Südafrikanischer Regisseur, Drehbuchautor und Cutter deutscher Abstammung. In Kapstadt aufgewachsen, erlebte Oliver Schmitz die Apartheid, wurde... - Foto: http://images.kino.de/flbilder/max10/bf10/bf20/b1020007/b150x150.jpg Oliver Schmitz

Steckbrief

Oliver Schmitz


  • Geburtsort
    Kapstadt

Südafrikanischer Regisseur, Drehbuchautor und Cutter deutscher Abstammung. In Kapstadt aufgewachsen, erlebte Oliver Schmitz die Apartheid, wurde zum Gegner des Regimes, arbeitete an Untergrund-Dokumentarfilmen und wurde international mit den Krimi-Dramen "Mapantsula" und "Hijack Stories" bekannt. Nach dem Ende des Apartheid-Regimes war er in den 90er-Jahren als Dokumentarfilmer für verschiedene Firmen und Sender tätig und wurde ab 2005 in Deutschland Spezialist für TV-Komödien und Comedy-Serien ("Türkisch für Anfänger"), die zahlreiche Preise erhielten. Sein in Cannes ausgezeichnetes Familiendrama "Life, Above All/Geliebtes Leben" (2009), über eine Zwölfjährige, die in einer Township in der südafrikanischen Provinz aufwächst, schaffte es 2010 auf die Oscar-Shortlist.

Oliver Schmitz wurde 1960 als Sohn deutscher Einwanderer in Kapstadt geboren, besuchte Schule, High School und 1978-82 die Michael School of Fine Art, Teil der Uni von Kapstadt. Er erlebte die Repressalien des Apartheid-Staates am eigenen Leib als Co-Manager und DJ der Disco "Scratch", die 1982 nach drei Jahren geschlossen wurde, weil sie gemischtes Publikum zuließ. Um dem Militärdienst zu entgehen, ließ sich Schmitz bei Monumentum Film als Cutter ausbilden und arbeitete in dieser Funktion ein Jahr (1985/86) für den WDR Köln. 1987 kehrte er nach Südafrika zurück und machte sich mit Anti-Apartheid-Dokumentationen einen Namen. Sein 1987/88 entstandenes, unter Kriminellen in Soweto spielendes Drama "Mapantsula" wurde in Südafrika verboten, in Cannes gezeigt und international beachtet. In den 90er-Jahren arbeitete Schmitz als Dokumentarfilmer für die Firmen Afravision, Schlemmer Film in Köln und die Sender Channel 4 und South African Broadcasting Coropration, filmte Nelson Mandelas Inauguration und für Arte die Dokumentation "Joburg Stories" über den Alltag in Johannesburg. "Hijack Stories" (2000) liefert anhand einer Gangsterstory aus Soweto einen Blick auf Südafrika nach dem Ende der Apartheid und einen satirischen Kommentar über die dortigen Medien.

In Deutschland arbeitete Schmitz 2006-08 als Regisseur und Drehbuchautor an der Erfolgsserie "Türkisch für Anfänger" (24 von 52 Folgen für die ARD) und war künstlerisch die treibende Kraft bei der Serie, die auf komische Weise Integrationsprobleme und interkulturelle Missverständnisse in rund um eine Patchwork-Familie einer Deutschen und eines Türken aufzeigt. In "Doctor's Diary" (4 Folgen für RTL) erlebt Diana Amft als junge Ärztin Liebe, Slapstick und Karriereschocks im Krankenhaus. Zu Schmitz' TV-Komödien gehört die Trilogie mit Hannes Jaenicke, der sich als Berufssoldat, Lehrer und Vater in "Allein unter Töchtern", "Allein unter Schülern" und "Allein unter Müttern" (2007/09/10) mit Unbilden des Alltags herumschlägt.

