Mit ihrer natürlichen Darstellungsweise, den ausdrucksstarken Augen und ihrem überzeugenden mimischen Spiel ist die 1971 in Ost-Berlin geborene... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max11/kuk11/kuk07/u1107110/b150x150.jpg Nicolette Krebitz

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Nicolette Krebitz


  • Geburtstag
    02.09.1971
  • Geburtsort
    Berlin

Mit ihrer natürlichen Darstellungsweise, den ausdrucksstarken Augen und ihrem überzeugenden mimischen Spiel ist die 1971 in Ost-Berlin geborene brünette Nicolette Krebitz eines der großen Talente des jungen deutschen Films. Sie spielt sowohl temperament- wie kraftvolle junge Frauen, als auch problembeladene Figuren oder laszive Verführerinnen. Sie gehörte zum Quartett der ausgebrochenen Frauenband in "Bandits", jagte voller Elan als kleinstes Model von Berlin durch die Disco-Szene von "Fandango" (wo sie mit blonder Perücke und Kontaktlinsen kaum zu erkennen war) und spielte in dem Meta-Krimi "Long Hello and Short Goodbye" eine verliebte Undercover-Polizistin.

Nicolette "Coco" Krebitz steht seit ihrem 13. Lebensjahr ("Sigi, der Straßenfeger" mit Harald Juhnke) vor der Kamera und begann ihre Ausbildung an der Fritz-Kirchhoff-Schauspielschule in Berlin. Noch während dieser Zeit wurde sie für Film und Fernsehen engagiert und zwei Mal hintereinander mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet ("Schicksalsspiel", eine Romeo-und-Julia-Story im Fußball-Milieu, und "Ausgerechnet Zoé", in dem sie eine an Aids erkrankte Schülerin spielt). Ihr Einfühlungsvermögen in die unterschiedlichsten Rollen liegt dabei oft weit über dem Niveau der Produktionen, in denen sie auftritt ("Greenhorn", "Babyfon", "Unbeständig und kühl", "Die Männer ihrer Majestät").

Im TV-Zweiteiler "Die Bubi-Scholz-Story" gab Krebitz die junge Ehefrau des Boxers. "Der Tunnel" (2000), ein TV-Doku-Thriller um die Flucht von DDR-Bürgern unter der Mauer hindurch, wurde ein internationaler Erfolg. Krebitz spielte an der Seite von Heino Ferch die couragierte Studentin Fritzi. Wegen ihres jugendlichen Aussehens ist die Aktrice weiterhin meist auf jüngere Frauen- und Mädchenfiguren festgelegt. Mit "Jeans", einer Szene- und WG-Komödie, legte Krebitz 2001 in Hof ihr Regiedebüt vor.

Für die Rolle der Linda in Vivian Naefes Fernsehfilm "So schnell du kannst" erhielt Krebitz 2004 die Goldene Kamera. Die Schauspielerin überzeugte als manisch-depressive Frau, die mit Ben (Lucas Gregorowicz) eine überdrehte, verrückte Nacht durchlebt und dann wieder verschwindet. Ähnlich traumhaft tauchte sie in "Zwischen Nacht und Tag" als Vera auf, die Suizid begeht und dadurch den U-Bahn-Fahrer schwer traumatisiert. Dieser meint sie nämlich plötzlich wieder gesehen zu haben und ein Spiel zwischen Fiktion und Realität beginnt. Nicolai Rohdes Film wurde 2004 für den Max Ophüls Award nominiert. Krebitz spielte im Zweitteiler "Die Luftbrücke - Nur der Himmel war frei" (Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis 2006) von Dror Zahavi zusammen mit Kollegen wie Heino Ferch, Katerina Wackernagel und Ulrich Tukur. Das Konzept ihrer zweiten längeren Regiearbeit "Das Herz ist ein dunkler Wald" überzeugte Tom Tykwer, der daraufhin die Produktion übernahm. Marie erfährt durch Zufall, dass ihr Mann seit Jahren untreu ist, wobei er nicht nur eine andere Frau, sondern eine zweite Familie gegründet hat und ein Parallelleben führt. Das Publikum hat das 2007 inszenierte Beziehungsdrama mit viel Applaus aufgenommen.

