Amerikanische Film- und Fernsehschauspielerin. Melissa Leo ist häufig nur in wenigen Szenen zu sehen, hinterlässt aber mit ihrer intensiven... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max11/kuk11/kuk13/u1113063/b150x150.jpg Melissa Leo

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Melissa Leo


  • Geburtstag
    14.09.1960
  • Geburtsort
    New York City, New York

Amerikanische Film- und Fernsehschauspielerin. Melissa Leo ist häufig nur in wenigen Szenen zu sehen, hinterlässt aber mit ihrer intensiven Darstellung nachhaltige Eindrücke. Die rothaarige Darstellerin spielt vorzugsweise skeptische, reife, desillusionierte, vom Leben gezeichnete erfahrene Frauen, die darüber nicht zynisch geworden sind, sondern sich gegenüber anderen Frauen solidarisch zeigen. Sie zeigt in vielen Filmen, wie hart es ist, sich in einer ausgeprägten Männerwelt durchzusetzen, so im Spielfilmdebüt "Streetwalkin" (1984), wo sie als Mädchen aus der Provinz in New York zur Prostituierten wird und ihren Zuhälter erschießt. Zwanzig Jahre später ist sie in Tommy Lee Jones' meisterhaftem Spätwestern "The Three Burials of Melquiades Estrada" (2005) an der mexikanisch-amerikanischen Grenze als Besitzerin eines Diners gestrandet. Die Nacktszene auf dem Sofa mit dem Filmehemann fanden Leserinnen der "Washington Post" überzeugend, weil sie sich wiedererkannten. "Burials..." war nach Alejandro González Inarritus "21 Gramm" (2003) die zweite Zusammenarbeit mit Drehbuchautor Guillermo Arriaga, den Leo schätzt, weil er sich in Frauen einfühlen kann und ihr mit der Rolle von Benicio del Toros gestresster Ehefrau eine Rolle nach Maß schrieb.

Melissa Leo spielte in über 60 Film- und TV-Arbeiten.

Als Computerspezialistin geriet sie in "Code of Ethics" (1997) an einen Serienkiller. Sie kümmerte sich mit Tilda Swinton als Psychologin in "Stephanie Daley" (2006) um Frauen mit totgeborenen Kindern und eine Frau, die ihr Baby umbrachte. In mehreren Filmen ist sie die Mutter von Teenagern in grauen Vorstädten, so in Holger Ernsts "The House is Burning" (2006) und in "American Gun" (2005). Sie war die besorgte Nachbarin von Robert De Niro und Dakota Fanning im Psychothriller "Hide and Seek" (2004), Schwester von William Hurt im Kriegs-Drama "Zeit des Schicksals" (1988) und Pionierfrau im Western-Drama "Little Jo - Eine Frau unter Wölfen" (1997).

Melissa Leo wurde 1960 als Melissa Chessington Leo in New York geboren, absolvierte die State University of New York und fand sofort ein Engagement in der TV-Serie "All My Children" (1984), das ihr eine Emmy-Nominierung einbrachte. Es folgten Auftritte in "Miami Vice" (1988), "Law & Order", "CSI" und "The L Word" (2005). Leo war die zickige Schwester von Scarlett O'Hara im "Vom Winde verweht"-TV-Sequel "Scarlett" (1993). Populär wurde sie als knallharter, schlagfertiger Sergeant Kay Parker in der Cop-Serie "Homicide: Life on the Street" (75 Folgen 1993 - 1997, ein Special 2000). Leo arbeitete mehrfach in den kammerspielartigen Tragikomödien von Henry Jaglom, so in "Always" (1985), "Venice" (1992), "Last Summer in the Hamptons" (1995) und "Hollywood Dreams" (2006).

Melissa Leo wurde mit dem Ensemble von "21 Gramm" mit dem Preis der Filmkritiker von Phoenix und mit dem Ensemble von "Burials..." mit dem Western Heritage Award ausgezeichnet.

Melissa Leo hat einen Sohn aus der Beziehung mit dem Schauspieler John Heard, der sie nach der Trennung mit Telefonterror und Stalking verfolgte und 1997 dafür verurteilt wurde.