Die Serie "Türkisch für Anfänger" erhielt unter anderem den Deutschen Fernsehpreis, Grimme-Preis, Prix Italia und die Goldene Nymphe von Monte Carlo, "Doctor's Diary" den Deutschen Fernsehpreis, Deutschen Comedypreis und Grimme-Preis.

Oliver Schmitz lebt in Berlin und gehört dem Bundesverband Deutscher Regisseure an.

  • Geburtsort
    Kapstadt
  • Geburtsland
    Südafrika

Die Oscar-Nominierungen stehen fest

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat die Nominierungen für die 83. Oscarverleihung bekannt gegeben. An der Spitze: "The King's Speech" mit Colin Firth

Großansicht Zwölf Mal nominiert: "The King's Speech" mit Colin Firth (Foto: Senator)

Zwölf Mal nominiert: "The King's Speech" mit Colin Firth (Foto: Senator)

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat die Nominierungen für die 83. Oscarverleihung bekannt gegeben. "The King's Speech" führt das Feld der Nominierten mit zwölf Nennungen an, gefolgt von "True Grit" mit zehn Nominierungen. "Inception" und "The Social Network" kommen auf je acht Nennungen, "The Fighter" auf sieben, "127 Hours" auf sechs, "Black Swan" und "Toy Story 3" auf je fünf und "The Kids Are All Right" und "Winter's Bone" auf je vier Nominierungen.

Erneut wurden zehn Filme in der Kategorie Bester Film nominiert. Neben den "üblichen Verdächtigen", die schon mit zahlreichen Kritikerpreisen und Globes bedacht wurden, ist nun doch der zuletzt meist geschmähte "127 Hours" ganz vorne mit dabei, auch der Indie "Winter's Bone" hat noch einmal an Fahrt gewonnen. Zudem hat es "Toy Story 3" nicht nur in der Animationskategorie, sondern auch in der Königskategorie Bester Film zu einer Nominierung geschafft. Das Feld komplettieren: "Black Swan", "Inception", "The Fighter", "The Kids Are All Right ", "The King's Speech", "The Social Network" und "True Grit".

Bei den Regisseuren gehen Darren Aronofsky, David Fincher, Tom Hooper, Ethan und Joel Coen sowie David O. Russel - jedoch nicht Christopher Nolan - ins Rennen.

Wenig Überraschungen bei den nominierten Hauptdarstellern: Jeff Bridges, Javier Bardem, Jesse Eisenberg, Colin Firth und Oscar-Moderator James Franco repräsentieren die Herren. Bei den Damen ist überraschenderweise Michelle Williams (mit "Blue Valentine") dabei, neben den beiden Favoritinnen Natalie Portman und Annette Bening sowie Nicole Kidman ("Rabbit Hole") und Jennifer Lawrence ("Winter's Bone").

In der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film ist der jüngst noch auf der Shortlist aufgetauchte Oliver Schmitz mit "Geliebtes Leben" nicht mehr im Rennen. Stattdessen konkurrieren hier: "Biutiful" (Mexiko), "Dogtooth" (Griechenland), " In einer besseren Welt" (Dänemark), "Incendies" (Kanada) und "Hors la loi" (Algerien).

Ganz ohne deutsche Beteiligung muss auch die kommende Oscarverleihung nicht vonstattengehen: Bei den animierten Kurzfilmen ist auch "Der Grüffelo" nominiert worden, eine Auftragsproduktion für die BBC des Ludwigsburger Regieduos Jakob Schuh und Max Lang. Bei den abendfüllenden Animationsfilmen konkurrieren neben "Toy Story 3" der französisch-britische "L' illusionniste" und "Drachenzähmen leicht gemacht".

Bei den Dokumentarfilmen kamen folgende Filme unter die letzten fünf: "Banksy - Exit Through the Gift Shop", "Gasland" von Josh Fox, "Inside Job", "Restrepo" und "Waste Land".

Die 83. Academy Awards werden am 27. Februar im Kodak Theatre im Hollywood & Highland Center vergeben.


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