Italienischer Regisseur und Drehbuchautor. Matteo Garrone gehört zu einer Generation junger "wilder" italienischer Filmregisseure, die, von Pier... - Foto: http://images.kino.de/flbilder/max04/auto04/auto06/04060141/b150x150.jpg Matteo Garrone

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Matteo Garrone


  • Geburtstag
    15.10.1968
  • Geburtsort
    Rom

Italienischer Regisseur und Drehbuchautor. Matteo Garrone gehört zu einer Generation junger "wilder" italienischer Filmregisseure, die, von Pier Paolo Pasolini, Bernardo Bertolucci und Nanni Moretti beeinflusst, die Wiederkehr des Politischen thematisieren ("Gomorra") und in radikal persönlichen Filmen ("Der Einbalsamierer", "Körper der Liebe") die zerstörerischen Folgen von Zweier- und Dreierbeziehungen untersuchen. Mit der Verfilmung von Roberto Savianos Bestseller "Gomorra" (Uraufführung im Wettbewerb Cannes 2008) schuf er in Zusammenarbeit mit dem unter Polizeischutz stehenden Autor einen Film, der in fünf ineinander verschachtelten Geschichten, die Unterwanderung der Gesellschaft durch mafiose Strukturen am Beispiel der Camorra von Neapel schildert. "Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra" wurde mit seiner eigenwilligen Ästhetik mit Bildern wie aus der Kriegsberichterstattung, der komplexen Analyse der Unternehmensstruktur der Camorra und ihrer drei "Werte" Macht, Geld und Blut der wichtigste europäische Film der Jahre 2008/09. "Gomorra" wurde mit dem Großen Preis der Jury Cannes 2008 und mit dem Europäischen Filmpreis als Bester Film 2008 ausgezeichnet.

Matteo Garrone wurde 1968 in Rom als Sohn eines Theaterkritikers und einer Fotografin geboren. 1986 schloss er das Kunststudium am Liceo Artistico ab, arbeitete als Kamerassistent und widmete sich mehrere Jahre der Malerei. 1996 machte er sich mit dem Kurzfilm "Silhouette", der den von Nanni Moretti gestifteten Sacher-Preis gewann, in der Filmszene einen Namen. "Silhouette" wurde eine der drei Episoden in Garrones Spielfilmdebüt "Terra di Mezzo" (1997), das er mit der 1996 gegründeten Firma Archimede produzierte. Nach dem Dokumentarfilm "Oreste Pipolo, fotografo di matrimoni" (1998) inszenierte er die Spielfilme "Ospiti" (Kodak Award Venedig 1998) und "Estate Romana" (2000).

Mit "L'imbalsamatore - Der Einbalsamierer" (Cannes 2002) schaffte Garrone den Durchbruch. Die Dreiecksgeschichte um den für die Camorra arbeitenden kleinwüchsigen Einbalsamierer Peppino, der sich in den jungen Valerio verliebt, der von der wilden Deborah begehrt wird, endet tragisch und weist bereits die von Garrones Hauskameramann Marco Onorato fotografierten, streng architektonisch strukturierten Bilder auf, die auch "Gomorra" berühmt machen sollten. In "Primo amore - Körper der Liebe" (Wettbewerb Berlinale 2004) will ein Goldschmied die Frau, in die er sich verliebt hat, nach seinem Schönheitsideal formen, unterzieht sie dem Irrsinn des Hungerns und scheitert mit seiner Besessenheit und beider Realitätsverlust.

Matteo Garrone wurde für "L'inbalsamatore" 2002 mit dem David di Donatello und dem Premio Fellini für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Für "Gomorra" wurde er 2008 mit dem Europäischen Filmpreis als Bester Regisseur und 2009 mit dem David di Donatello als Bester Regisseur und für das Beste Drehbuch geehrt.

  • Geburtstag
    15.10.1968
  • Geburtsort
    Rom
  • Geburtsland
    Italien

Erneut Goldene Palme für Michael Haneke

Die französisch-deutsch-österreichische Koproduktion "Liebe" wurde als bester Film des Festivals geehrt. Regisseur Michael Haneke triumphierte damit bereits zum zweiten Mal.

