Wie der französische Rebell Gérard Depardieu, von dem er einmal in Cannes unter den Tisch getrunken wurde, hat Nick Nolte (geb. 1941) eine bewegte... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max08/kuk08/kuk25/u0825040/b150x150.jpg Nick Nolte

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Nick Nolte


  • Bürgerlicher Name
    Nicholas King Nolte
  • Geburtstag
    08.02.1941
  • Geburtsort
    Omaha, Nebraska

Wie der französische Rebell Gérard Depardieu, von dem er einmal in Cannes unter den Tisch getrunken wurde, hat Nick Nolte (geb. 1941) eine bewegte Jugend hinter sich, galt als Sozialfall und wurde mehrfach straffällig. Das Theater wurde zur Therapie, er gastierte 14 Jahre auf verschiedenen Bühnen, bis er mit der TV-Serie "Arm und reich" populär wurde und an der Seite der schönen Jacqueline Bisset in dem Unterwasser- Thriller "Die Tiefe" erfolgreich den Sprung ins Filmgeschäft wagte.

Nolte spielt ungestüme Raubeine, haltlose Charaktere, von Bewegungsdrang getriebene Wilde, nicht zur Ruhe kommende Drifter, Einzelgänger und Exzentriker. Der "kalifornische Eiche" genannte Nolte, ein Kerl wie ein Schrank, der auf Pressekonferenzen einer der schlagfertigsten und witzigsten Interviewten bleibt, ist immer ein Getriebener und Entwurzelter, ob als Lehrer ("Die Aufsässigen"), Vietnamveteran ("Dreckige Hunde"), Maler ("New Yorker Geschichten"), entlassener Sträfling, der zur Geiselnahme gezwungen wird (in "Das Bankentrio", dem US-Remake von "Die Flüchtigen", wo Depardieu die Rolle spielte), Autor hinter Gittern ("Der stählerne Vorhang") oder Stadtstreicher, der in Beverly Hills eine Familie von Neureichen sexuell beglückt (Paul Mazurskys "Zoff in Beverly Hills"). Zu Noltes besten Arbeiten zählen der Fotojournalist in Nicaragua in "Under Fire" und der Journalisten-Rivale von Julia Roberts in "I Love Trouble". Zwei seiner größten kommerziellen Erfolge feierte er an der Seite von Eddie Murphy in den beiden Cop-Filmen "Nur 48 Stunden" und "Und wieder 48 Stunden" als von Murphy verbal gebeutelter Detective.

Mit zunehmendem Alter war Nolte selbst in Kostümrollen ("Jefferson in Paris", "The Golden Bowl") zu sehen und zeigte seine kurioseste Seite in der Rolle des Angestellten, der heimlich rote Dessous trägt, in "Breakfast for Champions". In Ang Lees aufwendiger Comic-Verfilmung "Hulk" spielte er in einer Paraderolle den verrückten Wissenschaftler-Vater von Eric Bana, der sich als Bruce nach einem Unfall mit Gamma-Strahlen bei steigendem Aggressivitätspegel in das grüne Monster verwandelt - nicht zuletzt, weil ihm sein Vater die Auswirkungen eines Selbstversuchs vererbt hat. Als abgehalfterter Spieler und Kleingauner Bob Montagnet erhält Nolte in Neil Jordans furiosem "The Good Thief", Remake von Jean-Pierre Melvilles "Drei Uhr nachts", eine letzter Chance, als er den Diebstahl einer Kunstsammlung in Monte Carlo orchestrieren soll.

Mit seiner 1997 gegründeten Produktionsgesellschaft unterstützt Nolte Filme von Independent-Regisseuren.

  • Bürgerlicher Name
    Nicholas King Nolte
  • Geburtstag
    08.02.1941
  • Geburtsort
    Omaha, Nebraska
  • Geburtsland
    USA
  • Familie
    Väterlicher Großvater: deutscher Farmer, der nach Iowa ausgewandert ist
    Vater: Frank Nolte, Vertreter
    Mutter: Helen Nolte
    Schwester: Nancy (älter)

    Exfrau: Sheila Page, verheiratet von 1966 bis 1971
    Exfreundin: Karen Louise Eklund, Schauspielerin, waren sieben Jahre liiert, verklagte 1977 Nolte auf Unterhalt, Fall kam vor Gericht
    Exfrau: Sharon Haddad, Tänzerin, verheiratet 1978 bis 1983
    Exfreundin: Debra Winger, Schauspielerin, zwei Jahre liiert
    Exfrau: Rebecca Linger (geb. 1959), verheiratet 1984 bis 1991
    Exfreundin: Vicki Lewis, Schauspielerin, zusammen gelebt von 1994 bis 1997

    Sohn: Brawley King, Schauspieler (geboren 1986) - Mutter Rebecca Linger
  • Autogrammadresse
    6714 Bonsall Dr.
    Malibu, CA 90265
    USA
  • Links
    http://www.hometown.aol.com/wienerdox/page (inoffizielle Seite)

11 Oscar-Nominierungen für Kinderfilm "Hugo Cabret", 10 für Stummfilm "The Artist"

Völlig überraschend ist der Kritikerliebling "The Artist" bei den Oscar-Nominierungen von Martin Scorseses "Hugo Cabret" um einen Waisen im Pariser Bahnhof überholt worden.

