Max Ophüls

Max Ophüls

Leben & Werk

Einer der größten Film-Künstler aller Zeiten, dessen atemberaubend fließender Erzählfluss und ebenso frei fliegender Kamerastil zu den schönsten ästhetischen Genüssen gehören, die das Kino überhaupt bietet. Wie bei Orson Welles wurde das relativ kleine und überschaubare Werk (20 Spielfilme) von Max Ophüls (1902 – 1957) grausam beschnitten und verstümmelt und lässt doch ein reiches Universum an Tönen und Bildern erkennen. Thematisch fast immer auf die romantische Liebesbegegnung in allen Variationen von einer Adaption von Goethes “Werther” (1937) bis zur gefährlichen Liaison der Tänzerin “Lola Montez” (1955) oder dem genialen Wechselspiel der kurzfristigen Liebe in “Der Reigen” (1950) konzentriert, entfaltete Ophüls in seinen Filmen einen Schwebezustand der Gefühle, ob bei französischen Bauern in der Provinz (“Le plaisir”), bei Weinfabrikanten am Rhein (“Lachende Erben“) oder auf dem dörflichen Jahrmarkt (“Die verkaufte Braut”), wobei seine vor allem in den letzten vier Filmen lang durchgedrehten und komplizierten Einstellungen mehrere Erzählebenen und Bewusstseinszustände erschaffen, die von einer wundervollen Musikalität erfüllt sind. Was die Kritik als “absolute Könnerschaft” wertet, bei Welles, Melville und Ophüls gilt dies in der Tat. Ophüls beeinflusste europäische Regisseure von Bernardo Bertolucci bis Francois Truffaut und Bertrand Tavernier. Max Ophüls wurde in Saarbrücken (der Stadt des jährlichen Max-Ophüls-Preises für deutsche Filme) geboren, arbeitete als Theaterschauspieler und Regisseur unter anderem am Burgtheater in Wien und emigrierte 1933 nach Frankreich, wo er 1938 Staatsbürger wurde und von wo er, seit 1940 Soldat, 1941 über Lissabon in die USA emigrierte. Dort entstanden zwischen 1947 – 49 vier Filme (u.a. “Brief einer Unbekannten”), die seinen Stil und amerikanische Genre-Regeln verschmolzen. Zurück in Europa, arbeitete Ophüls als Hörfunk-Regisseur in Baden-Baden. 1955 konnte er den bis dahin teuersten europäischen Film “Lola Montez” (mit Martine Carol, Peter Ustinov und Adolf Wohlbrück) vollenden, der von den Produzenten umgeschnitten wurde. Max Ophüls’ Sohn Marcel Ophüls, geboren 1927 in Frankfurt am Main, Regieassistent auch bei seinem Vater, wurde nach wenigen Spielfilmarbeiten einer der bedeutendsten Dokumentarfilmer der Gegenwart (“Das Haus nebenan“, “Hotel Terminus”).

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