  • Geburtstag
    02.09.1971
  • Geburtsort
    Berlin
  • Geburtsland
    DDR

Russell Crowe trifft Oliver Schmitz: Globaler Dialog in Cannes

Cannes - In einer Woche startet das 63. Festival de Cannes (12. bis 23. Mai) und damit das Schaulaufen auf dem wohl prestigeträchtigsten roten Teppich jenseits der Oscarverleihung. In diesem Jahr präsentiert das Festival einen Mix aus Veteranen und Newcomern.

Großansicht Russell Crowe als düsterer "Robin Hood" im Cannes-Eröffnungsfilm (Foto: Universal)

Russell Crowe als düsterer "Robin Hood" im Cannes-Eröffnungsfilm (Foto: Universal)

Das diesjährige Festivalprogramm zeige, dass Kino nicht nur ein Dialog zwischen Europa und Amerika sei, sondern eine globale Kunstform, erklärte Festivalchef Thierry Frémaux auf der großen Festival-Pressekonferenz. Eine elegante Umschreibung der Tatsache, dass die USA in diesem Jahr an der Croisette ungewohnt unterrepräsentiert sind.

Lange hatte das Festival gehofft, den neuen Film von Kritikerliebling Terrence Malick ("Der schmale Grat") zu zeigen. "The Tree of Life" war dem Festival bereits in einer Work-in-Progress-Fassung gezeigt worden. Doch der Publicity-scheue Regisseur hat sich dann doch dazu entschlossen, in den Schneideraum zurückzukehren und seine Teilnahme abgesagt. Im Wettbewerb läuft nun nur eine einzige US-Produktion - "Fair Game" von "Bourne Identität"-Regisseur Doug Liman. Ein Politthriller mit Naomi Watts als CIA-Agentin, der die dunklen Seiten der Macht beleuchtet.

Statt amerikanischer finden sich im Wettbewerb nun vor allem Regisseure aus Europa und Nordafrika, aus dem nahen und fernen Osten, so zum Beispiel Takeshi Kitano, der mit "Outrage" zu seinen Yakuza-Thriller-Wurzeln zurückkehrt. Das Gastgeberland Frankreich ist wieder prominent vertreten. So unternimmt Starschauspieler Mathieu Amalric mit "Tournée" seinen dritten Ausflug ins Regiefach und spielt in der Komödie auch gleich die Hauptrolle: einen Theaterproduzenten, der ein Comeback mit einer Burlesque Show feiert.

Als Geheimtipp wird "Des Hommes et des Dieux" gehandelt, der neue Film von Xavier Beauvois über eine Gruppe von christlichen Mönchen im Maghreb, die nach Jahrzehnten des friedvollen Miteinanders mit der muslimischen Bevölkerung eines Tages unverhofft in den Konflikt mit islamischen Fundamentalisten gerät.

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Alejandro González Iñárritu, der mexikanische Meister des kunstvoll verschachtelten Episodenkinos, holte mit "Babel" vor vier Jahren den Regiepreis. Jetzt ist er mit "Biutiful" erneut im Rennen um die Goldene Palme. Spaniens Superstar Javier Bardem glänzt als Drogendealer in Barcelona, der einen alten Freund wieder trifft, der inzwischen - so will es das Schicksal - Polizist geworden ist. Mike Leigh ist ein langjähriger Cannes-Gast. Mit "Lügen und Geheimnisse" gewann er 1996 die Goldene Palme. Jetzt kehrt er mit "Another Year" zurück - ein leises Drama, das ein Jahr im Leben eines älteren Paares (Lesley Manville und Jim Broadbent) erzählt.

Die wunderbare Charlotte Gainsbourg, die im Vorjahr für ihre waghalsige Rolle in "Antichrist" ausgezeichnet wurde, ist in diesem Jahr mit "The Tree" mit von der Partie. In der Verfilmung von Judy Pascoes Roman "Die Geschichte vom großen Baum" spielt Gainsbourg eine Frau und Mutter einer kleinen Tochter, die mit dem Tod ihres Mannes fertig werden muss. Regisseurin Julie Bertuccelli ist in diesem Jahr die einzige Frau im Wettbewerb - ihr Werk läuft als Abschlussfilm jedoch außer Konkurrenz.