Großansicht Von der Academy am häufigsten nominiert: "Hugo Cabret" und der 3D-Schwarzweiß-Stummfilm "The Artist" (Foto: Paramount, Delphi)

Von der Academy am häufigsten nominiert: "Hugo Cabret" und der 3D-Schwarzweiß-Stummfilm "The Artist" (Foto: Paramount, Delphi)

Hollywood hatte schon die Revolution des Kinos ausgerufen. Schließlich galt - und das in den Zeiten der Megaerfolge von Spektakeln wie "Avatar" & Co. - mit "The Artist" ein kleiner, feiner Stummfilm in Schwarzweiß über die Liebe zweier Schauspieler am Ende der Stummfilmära als Favorit bei den Oscar-Nominierungen.

Nachdem Jungstar Jennifer Lawrence und Academy-Präsident Tom Sherak nun die Nominierungen bekannt gegeben haben, steht das belgisch-französische Kunstwerk mit insgesamt zehn Nominierungen zwar auch ordentlich da, doch ein Altmeister hat den Kritikerliebling noch überholt:

Martin Scorseses in prächtigen Bildern schwelgende 3D-Kinderbuchverfilmung "Hugo Cabret" um einen Waisenjungen, der im Pariser Bahnhof Montparnasse Gare lebt, heimste insgesamt elf Oscar-Nominierungen ein. Die leidlich bekannte Vorliebe der Academy für US-Produktionen gegenüber europäischen mag dabei eine Rolle gespielt haben.

Allerdings ist "Hugo Cabret" zwar in den Hauptkategorien Bester Film und Beste Regie nominiert, ansonsten gab's die Award-Chancen aber eher in den technischen Nebenkategorien wie Visual Effects, Kamera, Schnitt, Ausstattung, Ton, Tonschnitt, Musik und Drehbuchadaption. Dagegen sind mit Jean Dujardin und Bérénice Bejo in "The Artist" auch der Haupt- und die Nebendarstellerin nominiert. Die beiden Filme werden wohl den Oscar für den besten Film unter sich ausmachen.

Clooney gesetzt

Dujardin wird sich allerdings sehr wahrscheinlich George Clooney beugen müssen, der als überforderter Vater, der in "The Descendants" erfährt, dass ihn seine im Koma liegende Frau betrogen hat, als Favorit für den Hauptrollen-Oscar gilt. Auch Clooneys Regisseur Alexander Payne ("Sideways") ist nominiert und darf sich darüberhinaus über eine Berücksichtigung als bester Film und insgesamt 5 Oscar-Chancen freuen.

Clooneys Kumpel Brad Pitt ist als Coach, der erstmals Computerstatistiken benutzt, im Baseballdrama "Moneyball" für den Hauptrollenoscar nominiert. Das Sportspektakel gehört mit insgesamt 5 Nominierungen, darunter als bester Film, ebenfalls zu den meistberücksichtigten Werken. Gefährlich könnte George Clooney vermutlich eher noch Gary Oldman werden, der in "Dame, König, As, Spion" einen Maulfwurf im Secret Service aufspüren soll. Lediglich Außenseiterchancen hat Demián Bichir, dessen Nominierung für "A Better Life" bereits eine Riesenüberraschung und -ehre darstellt.

Margaret Thatcher ist die Größte

Absolut gesetzt ist Meryl Streep für den weiblichen Hauptrollenoscar. Ihre gespenstisch gute Verkörperung der britischen Permierministerin Margaret Thatcher in "Die Eiserne Lady" brachte ihr bereits die 17. Oscar-Nominierung ein. Da wird es höchste Zeit für den dritten Sieg nach "Kramer gegen Kramer" und "Sophies Entscheidung", wie ganz Hollywood meint.

Ansonsten wäre Rooney Mara als Lisbeth Salander in der US-Neuverfilmung des ersten Teils der schwedischen Kultkrimi-Trilogie "Millennium", "Verblendung", eine starke Herausforderin, ebenso Michelle Williams als Leinwand-Legende Marilyn Monroe in "My Week with Marilyn" und Glenn Close, die sich in "Albert Nobbs" im Dublin des 19. Jahrhundert als Mann verkleidet, um in der Gesellschaft aufzusteigen. Auch Viola Davis glänzte im Südstaatendrama um die ersten afroamerikanischen Haushaltsgehilfinnen in "The Help", das insgesamt sechs Nominierungen erhielt, darunter als bester Film und für Octavia Spencer als beste Nebendarstellerin.

