Seinen größten Erfolg erzielte der britische Regisseur Michael Apted mit 007: Der dritte Einsatz von Pierce Brosnan als Geheimagent James Bond in "... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max12/kuk12/kuk45/u1245085/b150x150.jpg Michael Apted
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Michael Apted

  • Geburtstag
    10.02.1941
  • Geburtsort
    Aylesbury, Buckimghamshire

Seinen größten Erfolg erzielte der britische Regisseur Michael Apted mit 007: Der dritte Einsatz von Pierce Brosnan als Geheimagent James Bond in "Die Welt ist nicht genug" brach 1999/2000 den Rekord der Vorgänger. Dabei ist der 1941 geborene Apted kein typischer Bond- oder Action-Regisseur; er wuchs allerdings mit der Serie auf und profilierte sich als Regisseur von Thrillern. Der Jurist Apted kam vom Fernsehen, wo auf über 60 Serien, Programme für Kinder, Fernsehversionen von Bühnenstücken und Dokumentarfilme zurückblicken konnte. Sein Regiedebüt gab er 1972 mit dem Kriegsdrama "Desertiert" (mit Glenda Jackson und Oliver Reed), dem der Rock'n'Roll-Film "Stardust" um die Schattenseiten des Glam-Rock, programmatisch mit David Essex und Adam Faith besetzt, folgte. Musik-Themen blieb Apted mit "Nashville Lady", in dem Sissy Spacek die Country-&-Western-Sängerin Loretta Lynn spielte, ebenso verhaftet wie auch mit dem Konzertfilm um Sting, "Bring on the Night", der ihm einen Grammy einbrachte, oder der Dokumentation über den sowjetischen Rock-Star Boris Grebenshikow. Im Thriller-Genre arbeitete Apted noch intensiver: er inszenierte "Der aus der Hölle kam" (mit Stacy Keach) und den nostalgischen Krimi "Das Geheimnis der Agatha Christie" (mit Vanessa Redgrave als Krimiautorin in heimlicher Liebschaft). In dem Welterfolg "Gorky Park" (nach Martin Cruz Smiths Roman) treten William Hurt als sowjetischer Polizist und Lee Marvin als Zobelschmuggler innerhalb einer komplizierten Mordgeschichte gegeneinander an, in dem Gerichtsfilm "Das Gesetz der Macht", prallen Gene Hackman und Mary Elizabeth Mastrantonio als Vater und Tochter und gegnerische Anwälte aufeinander, die Mord-Recherche "Halbblut" (mit Val Kilmer als halbindianischem FBI-Agenten) spielt in einem indianischen Reservat, und im Mediziner-Thriller "Extrem - mit allen Mitteln" treffen Gene Hackman und Hugh Grant aufeinander. Seine größten Erfolge erzielte Apted mit Sigourney Weaver als Primatenforscherin Dian Fossey in dem halbdokumentarischen Spielfilm "Gorillas im Nebel" und mit Jodie Foster als weiblichem Wolfskind "Nell", der beiden Schauspielerinnen eine "Oscar"-Nominierung einbrachte. Zwischen seinen Spielfilmen war Apted als mehrfach ausgezeichneter Dokumentarist tätig, dessen Lebenswerk die 1963 begonnene "35 Up"-Serie ist, die das Leben von 14 britischen Schulkindern verfolgt, die alle sieben Jahren aufgesucht werden, und die vergleichbar ist mit dem "Golzow"-Projekt der deutschen Dokumentaristen Barbara und Wilfried Junge.

Nach der Buchvorlage von Robert Harris castete Apted Dougray Scott und Kate Winslet für seinen Thriller "Enigma - Das Geheimnis". Der britische Geheimdienst beauftragt den Mathematiker Tom, den Enigma-Code der deutschen Marine zu dechiffrieren, gleichzeitig sucht dieser seine verschwundene Geliebte Claire. Apted führte u. a. Regie bei der TV-Serie "Rom", die 2006 Emmys für Ausstattung, Kostüme und Spezialeffekte erhielt. Die Produktionskosten waren erheblich; so baute man einen Teil des antiken Roms in der Nähe der italienischen Hauptstadt nach. Mit dem Historiendrama "Amazing Grace" inszenierte er nach einem Drehbuch von Steve Knight die Geschichte von William Wilberforce (Ioan Gruffudd), der sich für die Abschaffung der Sklaverei im Empire einsetzte. John Newton wurde von Albert Finney dargestellt

2007 wurde Michael Apted erneut als Präsident der Regiegewerkschaft DGA (Directors Guild of America) seines Amtes bestätigt. Er ist mit Jo Apted verheiratet und hat zwei Kinder.

  • Geburtstag
    10.02.1941
  • Geburtsort
    Aylesbury, Buckimghamshire
  • Geburtsland
    Großbritannien
Nervosität in Narnia

Mit Michael Apted versucht sich einer der erfahrensten Regisseure der Branche an der Wiederbelebung des "Narnia"-Franchise. Die Probleme im Vorfeld bescherten ihm den schwierigsten Film seiner Karriere.

