Wo "Playboy" draufsteht, ist vor allem eins wichtig: nackte Haut!
Beim Titel "Playboy Club" würde jeder auf ein Filmchen tippen, in dem Körbchengröße vor Story geht, und das vor allem für einsame Hotelzimmernächte konzipiert wurde. Dabei steckt hinter dem neuen Projekt von Amber Heard ein waschechtes Drama: Der Pilotfilm zur NBC-Serie "Playboy Club" dreht sich um den legendären gleichnamigen Club im Chicago der wilden Sixties.
Dort bemühte man sich um eine aufregende und mysteriöse Atmosphäre und behauptete später, damit maßgeblich zur sexuellen Revolution beigetragen zu haben. Amber Heard, die zuletzt schon in "Drive Angry" mehr durch körperliche Präsenz denn mimische Vielseitigkeit auffiel, spielt die Hauptrolle einer gerade frisch eingestellten "Unterhalterin" im Playboy Club namens Maureen. Das Mädel ist die klischeehafte Unschuld vom Land, neugierig, sexuell freizügig und mit einem dunklen Geheimnis in ihrer Vergangenheit.
So weit, so unglaubwürdig - wäre da nicht Regisseur Alan Taylor. Der Serienspezialist inszenierte viele "Sopranos"-Folgen, das Monumentalepos "Rom" und gehört zu den kreativen Köpfen der Erfolgsserie "Mad Men", die ebenfalls mit Sixties-Flair punktet.
In "Playboy Club" sollen die Angestellten des Etablissements im Mittelpunkt stehen, ihre Lebensgeschichten und ihre Rolle im gesellschaftlichen Umbruch, den die sexuelle Revolution in den USA brachte. So will beispielsweise die von Naturi Naughton ("Fame") dargestellte Schönheit das erste afroamerikanische Playmate werden.
Das Problem dabei: Amerika präsentiert sich inzwischen deutlich prüder als vor 45 Jahren und der Pilotfilm soll zunächst im konservativen Sender NBC laufen. Allzu viel nackte Tatsachen können die Macher also trotz des "Playboy" im Titel nicht zeigen. Trotzdem sagen Kenner der Serie riesigen Erfolg voraus, ein Kinofilm gilt bereits als sicher.