In seinen ersten Jahren war er gefeiertes "Wunderkind" des New Hollywood. 1980 sorgte er jedoch mit einem Western für den Ruin des Hollywood-... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max07/kuk07/kuk21/u0721071/b150x150.jpg Michael Cimino

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Michael Cimino


  • Geburtstag
    16.11.1943
  • Geburtsort
    New York, New York

In seinen ersten Jahren war er gefeiertes "Wunderkind" des New Hollywood. 1980 sorgte er jedoch mit einem Western für den Ruin des Hollywood-Studios United Artists und konnte sich im Lauf seiner Karriere nie wieder von diesem Debakel erholen. Michael Cimino, geboren 1943, studierte Architektur und diente bei den "Green Berets", bevor er als Drehbuchautor mit John Carpenter und John Milius arbeitete. Das Buch zur "Dirty Harry"-Fortsetzung "Calahan" (1973) gefiel Clint Eastwood, so dass er Cimino 1974 die Regie von "Thunderbolt and Lightfoot - Die letzen beißen die Hunde" anvertraute. Die rasante Inszenierung dieser Gangsterballade, ihre ironisch gebrochene Handlung um einen alten (Clint Eastwood) und einen jungen Gauner (Jeff Bridges) und die ausnehmend schöne, an John Ford erinnernde Landschaftsfotografie charakterisieren bereits Ciminos Stil. Mit dem jahrelang vorbereiteten Vietnam-Drama "Die durch die Hölle gehen", dessen erstes und letztes Drittel in der Stahlarbeiterstadt Pittsburgh spielen, hatte Cimino bei Publikum und Kritik Erfolg. Seine Akribie in der Zeichnung der russischen Einwandererkolonie und die Dramatik der Vietnam-Szenen sowie die Hirschjagd, bei der Robert De Niro als Enkel von Kapitän Ahab erscheint, brachten Cimino den Regie-"Oscar" ein. Sein künstlerisch geschlossenstes, vierstündiges Meisterwerk "Heaven's Gate", ein Monumentalwestern von epischer Geschlossenheit, ist eines der großen Werke der Filmgeschichte. Es vereint nach europäischen Maßstäben Luchino Visconti, John Ford und Sam Peckinpah und erzählt eine kapitalismuskritische Geschichte vom historischen Weidekrieg im Johnson County Ende des 19. Jahrhunderts, mit Kris Kristofferson als Marshall zwischen Großgrundbesitzern, Einwanderern, Kleinfarmern und Huren. Aber dieser Abgesang auf amerikanische Ideale verschlang im Lauf seiner kostenintensiven Drehzeiten derart enorme Geldsummen, dass der - überdies in einer über ein Drittel gekürzten Fassung - in den Kinos laufende Film das Desaster von United Artists nicht mehr abwenden konnte. Erst fünf Jahre später konnte Cimino mit dem Cop-Film "Im Jahr des Drachen - Manhattan Massaker" seine überragenden inszenatorischen Fähigkeiten noch einmal unter Beweis stellen, bevor er mit dem Mafia-Epos um den Sozialrebellen Salvatore Giuliano ("Der Sizilianer"), dem Gangsterfilm "24 Stunden in seiner Gewalt", einem Remake von "An einem Tag wie jeder andere" (1955), und dem etwas esoterischen, in einem Reservat spielenden Spätwestern "The Sunchaser" (1996) eine Reihe von unpersönlichen Auftragsarbeiten übernahm.

  • Geburtstag
    16.11.1943
  • Geburtsort
    New York, New York
  • Geburtsland
    USA

Big Apple Arrabiata

Am Anfang war ein Roman, am Ende steht ein Meisterwerk. Dazwischen lag ein kreativer Kampf, mit dem Martin Scorseses Mammutprojekt trotz unzähliger Hindernisse doch noch prachtvoll Gestalt annahm.

Großansicht Martin Scorsese gibt Leonardo DiCaprio Anweisungen

Martin Scorsese gibt Leonardo DiCaprio Anweisungen

"Für junge Leute ist es wichtig zu verstehen, dass Amerika nicht plötzlich aus dem Nichts entstand, mit einem Starbucks-Shop an jeder Ecke." So fasst Regisseur Martin Scorsese die Bedeutung seines größten Projekts zusammen, das 30 Jahre in ihm reifte, bis es endlich verwirklicht werden konnte.

Der Virus, eine Geschichte über das alte New York zu erzählen, das ihn seit seiner Kindheit faszinierte, befiel ihn 1970. Bei Freunden entdeckte Scorsese Herbert Asburys "Gangs of New York". Der 1927 erstmals veröffentlichte Roman lies ihn nicht mehr los - so wie Sergio Leone vor Jahren von Harry Greys "The Hoods" (1952) gepackt wurde, aus dem dann "Es war einmal in Amerika" geboren wurde.

Jay Cocks, ein Freund Scorseses, kannte das Buch, das längst Kultstatus genoss und entwickelte daraus ein Drehbuch, das bereits 1977 in Produktion gehen sollte. Doch obwohl das Megaprojekt in Branchenblättern bereits angekündigt worden war, wurde es immer wieder verschoben, bis der Flop von Michael Ciminos teurem Neo-Western Heaven's Gate es Anfang der Achtziger endgültig zu beerdigen schien.

Anno 1863: Der Bürgerkrieg kommt nach New York

Anno 1863: Der Bürgerkrieg kommt nach New York

Mit Risiko nach Rom

Die Wiederauferstehung kam überraschend und über 15 Jahre später. Ende der Neunziger fand Scorsese risikofreudige Geldgeber für das geplante Budget von 85 Millionen Dollar und einen Drehort, an dem das New York von 1863 wieder lebendig werden konnte.

Five Points, der von fünf Straßen begrenzte, von Halsabschneidern beherrschte Einwandererbezirk, wurde von Produktionsdesigner Dante Ferretti in Roms legendärem Studiokomplex Cinecitta wiederaufgebaut.

<br />Martin Scorsese und Cameron Diaz beim Dreh


Martin Scorsese und Cameron Diaz beim Dreh

Aus Asche wird New York

Aus Holz, Beton, Gips und Plastik baute eine Armee von Handwerkern ganze Straßenzüge, ja sogar ein Hafenareal auf. Das Designerteam orientierte sich an Fotografien, vor allem aber an den jüngst in New York ausgegrabenen 850.000 Fundstücken von Five Points, die später mit Ausnahme von 18 Exponaten vom Schutt des 11. September wieder begraben wurden.

Es war ein gewaltiger Kraftakt, den Scorsese und sein Mammut-Team hier in insgesamt 137 Drehtagen leisteten.

Action im Cinecitta in Italien

Action im Cinecitta in Italien

Endlich...

Am Ende waren 100 Millionen Dollar und die Nerven mancher Beteiligter aufgebraucht. Anekdoten vom Set gingen um den Globus, vor allem von Daniel Day-Lewis, der sich so intensiv auf seine Rolle als Messerwerfer Bill the Butcher vorbereitet haben soll, das keiner ihm unnötig zu nahe kommen wollte.

Wie schon bei "Zeit der Unschuld", arbeitete Scorsese ein Jahr am Schnitt seines Films. Die Mühe hat sich gelohnt: "Gangs of New York" wurde für 10 Oscars nominiert, darunter auch für den Besten Film, den Besten Hauptdarsteller (Day-Lewis), eben den Besten Schnitt - und natürlich für die Beste Regie.


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