteller für seinen "Actionfilm der Gefühle" konnte Rebic Schauspiel-Ikone Otto Sander und DIE Nachwuchshoffnung des deutschen Films gewinnen: Robert Stadlober, seit "Crazy" der junge Mann der Stunde.

Die letzten zwei Wochen des Drehs verbrachten Stadlober und Sander aber nicht auf der "Itona", sondern auf dem ehemaligen Hotel-Schiff des rumänischen Diktators Nicolae Ceausescu. Von Wien aus waren Team und Darsteller erst mit Bussen zu den Drehs auf dem blauen Fluss gebracht worden; doch in Rumänien fuhr man parallel zur "Itona" mit einem zweiten Schiff, das einst der Despot sein eigen nannte. Pikant: Stadlober und Sander hausten in den Suiten des Dikators und seiner Frau.

Kapit&auml;n des Projekts: Regisseur Bregic

Kapitän des Projekts: Regisseur Bregic

Fluchthelfer

Die Figuren im Film reisen aber nicht nur durch sechs Länder - Österreich, die Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien und Rumänien - sondern vor allem in ihre eigene Vergangenheit:

Kapitän Franz (Sander), der auf seinem abgetakelten Hotelschiff "Donau" gelegentlich illegal Menschen über die Grenzen schmuggelt, ist auf der Flucht vor den österreichischen Behörden und begibt sich auf eine letzte Reise nach Rumänien.

Robert Stadlober an Bord der &quot;Itona&quot;: Zukunft ungewiss...

Robert Stadlober an Bord der "Itona": Zukunft ungewiss...

Totenfahrt

Verunsichert ist Franz jedoch keineswegs wegen der Polizei, sondern durch Bruno (Stadlober): Er steht mit einem Sarg vor Franz, im Sarg befindet sich die verstorbene Frau des Kapitäns. Die Donaufahrt wird von einer Flucht vor der Polizei zu einem Trip zum eigenen selbst.

Begleitet wird Franz von Menschen, die ebenfalls auf der Suche sind - zwischen Ost und West, zwischen Heimat und Welt. Dafür hat Bregic ein buntes Darstellerensemble zusammengestellt, darunter die deutsche Newcomerin Annabelle Mandeng.

Kinodeb&uuml;t f&uuml;r Moderatorin Annabelle Mandeng

Kinodebüt für Moderatorin Annabelle Mandeng

Wann kommt die Flut?

Um Bregics dichtes Bildkonzept optimal umsetzen zu können, arbeitete Kameramann Jerzy Palacz mit einem sogenannten "Easy Rig", einer Art aufgehängter Kamera. In vier der sechs Länder wurden dazu Service-Produktionsfirmen engagiert. "Die waren wegen der teilweise schwierigen Verhältnissen in Osteuropa unerlässlich", sagt Produzent Erich Lackner.

Einen Unsicherheitsfaktor bietet ein Dreh auf der Donau jedoch immer: Das Schiff wurde während des gesamten Drehs von der Jahrhundertflutwelle verfolgt: "Hätten wir eine Woche später begonnen, wäre alles ins Wasser gefallen", so Lackner.

2000 Kilometer hatte der alte Kutter "Itona" hinter sich gebracht, als er schließlich für die letzten Drehtage im verschlafenen Städtchen Sulina mitten im Donau-Delta an der Grenze zwischen Fluss und Schwarzem Meer ankam. Das Filmteam hatte den Kahn und die siebenköpfige ungarische Crew für 50.000 Euro gechartert - ein kleiner Betrag im Vergleich zu den 2,5 Mio. Euro Produktionskosten insgesamt.

Gestenreiche Gespr&auml;che am Set

Gestenreiche Gespräche am Set

Film verbindet

Geht es nach Goran Bregic, soll auch der fertige Film auf Reisen gehen: "Für mich wäre es wunderbar, wenn der Film in jedem der Länder, in denen wir gedreht haben, gezeigt wird."

Produzent Lackner würde die Premiere am liebsten auf der Berlinale feiern: "Die Geschichte und die Drehorte sind geradezu prädestiniert dafür."


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