Großansicht "Goldene Palme" 2012 für Michael Haneke, hier mit seinem "Liebe"-Star Isabelle Huppert (Foto: Kurt Krieger)

"Goldene Palme" 2012 für Michael Haneke, hier mit seinem "Liebe"-Star Isabelle Huppert (Foto: Kurt Krieger)

Drei Jahre nach "Das weiße Band" hat Michael Haneke erneut die Goldene Palme von Cannes gewonnen. Die französisch-deutsch-österreichische Koproduktion "Liebe" wurde als bester Film des Festivals geehrt.

Haneke ist erst der dritte Regisseur, der zweimal den Hauptpreis des Festivals gewinnen konnte - und er ist der erste Regisseur, dem dies in so kurzer Zeit gelungen ist. Während des Festivals war immer wieder zu hören, dass Haneke trotz euphorischer Kritiken wohl leer ausgehen würde, da Jury-Präsident Nanni Moretti ihn wohl nicht ausstehen könne - eine persönliche Fehde, die auf des Festival de Cannes 1997 zurückgehen soll, als Moretti in der Jury saß und Haneke mit "Funny Games" vertreten war.

Den Großen Preis sprach die Regie Matteo Garrones "Reality" zu. Für den umstrittenen Beitrag "Post Tenebras Lux" wurde der Mexikaner Carlos Reygadas als bester Regisseur genannt.

Favoriten aus den USA gingen leer aus

Der Däne Mads Mikkelsen erhielt den Preis als bester Schauspieler für seine Leistung in Thomas Vinterbergs vielgelobtem "Jagten". Als beste Schauspielerinnen wurden Casmina Stratan und Cristina Flutur in Cristian Mungius Glaubensdrama "Beyond the Hills" prämiert. Mungiu selbst erhielt den Preis für das beste Drehbuch. Der Rumäne hatte in Cannes 2007 die Goldene Palme für sein Debüt "4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage" gewonnen.

Der Preis der Jury wurde Ken Loach und seiner Komödie "The Angels' Share" zu gesprochen. Loach war 2006 mit der Goldenen Palme für "The Wind That Shakes the Barley" ausgezeichnet worden und seither mit zwei weiteren Filmen ("Looking for Eric", "Route Irish") in Cannes vertreten gewesen.

Die große Überraschung ist nicht, dass alle Amerikaner leer ausgingen, auch der zuletzt euphorisch gefeierte "Mud" von Jeff Nichols, sondern dass auch Leos Carax' "Holy Motors", Liebling vieler Kritiker und ebenso hoch im Kurs wie Hanekes "Liebe", ignoriert wurde.

Die Camera d'Or für die beste erste bzw. zweite Regiearbeit ging an einen Film aus der Nebenreihe "Un Certain Régard", den bereits in Sundance gefeierte und prämierten "Beasts of the Southern Wild" von Benh Zeitlin. Den Kurzfilmpreis sicherte sich "Silence" von L. Rezan Yesilbas.

Bereits am Samstag hatte die Jury um Tim Roth die Preise für die Nebenreihe "Un Certain Régard" verliehen: Bester Film war Michel Francos "Despues De Lucia". Zwei Preise gingen an beste Schauspielerinnen: Suzanne Clément in Xavier Dolans "Laurence Anyways" und Emilie Dequenne in Joachim LaFosses "A Perdre La Raison". Den Spezialpreis der Jury erhielt die wahnwitzige Komödie "Le Grand Soir" von Benoit Delephine und Gustav Kervern. Den Regiepreis sicherte sich Aida Begic für "Djeca".

Sämtliche Preise der 65. Filmfestspiele von Cannes:

Goldene Palme Bester Film: "Liebe" von Michael Haneke
Großer Preis der Jury: "Reality" von Matteo Garrone
Beste Regie: Carlos Reygadas für "Post Tenebras Lux"
Preis der Jury: "The Angels Share" von Ken Loach
Bester Schauspieler: Mads Mikkelsen, "Jagten"
Beste Schauspielerin: Casmina Stratan und Cristina Flutur, "Beyond the Hills"
Bestes Drehbuch: "Beyond the Hills" von Cristian Mungiu
Camera d'Or für den besten Erstling: "Beasts of the Southern Wild" von Benh Zeitlin (Un Certain Régard)
Kurzfilmpreis: "Silence" von L. Rezan Yesilbas

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