Michèle Morgan

Michèle Morgan

Leben & Werk

Sieben Mal wurde sie jährlich von 1949-1955 als französischer Publikumsliebling ausgezeichnet und 1969 zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Die romantisch liebende, melancholisch mit ihren großen Augen sinnierende und reizende, blonde Träumerin Michèle Morgan (geb. 1920) steht für zwei Epochen des französischen Films: Für den Poetischen Realismus der 30er-Jahre, wo sie an der Seite von Jean Gabin in “Hafen im Nebel” (1938) ihre klassischen Auftritte als bedingungslose Liebhaberin des desertierten Soldaten hatte und mit Baskenmütze und Regenmantel zur Ikone wurde, und für die vom Film noir geprägten Melodramen und Kriminalfilme der Nachkriegszeit, wo sie wahlweise Opfer oder Rächerin und Ehefrau unter dem Einfluss von Jean Gabin, Gérard Philipe oder Henri Vidal (ihr zweiter Mann, 1950 bis zu seinem Tod 1959) war. Morgans makellose Schönheit machte sie, mehr als die teils zweitrangigen Filme, zur “Botschafterin des französischen Films”. Sie war eine der ersten Filmschauspielerinnen, die Verträge mit Kosmetikkonzernen einging. Ihren Preis als beste Darstellerin erhielt sie 1946 in Cannes für ihre Rolle des blinden Mädchens in “Und es ward Licht”. Morgan war für die Regisseure der “Nouvelle Vague” eine der Vertreterinnen der “Tradition der Qualität”, die die jungen Autoren verachteten. Nur Claude Chabrol setzte sie in “Landru – Der Frauenmörder von Paris” (1962) als eines der Opfer ein. Danach zog sie sich langsam vom Film zurück, fand aber unter der Regie von Claude Lelouch noch eine grandiose Rolle als Witwe, die sich mit einem Kommissar (Serge Reggiani) ein Katz-und-Maus-Spiel in “Eine Katze jagt die Maus” liefert. 1966 stellte Morgan erstmals ihre Gemälde aus. Sie veröffentlichte 1965 und 1977 ihre Memoiren.

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