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Niki Caro


  • Geburtsort
    Wellington
  • Geburtsort
    Wellington
  • Geburtsland
    Neuseeland

"Dieser Film hat etwas Ehrliches"

Neuseeland wird zur neuen Kinohochburg: Nach dem Hollywood-finanzierten "Herr der Ringe" erobert die heimische Produktion "Whale Rider" das internationale Publikum. Die Hauptdarstellerin erhielt jetzt sogar eine Oscar-Nominierung.

Großansicht Niki Caro: "Wir haben mit Sorgfalt und Respekt gearbeitet."

Niki Caro: "Wir haben mit Sorgfalt und Respekt gearbeitet."

» "Whale Rider" lief 26 Wochen mit unvermindertem Erfolg in den neuseeländischen Kinos, erntete Preise bei Festivals und erobert auch das Ausland wie die USA. Hatten Sie Ihrem Film so etwas zugetraut?

Niki Caro:

Alle Beteiligten ahnten, dass der Film so ein Potenzial hatte. Aber Voraussetzung war, dass wir unsere Aufgabe gut meisterten. Dafür war auch die Zusammenarbeit mit den Maori entscheidend. Denn "Whale Rider" erzählt ihre Geschichte. Die Leute in Whangara, wo wir den Film drehten, sind nach ihrem Glauben Abkömmlinge des Walreiters. Um der Sache Authentizität zu verleihen, haben wir - bis auf die Hauptakteure - jede Rolle mit Einheimischen besetzt.

» Warum beeindruckt "Whale Rider" auch den Rest der Welt?

Die Schauplätze des Films und die Maori-Kultur waren für uns alle sehr inspirierend. Wir haben die Geschichte mit Sorgfalt und Respekt behandelt. Auf diese Weise hat der Film etwas sehr Ehrliches. Das erklärt vielleicht seine Wirkung.

Großansicht Die Hauptdarstellerin Keisha Castle-Hughes

Die Hauptdarstellerin Keisha Castle-Hughes

» Wie stark mussten Sie die Novellenvorlage von Witi Ihimaera verändern?

Sehr stark. Denn die Geschichte des Buchs ist nicht aus dem Blickwinkel des Mädchens Pai erzählt. Außerdem gibt es kaum Dialoge. Und das Finale mit den Walen ist viel länger. Das alles musste ich umarbeiten. Andererseits sind die stärksten Momente des Films exakt dem Buch entnommen.

» Bis dieser Stoff auf der Leinwand landete, dauerte es fast zehn Jahre. Haben Sie eine Erklärung?

Wegen der Wal-Szenen war es ein sehr aufwendiges Projekt. Letztlich kostete der Film rund 4,5 Mio. US-Dollar. Das ist ungefähr das Dreifache unserer normalen Budgets. Aber ich sagte zu den Produzenten: "Vielleicht hat es deshalb so lange gedauert, weil die Welt vorher nicht bereit war."

» Wie haben Sie die Wal-Szenen denn hinbekommen?

Das waren ganz einfache Modelle aus Latex und Fiberglas. Zwei davon konnten von je zwei Männern bewegt werden. Das war alles wenig anspruchsvoll. Aber weil die Schauspieler mit ganzer Seele dabei waren und weil wir es richtig filmten, hat es funktioniert.

» Sie haben mit Apollo Media auch deutsche Geldgeber. Wie kam das?

Sie kamen an Bord, weil sie vom Drehbuch sehr angetan waren.

» Haben Sie wegen dieser Beteiligung auch Ihre Postproduktion in Deutschland gemacht?

Normalerweise verlassen wir unsere Heimat nicht gern. Wir machten Schnitt und Ton in Köln. Eine Berliner Effektfirma hat ein paar kleine Computereffekte beigesteuert. Die Teams und das technologische Niveau waren fantastisch.

Großansicht "Whale Rider" fand international
großen Anklang

"Whale Rider" fand international großen Anklang

» Dank "Der Herr der Ringe" ist Neuseeland in den Fokus ausländischen Interesses gerückt. Hat das auch eine positive Auswirkung auf Ihre Arbeit?

Unser Land ist richtig stolz auf seine filmischen Leistungen und sein Potenzial. Wenn eine Hollywoodproduktion wie "Last Samurai" in einer Kleinstadt gedreht wird, bringt das den Einwohnern vor Ort enorme Einnahmen. Aber die lokalen Filmemacher haben eher Nachteile davon. Es ist sehr schwer geworden, Crews zu finden. Denn Hollywoodproduktionen bezahlen nun einmal mehr. Wäre mein Team nicht so loyal, hätte ich bei "Whale Rider" Schwierigkeiten gehabt.

» Auch die neuseeländische Filmförderung wurde dadurch nicht angekurbelt?

Leider nein. Man hat sich entschlossen, jeder Produktion mit einem Budget von mindestens 20 Mio. neuseeländischen Dollars Steuererleichterungen zu geben. Aber das ist nur ein Vorteil für Hollywoodfilme. Unsere Produktionen kosten eben weit weniger. Es gibt aber Unterstützung, wenn man bereits einen Film gemacht hat und Geld aus Übersee auftreibt. Dann bekommt man die gleiche Summe aus Fördertöpfen draufgelegt. So gesehen muss ich mir für meinen nächsten Film keine Sorgen machen.

» Davon abgesehen, müssten Sie mit Angeboten aus Hollywood ja überschwemmt werden...

Das trifft zwar zu, aber ich möchte lieber in meinem Land bleiben. Mein Ziel wäre es, das zu erreichen, was Peter Jackson geschafft hat: ein ambitioniertes Projekt in meiner Heimat zu stemmen.


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