Es hat 27 Jahre gedauert, bis aus dem Kultbuch der Kinofilm "Per Anhalter durch die Galaxis" entstand. Regisseur Garth Jennings und Produktionspartner Nick Goldsmith können sich bereits jetzt über gute Einspielergebnisse in den amerikanischen und britischen Kinos freuen.
Das liegt auf der Hand. Ich weiß, dass Douglas Adams ein großer Python-Fan war. Er wollte John Cleese werden, wenn er groß ist.
JENNINGS: Nun, wir mussten uns in irgendeiner Form gegen die zu großen Erwartungen wappnen. Wir wollten mit etwas anfangen, das den Fans bekannt vorkommt, aber auch klar macht, in welchem Tonfall wir die Geschichte erzählen wollen.
Der Film "Per Anhalter durch die Galaxis" soll weniger eine buchstäbliche Leinwandübersetzung, sondern eher ein Feiern des Stoffs sein. In dieser Richtung war Douglas Adams auch selbst unterwegs, bevor er verstarb, was durchaus auch in der Tradition der in sich widersprüchlichen Fassungen von "Per Anhalter durch die Galaxis" steht. Die Radioversion war anders als die Buchversion, und die Fernsehserie war wieder anders.
Mit Handtuch, Roboterarm und Zitronenpresse bestens gerüstet: Fort, Arthur und Zaphod (Foto: Buena Vista)
Schon, aber nicht mit "Per Anhalter durch die Galaxis". Wir hatten zwei Jahre an unserem eigenen Drehbuch gearbeitet und standen eigentlich schon kurz vor den Dreharbeiten, als wir diesen Anruf erhielten, ob wir Interesse hätten, Adams' Kultbuch zu verfilmen.
Und zunächst haben wir "Nein!" gesagt. Wir antworteten, wir würden an unserem eigenen Film arbeiten, und dachten uns, dass das ja wohl nichts sein könnte, da das Angebot aus Hollywood kam. Als ich dann das Drehbuch las, musste ich allerdings feststellen, dass sie es nicht versaut hatten.
JENNINGS: Wir hatten befürchtet, dass Arthur Dent als Rambo herumläuft. Aber es war eine gute Umsetzung. Das Eigene und Besondere von Adams' Grundlage war noch zu erkennen und trotzdem wurden die richtigen Schritte unternommen, damit das Ganze als Film funktioniert. Es war eine dieser seltenen Gelegenheiten, die man sich nicht durch die Lappen gehen lassen darf.
GOLDSMITH: Einer der Gründe ist, dass wir nach Hollywood-Maßstäben billig waren. Der Film hätte immer zu viel gekostet. Das Tolle daran war, dass wir uns jedes Mal einen kreativen Ausweg einfallen lassen mussten, wenn wir eine Budgethürde zu nehmen hatten.
So haben wir beispielsweise mehr als einmal nicht das Ereignis selbst gezeigt, sondern die Auswirkungen. Anstatt also zu zeigen, wie ein Raumschiff auf einem Planeten einschlägt, zeigen wir, wie eine kleine Krabbe, die auf diesem Planeten herumläuft, diesen Einschlag wahrnimmt. In 90 Prozent aller Fälle, in denen wir uns irgendetwas nicht leisten konnten, haben wir unserer Ansicht nach etwas Besseres gefunden.
JENNINGS: Es schien, je einfallsreicher wir sein mussten, desto besser wurde der Film. Natürlich musste er mit den Anforderungen an moderne Kinofilme mithalten, aber eben mit dem Erfindungsreichtum, den man auch in den Werken von Douglas Adams findet.
GOLDSMITH: Ich glaube, das Schwierigste war immer das Drehbuch. Als wir das Drehbuch in die Hände bekommen haben, war es schon ziemlich gut. Garth hat eine gute Analogie dafür parat. Es ist wie bei einem Marmeladenglas, das keiner aufzukriegen scheint, bis es sich dann auf einmal doch wie von selbst öffnen lässt. Der Letzte profitiert dann von den Anstrengungen der anderen. Wir kamen einfach nur zur richtigen Zeit.
JENNINGS: Genau. Wir haben das Marmeladenglas aufbekommen.