Außer Konkurrenz präsentiert das Festival drei prominente US-Produktionen: "Robin Hood", der das Erfolgsduo Ridley Scott und Russell Crowe nach "Gladiator" erneut für ein historisches Abenteuer vereint, wurde als Eröffnungsfilm ausgewählt. Eine beeindruckend düstere Neuerzählung der klassischen Geschichte um den legendären Bogenschützen aus dem Sherwood Forest - der nur einen Tag nach der Cannes-Premiere offiziell anläuft.

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Während Robin Hood sich für die Armen einsetzt, geht es den Protagonisten in Oliver Stones "Wall Street - Geld schläft nicht" dagegen um den schnellen Reichtum ohne Rücksicht auf Verluste. Michael Douglas kehrt 22 Jahre nach dem ersten "Wall Street"-Film in den Börsen-Kosmos zurück mit seiner Paraderolle als Gordon Gecko, der mächtig Eindruck auf den ambitionierten Börsen-Neuling Jacob (Shia LaBeouf) macht.

Eine Rückkehr an die Croisette gibt es auch für einen weiteren New Yorker Regisseur: Altmeister Woody Allen präsentiert seinen in London angesiedelten Beziehungsreigen "You Will Meet a Tall Dark Stranger", eine starbesetzte Komödie mit Antonio Banderas, Naomi Watts, Josh Brolin, Sir Anthony Hopkins und Freida Pinto (der schönen Latika aus "Slumdog Millionär").

Ein Ereignis der besonderen Art wird die Vorführung von "Carlos - Der Schakal" - der in der vollen Länge von über fünf Stunden außer Konkurrenz gezeigt wird. Regisseur Olivier Assayas hat jahrelang für den Politthriller über den Terroristen Ilich Ramírez Sánchez, genannt "Carlos, der Schakal" recherchiert, der in den 70er Jahren zu den meistgesuchtesten Terroristen gehörte und u. a. Drahtzieher des Anschlag auf das OPEC-Hauptquartier in Wien war und seit 1994 in Haft sitzt. Da der Film als deutsche Koproduktion entstand, gehören zum internationalen Cast rund um Edgar Ramirez auch namhafte deutsche Jungschauspieler wie Christoph Bach, Nora von Waldstätten und Julia Hummer.

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Apropos Deutsche: In diesem Jahr ist zwar kein deutscher Regisseur im Wettbewerb vertreten. Doch "Mein Glück" des Weißrussen Sergei Loznitsa ist eine multinationale Koproduktion, an der die Leipziger Firma ma.ja.de federführend beteiligt ist. Erzählt wird die Geschichte eines Fernfahrers, der auf seiner Reise durch Russland in eine Spirale der Gewalt und Willkür gerät.

Darüber hinaus sind deutsche Firmen bei diversen weiteren Wettbewerbstiteln als Koproduktionspartner in Cannes dabei. In die offiziellen Nebenreihe Un Certain Regard wiederum wurden mit Christoph Hochhäusler und Oliver Schmitz zwei deutsche Regisseure eingeladen. Hochhäusler wurde mit seinen ersten beiden Filmen der sogenannten Berliner Schule zugerechnet, deren Werke eine formale Strenge verband. In seinem dritten, in Frankfurt gedrehten Spielfilm "Unter dir die Stadt" entspinnt sich eine Menage-à-Trois zwischen Nicolette Krebitz, Robert Hunger-Bühler und Mark Waschke.

Oliver Schmitz, der sich mit den Komödien-Serien "Türkisch für Anfänger" und "Doctor's Diary" einen Namen gemacht hat, kehrt für "Life, Above All" in sein Geburtsland Südafrika zurück und erzählt die Geschichte einer Zwölfjährigen, die in einem kleinen Dorf mit einem dunklen Geheimnis konfrontiert wird.

So fügt sich das Programm also tatsächlich zum globalen Dialog, den Festivalchef Frémaux sich für die diesjährige Cannes-Ausgabe ja ausdrücklich wünscht.


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In der aktuellen Ausgabe: Das große Special zu "Men in Black 3" und der erste Trailer zu "The Great Gatsby"!

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