  • Geburtstag
    14.09.1960
  • Geburtsort
    New York City, New York
  • Geburtsland
    USA

Oscars: Colin Firth dankt wie in "The King's Speech", Natalie Portman weint

"Wenn Du nominiert bist und dann Deinen Namen hörst - das fühlt sich an wie ein lautloses impressionistisches Gemälde…"

Großansicht Von der Academy vierfach gewürdigt: Hauptdarsteller Colin Firth und "The King's Speech" - bei den Damen siegt Natalie Portman für "Black Swan" (Foto: ©A.M.P.A.S)

Von der Academy vierfach gewürdigt: Hauptdarsteller Colin Firth und "The King's Speech" - bei den Damen siegt Natalie Portman für "Black Swan" (Foto: ©A.M.P.A.S)

So beschrieb Hollywoods Liebling Tom Hanks zu Beginn den besonderen Reiz einer Oscar-Verleihung. Dieser blumige Vergleich muss auch den großen Sieger Colin Firth verwirrt haben. Denn der Brite rang ganz wie seine stotternde Filmfigur König George in "The King's Speech" mit den richtigen Worten, nachdem er den magischen Satz "And the Oscar goes to… Colin Firth" gehört hatte: "Ich habe so ein komisches Gefühl im Bauch, das sich den Weg zu meinen Füßen bahnen will - aber meinen Freudentanz will ich lieber niemandem zumuten."

Den Rest seiner Dankesrede absolvierte Colin Firth sichtlich um Fassung bemüht im Stotterrhythmus - und dabei war garantiert kein Method Acting im Spiel: Der feinsinnige Brite steckte nicht etwa noch in seiner Rolle fest, er war schlicht vollkommen überwältigt.

Dabei war Colin Firths Sieg ebenso wenig überraschend wie der Preis für Natalie Portmans Glanzleistung in "Black Swan". Als Ballerina, die unter enormem Leistungsdruck die Grenzen ihres Körpers und ihrer Seele überschreitet, beeindruckte sie wie Millionen deutscher Kinozuschauer auch die ehrwürdige Academy - und nahm den Oscar als beste Hauptdarstellerin entgegen.

"Das ist der Wahnsinn!", rief Natalie Portman und kämpfte bei jedem Wort mit den Tränen. Sie dankte brav ihren Eltern sowie Luc Besson für ihre erste Rolle in "Leon - der Profi". Als sie sich schließlich an den Choreographen von "Black Swan", Benjamin Millepied, wandte, verlor Portman endgültig die Fassung: "Du hast mir die wichtigste Rolle meines Lebens gegeben", schluchzte Natalie dem Mann entgegen, von dem sie ein Kind erwartet.

Großansicht Großer Verlierer des Abends: "True Grit" von den Coen-Brüdern (Foto: Paramount)

Großer Verlierer des Abends: "True Grit" von den Coen-Brüdern (Foto: Paramount)

Der größte Verlierer

Tränen dürfte es auch bei den Coen-Brüdern gegeben haben: Ihr Western-Remake "True Grit" war zehn Mal nominiert und ging dennoch vollkommen leer aus. Stattdessen wurde "The King's Speech" mit vier Goldjungs neben "Inception" (ebenfalls vier Preise) der meistausgezeichnete Film des Abends. Dabei heimste das berührende Monarchendrama, das insgesamt zwölf Mal nominiert war, allerdings den wichtigsten Oscar für den besten Film ein. Außerdem gewann Newcomer Tom Hooper gleich auf Anhieb den begehrten Regie-Oscar. Auch fürs Drehbuch gab's einen Academy Award. "Inception" erhielt die Preise eher in den kleineren technischen Kategorien wie Visual Effects, Kamera und Ton.

Auch der hochgehandelte "The Social Network" gewann nur drei von acht möglichen Oscars (adaptiertes Drehbuch, Schnitt und Musik). Dafür überraschte Autor Aaron Sorkin mit einem Plädoyer für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der im Film alles andere als gut wegkommt: Ohne ihn wäre keine Revolution in Nordafrika möglich geworden, gab Aaron Sorkin zu bedenken.