Großansicht Lucy, Kaspian und Edmund dürfen sich nun doch wieder in Narnia mit der Weißen Hexe herumärgern (Foto: Fox)

Lucy, Kaspian und Edmund dürfen sich nun doch wieder in Narnia mit der Weißen Hexe herumärgern (Foto: Fox)

Es gibt wohl kaum einen Film, der von der Finanzkrise profitierte. Doch ausgerechnet der dritte Teil der "Narnia"-Trilogie "Die Reise auf der Morgenröte" hat ihr seine Existenz zu verdanken. Ende 2008 hatte sich Disney von dem Franchise verabschiedet, nachdem der zweite Teil, "Prinz Kaspian", weit hinter den kommerziellen Erwartungen zurückgeblieben war - auf 419 Mio. Dollar belief sich das weltweite Boxoffice, 325 Mio. Dollar weniger als Teil eins, "Der König von Narnia". Und das bei einem Budget von rund 250 Mio. Dollar. Der Traum, mit den Fantasybüchern von C.S. Lewis einen langlebigen Boxoffice-Garanten zu schaffen, schien ausgeträumt.

Dabei hatte Regisseur Michael Apted schon längst mit der Vorproduktion des dritten Teils, "Die Reise auf der Morgenröte", begonnen. Nach Disneys Ausstieg fanden er und Rechteinhaber Walden Media in der Fox schnell einen neuen Partner. Und der kamen ausgerechnet die Turbulenzen auf den Finanzmärkten zu Hilfe. Denn der australische Dollar verlor enorm an Wert. Die ideale Voraussetzung, um die Fantasiewelt nach Down Under zu verlegen.

Ursprünglich hatte Michael Apted geplant, den Film größtenteils in Europa zu realisieren. Eine andere Variante war es, den Fußstapfen von James Cameron zu folgen und im "Titanic"-Wassertank im mexikanischen Rosarito zu drehen. Schließlich ist die "Morgenröte" in ihrem Kern ein Schiffsabenteuer.

Doch vor Ort wurden Apted und sein Team mit einer harten Realität konfrontiert: Die Stadt war vom Drogenkrieg lahmgelegt. Das Filmteam hätte in einem abgegrenzten Lager leben und sich in gepanzerten Fahrzeugen fortbewegen müssen. Doch Australien, das Michael Apted ebenfalls gescoutet hatte, hatte keinen Tank zu bieten. So entwickelte das Team eine andere Lösung: Das titelgebende Schiff mit seinen 125 Tonnen wurde auf einem Gimbal am Meeresufer errichtet; die Schwenkbühne sorgte dann für die passenden Bewegungen vor dem Ozean- Hintergrund.

Nach über zwei Jahren Vorbereitungszeit konnte Apted im Juli letzten Jahres mit dem Dreh beginnen: "Mein James-Bond-Film 'Die Welt ist nicht genug' war schon kompliziert genug, aber das ganze Hin und Her bei 'Narnia' schlug alles." Der inzwischen 69-jährige Branchenveteran ("Gorillas im Nebel") war dabei nicht mal ein Fan der Bücher: "Als ich aufwuchs, waren sie ja noch gar nicht geschrieben", meint er mit einem Schmunzeln. Was ihn an der Herausforderung reizte, war der enorme Komplexitätsgrad des Projekts, da er noch nie einen Film mit so vielen visuellen Effekten gedreht hatte.

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Und noch ein anderer Aspekt war für Michael Apted wichtig: "Bei den meisten Filmen kämpfst du darum, sie dem Zuschauer näherzubringen. Aber für die Narnia-Filme gibt es von vornherein ein Publikum, wenn du einen guten Job machst. Und das ist eine sehr verführerische Vorstellung." Beim zweiten Film war es nicht gelungen, dieses Potenzial voll auszuschöpfen. Deshalb betont Michael Apted: "Wir knüpfen am ersten Teil wieder an. Der zweite Film erzählte eine viel düsterere, weniger magische Geschichte. Von dem heben wir uns eindeutig ab."

Von den bisherigen Protagonisten sind unter anderem Kaspian, einst Prinz, jetzt König, sowie die beiden jüngeren der Pevensie-Geschwister wieder mit von der Partie. Tilda Swinton macht als Weiße Hexe erneut den Protagonisten das Leben schwer; auf deren Seite kämpfen digitale Kreaturen wie der Mäuserich Riepischiep und der Löwe Aslan. Streng genommen spielt sich der Film gar nicht einmal in Narnia ab; die Helden schippern vielmehr zu verschiedenen Inseln im Meer."

Apted hatte mit rund 155 Mio. Dollar weniger Geld zur Verfügung als sein Vorgänger Andrew Adamson, der nur aus zeitlichen Gründen ausgestiegen war. Trotzdem war genügend Budget vorhanden, um unter anderem einen Kampf mit einer Meeresschlange zu kreieren. Der Regisseur selbst hatte mit dem Erwartungsdruck des Studios zu kämpfen: "Nachdem Film zwei nicht so erfolgreich war, möchte Fox, dass wir's Disney zeigen, wie man's richtig macht. Das sorgt für enorme Nervosität", die sich laut dem Regisseur in etlichen Verbesserungsnotizen des Managements manifestierte.

Einen kommerziellen Vorteil hat der dritte Teil gegenüber seinem Vorgänger in jedem Fall: Er wird in 3D zu sehen sein. Zwar wird "Die Reise auf der Morgenröte" erst nachträglich konvertiert, aber Michael Apted verspricht hohe Qualität: "Wir hatten dafür mehrere Monate, während andere Filme nur Wochen hatten. Abgesehen davon bringt Fox dank 'Avatar' großes Know-how in diesem Bereich mit." Anders als beim zweiten Teil üben sich die Geldgeber noch in Vorsicht. Für einen vierten Narnia-Film gibt es noch keine konkreten Pläne. Würde Apted dafür gegebenenfalls zur Verfügung stehen? "Man soll niemals Nein sagen."


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