Nach außen hin erfolgreich oder von dem Wunsch beseelt, Karriere zu machen, geht Matthew Perry in seinen Rollen im Maßanzug des gebeutelten East Coast Man durch die Fegefeuer der Liebe: Ob als Zahnarzt, der für seine raffgierige Frau in "Keine halben Sachen" das Kopfgeld für einen Mafia-Killer aushandeln soll, als zugeknöpfter Nachtclubbesitzer, der in "Fools Rush In" der rassigen Isabel (Salma Hayek) in die Wüste Mexikos folgt, oder als Architekt, der in "Ein Date zu dritt" sich der schönen Glasbläserin (Neve Campbell) gegenüber als schwul ausgeben muss, bis ihm der Kragen platzt und er sich öffentlich auf der Schwulenversammlung als Hetero outet.
Perry, gut aussehend mit Grübchen, hochgewachsen und mit seinem in die Ferne schweifenden Blick seltsam verträumt, was seinen Yuppie-Rollen die nötigen Ecken und Kanten verleiht und ihn besonders in Liebesdingen verletzbar und unsicher macht, ist die Krawattenversion von Woody Allens New Yorker Stadtneurotikern, und genau als solcher wurde er landesweit berühmt in der erfolgreichen TV-Serie "Friends", wo er als Chandler einer der sechs unter Metropolenfieber leidenden Freunde war, die wegen Liebeswirren oder Zigarettenentzug komische Situationen durchstehen müssen. In der Western-Klamotte "Fast Helden" war Chris Farley (in seiner letzten Rolle) sein Partner, in der Slapstick-Komödie "Mann umständehalber abzugeben" geriet er als Überbringer von Gerichtsvorladungen an Minirock-Trägerin Elizabeth Hurley, die ihm ein attraktives Angebot macht. Ein Wiedersehen mit Bruce Willis gab es in "Keine halben Sachen 2", in dem Perry seinen alten ungeliebten Nachbarn Jimmy "die Tulpe" (Willis) um Hilfe bitten muss, als seine Frau (und Jimmys Ex) von ungarischen Mafiosis entführt wird.
Perry, 1969 in Massachussetts geboren, machte früh mit dem Fernsehen Bekanntschaft und spielte seit 1985 regelmäßig in TV Movies, Serien und Serienepisoden, bis ihn "Friends" (seit 1994) zum Frauenschwarm machte. Der sportliche Perry war auch auf dem Tennisplatz erfolgreich: Platz 17 der Single-Junioren und Platz 3 im Doppel.
Matthew Perry wird Zac Efron
Schlagersänger Chris Roberts trällerte in den 70ern: "Du kannst nicht immer 17 sein, Liebling das kannst du nicht ..."
Großansicht
Die Ähnlichkeit ist da: Matthew Perry und sein jüngeres Ich Zac Efron (Foto: Kurt Krieger/ Walt Disney)
Man kann vielleicht nicht immer 17 sein, aber dafür wieder. "Friends"-Star
Matthew Perry macht diese Erfahrung nun in der Komödie "17". Er spielt einen Familienvater im besten Alter, der eines Morgens plötzlich im Körper eines Teenies erwacht. Um in der Nähe seiner Kinder sein zu können, schreibt er sich an deren Schule ein - was natürlich zu diversen peinlichen bis amüsanten Situationen führt.
Perrys jüngeres Alter Ego spielt der 20-jährige Zac Efron, der seit "High School Musical" und "Hairspray" als Hollywoods neue Wunderwaffe gilt. Leslie Mann aus "Beim ersten Mal" ist als Perrys Ehefrau zu sehen. Die Regie übernimmt Burr Steers, der sich bereits in der Tragikomödie "Igby" mit den großen und kleinen Problemen während der Pubertät auseinander gesetzt hat.
Alte Geschichte, neu erzählt
Ganz neu ist die Idee vom Erwachsenen im Körper eines Jugendlichen nicht. So genannte "Bodyswitch"-Komödien stehen seit "Big" mit Tom Hanks oder "Ein ganz verrückter Freitag" mit Jodie Foster in Hollywood hoch im Kurs. Nun darf sich das Publikum auf eine Neuauflage der altbewährten Story mit Matthew Perry und Zac Efron freuen. Die Dreharbeiten zu "17" beginnen nächsten Monat.