Großansicht Christian Bale erhielt eine Trophäe für die beste Nebenrolle in "The Fighter" (Foto: Senator)

Christian Bale erhielt eine Trophäe für die beste Nebenrolle in "The Fighter" (Foto: Senator)

Ärger um das F-Wort

Einer der wenigen Momente schallenden Gelächters in einer ansonsten arg braven Oscar-Nacht war ausgerechnet Christian Bale zu verdanken. Er gewann den Preis für die beste Nebenrolle als Mark Wahlbergs Bruder in "The Fighter" und spielte auf der Bühne mit seinem Image als spaßgebremster Perfektionist: "Ich werde hier keine F**k-Arie ablassen, das kennt ihr ja schon zur Genüge von mir!" Bale hatte sich am Set von "Terminator 4" einen legendären Ausraster geleistet und einen Beleuchter minutenlang wüst beschimpft, weil dieser durchs Bild gelaufen war.

Auch der zweite Nebenrollen-Oscar ging an "The Fighter": Melissa Leo, die zuletzt schon für "Frozen River" nominiert gewesen war, wurde für ihren Part als biestige Mutter der boxenden Brüder Wahlberg und Bale ausgezeichnet. Sie benutzte in ihrer Dankesrede allerdings tatsächlich das böse F-Wort: "Als Kate Winslet hier oben stand, sah das so verf*ckt einfach aus!" In der US-Übertragung, die wegen des Superbowl-Eklats (Janet Jacksons "Nipplegate") um einige Sekunden zeitversetzt über den Äther ging, wurde diese Stelle prompt überpiept.

Großansicht Bester ausländischer Film: Das Familiendrama "In einer besseren Welt" (Foto: Universum)

Bester ausländischer Film: Das Familiendrama "In einer besseren Welt" (Foto: Universum)

Ausnahmsweise kein deutscher Jubel

Den Auslands-Oscar gewann Susanne Bier für Dänemark mit dem Familiendrama "In einer besseren Welt". Ein deutscher Beitrag war in diesem Jahr ausnahmsweise nicht nominiert. Deutsche Oscar-Chancen hatten aber Hans Zimmer für die Musik in "Inception" sowie Jakob Schuh und Max Lang für ihren animierten Kurzfilm "Der Grüffelo" gehabt. Die Preise gewannen jedoch "The Social Network" respektive "The Lost Thing".

Als bester animierter Spielfilm wurde erwartungsgemäß "Toy Story 3" geehrt, der auch als bester Film nominiert gewesen war. Für Ausstattung und Kostüme erhielt Tim Burtons knallbunte Mär "Alice im Wunderland" zwei Oscars, beim Makeup triumphierte - fast zwangsläufig - "Wolfman".

Großansicht Nicht die Moderatoren sondern Hollywood-Legende Kirk Douglas sorgt für besondere Momente (Foto: Kurt Krieger)

Nicht die Moderatoren sondern Hollywood-Legende Kirk Douglas sorgt für besondere Momente (Foto: Kurt Krieger)

Wall Street hinter Gitter und greise Flirt-Attacke

Einiges Aufsehen erregte die Dankesrede von Charles Ferguson, der für seine Finanzkrisen-Doku "Inside Job" einen Oscar erhielt: "Vor drei Jahren wurde eine weltweite Finanzkatastrophe durch massive Betrügereien verursacht. Doch bis heute musste dafür noch kein einziger Finanz-Manager ins Gefängnis. Da läuft etwas völlig falsch!"

Ach ja, außer den Gewinnern waren auch noch zwei Moderatoren im Kodak Theatre von Los Angeles zugange. Allerdings fielen Anne Hathaway und James Franco kaum auf, obwohl Letzterer sogar als Hauptdarsteller in "127 Hours" (der bei sechs Nominierungen komplett leer ausging) selbst eine Oscar-Chance hatte. Wie mau die Gags der beiden waren, zeigte eine Rückblende auf Bob Hopes genial-pointierte Moderationen - die waren sogar in schwarzweiß lebendiger als die des Jahres 2011!

So war der schönste Oscar-Moment der 83. Verleihung auch nicht Anne Hathaway oder James Franco zu verdanken, sondern einer 94-jährigen Hollywood-Legende: Kirk Douglas! Am Stock gehend und mit schleppender, kaum zu verstehender Stimme verlieh er den Preis für die beste Nebendarstellerin. Dabei erwies er sich als galanter Charmeur: "Du siehst toll aus! Wo warst Du nur, als ich noch Filme gedreht habe?", fragte er eine errötende Anne Hathaway.

Antwort: weit weg von einer Oscar-Verleihung - und das wäre wohl besser auch so geblieben…


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