Amerikanischer Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler. Mit fünf ungewöhnlichen Filmen hat Nick Cassavetes von seinem Regiedebüt "Ein Licht in meinem Herzen" bis zu "Alpha Dog" einen ganz eigenen Stil entwickelt und ist damit aus dem Schatten seines übermächtigen Vaters John Cassavetes (1929-1989) getreten, der nach wie vor als unerreichtes Vorbild aller amerikanischen Independents mit Filmen wie "Shadows", "Eine Frau unter Einfluss" und "Faces" gilt. Cassavetes, der von der Schauspielerei ("ich sah schnell, dass ich kein besonders begabter Schauspieler war") ins Regiefach wechselte, kritisiert das Schablonendenken sowohl des Mainstream als auch der Independents und geht risikoreich eigene Wege: ein Maverick wie sein Vater ("Mein Vater war ein Freak, eine Laune der Natur.").
Nick Cassavetes schrieb und inszenierte 1996 als "Fingerübung" und Hommage an seine Mutter, die Schauspielerin Gena Rowlands, die Geschichte einer Witwe, die durch ihre Nachbarin (Marisa Tomei), deren Sohn und einen französischen Trucker (Gérard Depardieu) wieder zu eigenen Gefühlen findet. Er schrieb ein Drehbuch seines Vaters um und legte in Cannes 1997 mit dem Achterbahn-Drama "She's So Lovely - Alles aus Liebe" die kompromisslose Geschichte eines Loser-Pärchens (Sean Penn und Robin Wright Penn) vor. Sean Penn gewann damit den Darstellerpreis des Festivals.
Fünf Jahre später inszenierte Cassavetes für New Line Pictures mit "John Q - Verzweifelte Wut" (2002) Oscar-Preisträger Denzel Washington als Vater, der für seinen todkranken Sohn zu extremen Mitteln bis zur Geiselnahme in einer Klinik greift. Einen großen kommerziellen Erfolg erzielte Cassavetes mit "The Notebook - Wie ein einziger Tag" (2004), die Adaption des Bestsellers von Nicholas Sparks über die große unglückliche Liebe eines Paares (Gena Rowlands, James Garner, Rachel McAdams, Ryan Gosling). Nach eigenem Drehbuch entstand "Alpha Dog" (2006), Chronik eines absurden Verbrechens und Studie kalifornischer Jugend zwischen Überfluss und Überdruss. Rechtliche Probleme verhinderten fast zwei Jahre den Start des Films, im dem Musiker Justin Timberlake sein Schauspieldebüt gab. Für ich schrieb Cassavetes 2007 das Musikvideo "What Goes Around.../...Comes Around".
Nick David Rowlands Cassavetes wurde 1959 in New York City geboren, verbrachte als Kind viel Zeit auf den Sets des Vaters und studierte an der New York Academy of Dramatic Arts. 1985 debütierte er als Schauspieler in "Die Maske" (von Peter Bogdanovich) und war ein Jahrzehnt in Nebenrollen von Actionfilmen ("Delta Force 3", "Blinde Wut", mit Rutger Hauer), Biopics ("The Doors", "Mrs. Parker und ihr lasterhafter Kreis") und John Woos Meisterwerk "Face/Off - Im Körper des Feindes" (1997) zu sehen.
Nick Cassavetes schrieb das Drehbuch zu Ted Demmes Drogentrip "Blow" (mit Johnny Depp) und war Ausführender Produzent von "The Incredible Mrs. Ritchie" (TV 2003, mit Gena Rowlands), das ihm den Daytime Emmy Award für ein herausragendes Familienspecial einbrachte. Für "Ein Licht..." wurde er 1996 in Fantasporto mit dem Preis der Director's Week ausgezeichnet.
Tobey Maguire wegen illegaler Poker-Runden angeklagt
Im Kino schoss er mit seinen Fingern Spinnenfäden durch die Häuserschluchten, im Privatleben knallt er vier Asse auf den Tisch.
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Hat Tobey Maguire mit zwielichtigen Gestalten gezockt? (Foto: Kurt Krieger)
Dass Tobey Maguire gerne Poker spielt, ist schon länger bekannt. Dass der Star der "Spider-Man"-Filme dabei um extrem hohe Einsätze spielt, ist dagegen neu. Mindestens 300.000 Dollar soll Maguire bei Pokerrunden in Kalifornien abgeräumt haben. Das Problem dabei: Es handelte sich angeblich nicht um offiziell angemeldete Turniere, sondern um illegale Zockerrunden mit zwielichtigen Gestalten.
Das behaupten zumindest die Gläubiger des einstigen Hedge Fond Managers Bradley Ruderman, der wegen Anlagebetrugs im Schneeballsystem hinter Gittern sitzt. Die Insolvenzverwalter dessen pleite gegangenen Unternehmens versuchen, einen Teil der von Ruderman vernichteten Gelder, rund vier Millionen Dollar, wieder zurückzugewinnen.
Maguire: "Nur ein bisschen mit Freunden gespielt"
Ruderman behauptet, dass er zwischen 2002 und 2009 insgesamt 5,2 Millionen Dollar beim Pokern verloren habe, 311.000 Dollar davon an Tobey Maguire. Ruderman hatte dabei oft nicht mit seinem eigenen Geld, sondern dem seiner Anleger gespielt. Die Pokerrunden sollen in drei großen Hotels in L.A., unter anderem dem Four Seasons, abgehalten worden sein. Die Kartengeber seien dabei privat angeheuert worden. Das ist insofern entscheidend, als in den USA Pokerspiele nur mit staatlich lizenzierten Kartengebern legal sind. Wären die Pokerrunden aber tatsächlich illegal gewesen, wäre auch Maguires Gewinn illegal und er müsste das Geld zurückzahlen - wovon dann wiederum Rudermans Gläubiger profitieren würden.
Doch der Hollywood-Star wehrt sich gegen die Vorwürfe und hat sofort Klage eingereicht. Er gibt zwar zu, in Kalifornien Poker gespielt zu haben. Doch seien die Spiele entgegen der vorgebrachten Anschuldigungen "nicht kontrolliert" gewesen und es habe auch keinen "regelmäßigen Stamm von Spielern aus reichen Prominenten, Unternehmern, Anwälten und Geschäftsleuten" gegeben, wie ebenfalls unterstellt wurde. Man habe "nur zum Spaß unter Freunden" gespielt.
Diese Freunde sind unter anderem Matt Damon, Leonardo DiCaprio, Ben Affleck und der Regisseur Nick Cassavetes. Letzterer wird ebenfalls auf die Rückgabe von 73.000 Dollar verklagt. Die anderen Top-Stars sind außen vor, weil sie nur gelegentlich teilgenommen hätten. Pikant: Es wurde nicht nur an professionellen Pokertischen gespielt, wie sie eigentlich nur bei Turnieren üblich sind, sondern es gab im Rahmen der Glücksspiele auch Massagen für die Teilnehmer.
Ob Tobey Maguire dabei tatsächlich die genannte Geldsumme gewonnen hat, ließ er selbst unkommentiert. Denn 300.000 Dollar sind natürlich schon etwas mehr, als man unter Freunden normalerweise als Pott auf dem Tisch liegen hat. Der professionelle Poker-Spieler Phil Hellmuth attestiert Tobey Maguire indes, dass dieser ebenfalls "locker als Profi durchgehen würde". Seiner Meinung nach habe der Schauspieler insgesamt sogar über 10 Millionen Dollar beim Pokern in Hollwood-Kreisen abgeräumt. Inwieweit diese Spiele jedoch als legal oder illegal einzustufen sind, wird erst das Gericht klären können.