In jener Kategorie gilt wiederum Bérénice Bejo aus "The Artist" als leichte Favoritin. Sie glänzt als eine der ersten Tonfilm-Diven, die ausgerechnet einen alten Stummfilm-Star (Jean Dujardin) liebt, dessen Stern nun am Sinken ist. Octavia Spencer und Jessica Chastain, beide für "The Help" nominiert, werden als starke Herausforderinnen gesehen. Janet McTeer, die in "Albert Nobbs" ebenfalls einen Mann spielt, und Melissa McCarthy in der Komödie "Brautalarm" dürften eher geringe Chancen haben.

Einen glasklaren Favoriten gibt es bei den männlichen Nebendarstellern: Albert Brooks mutet in "Beginners" seinem Filmsohn Ewan McGregor ein spätes schwules Coming out zu - beeindruckend und herzerweichend. Das Nachsehen haben werden daher Max von Sydow als Holocaust-Opfer im 9/11-Drama "Extrem laut und unglaublich nah", Kenneth Branagh als Sir Laurence Olivier in "My Week with Marilyn", Jonah Hill als Sidekick von Coach Brad Pitt in "Moneyball" und Nick Nolte als versoffener Rabenvater in "Warrior".

Fünfkampf in den beiden Königsklassen und eine deutsche Hoffnung

Unter den Regisseuren dürfte es dagegen extrem spannend werden. Von den fünf Nominierten Michel Hazanavicius ("The Artist"), Alexander Payne ("The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten"), Woody Allen ("Midnight in Paris"), Terrence Malick ("The Tree of Life") und Martin Scorsese ("Hugo Cabret") kann eigentlich jeder gewinnen. Nachdem die Filme der fünf Macher auch allesamt in der Kategorie Bester Film ins Rennen gehen, könnte der gewinnen, dessen Werk auch den Königspreis abräumt. Denn die Regie wird dafür von der Academy traditionell als Schlüsselkategorie angesehen.

Aus deutscher Sicht gab es zwar nicht wie erhofft eine Chance auf den Auslandsoscar für Wim Wenders' "Pina", hier gilt der iranische Beitrag "Nader und Simin - Eine Trennung" als Favorit, der auch für das Drehbuch nominiert wurde. Dafür wurde der bildstarke deutsche Beitrag über die Choreographen-Legende Pina Bausch als beste Doku nominiert und hat hier auch berechtigte Sieg-Chancen.

Mit dem Kurzfilm "Raju" von Max Zähle und Stefan Gieren geht ein weiterer deutscher Kandidat ins Oscarrennen. Der Film wurde im Vorjahr bereits mit dem Studentenoscar ausgezeichnet. Außerdem wurde die deutsche Kostümbildnerin Lisy Christl nominiert für ihre Arbeit an Roland Emmerichs Historiendrama "Anonymus".

Bei den für die Academy immer wichtiger werdenden Animationsfilmen zeichnet sich ein Dreikampf zwischen "Rango", "Der gestiefelte Kater" und "Kung Fu Panda 2" ab. Den Spezialeffekte-Oscar dürften entweder "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2" oder "Planet der Affen: PRevolution" einheimsen.

Aushilfsmoderator beschwört die Liebe zum Film

Wer dann tatsächlich alles einen Goldjungen mit nach Hause nehmen darf, das entscheidet sich in der Nacht von Sonntag, den 26.2., auf Montag, den 27.2., im Kodak Theatre von Los Angeles. Moderieren darf den wichtigsten Abend der Traumfabrik dabei Comedy-Superstar Billy Crystal - und das bereits zum neunten Mal!

Doch Crystal ist nur ein Notnagel, denn eigentlich sollte ein anderer die Filmschaffenden mit coolen Sprüchen begeistern: Eddie Murphy! Aber der sagte ab, weil der als Regisseur der Zeremonie geplante Brett Ratner, mit dem Murphy zuletzt den Komödienhit "Aushilfsgangster" gedreht hat, abgesetzt wurde: Er hatte sich im Vorfeld zu schwulenfeindlichen Witzen hinreißen lassen.

Nun freut sich also Billy Crystal auf die Goldjungs-Gala. Und auch wenn natürlich selbst er noch keine Preisträger kennt und auch wenn sein gespannt erwarteter Eröffnungs-Monolog ebenfalls streng geheim bleibt, so hat er zumindest soviel über seine Pläne für die Verleihung verraten: "Mein großes Thema für den Abend lautet: 'Wie habt Ihr Euch eigentlich ins Kino verliebt?' Schließlich verbindet uns das alle und das müssen wir mal so richtig feiern!"

Was für ein schönes Motto für die Nacht, in der diejenigen geehrt werden, die dieser Liebe immer wieder Nahrung geben...

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