Marlon Brando

Marlon Brando

Leben & Werk

Die Kinolegende des 20. Jahrhunderts schlechthin, Koloss, Charakter, schauspielerisches Genie, laut “Life” einer der 100 einflussreichsten Amerikaner des Jahrhunderts. Marlon Brando (geb. 1924) hatte keine Vorbilder und beeinflusste Generationen: als Prolo mit dem nassen T-Shirt, der in den 50ern schockierte, oder als Pate, der jenes Angebot macht, das niemand ablehnen kann. Bewundert von Laurence Olivier und Bette Davis, gehasst von Frank Sinatra, öffentlich geohrfeigt von Ehefrau Anna Kashfi.

Brando war die Ikone des ungebändigten Nonkonformisten, zergrübelt, unbequem, Hochmut im Gesicht und die Fäuste in den Taschen. Als er 1947 die Theater- und Filmszene elektrisierend und explosiv betrat, wirkte er wie ein Revolutionär. Als Rebell und zorniger junger Mann fiel er durch eine absolut neue Darstellungsweise auf: wild, nervös, aggressiv, im ewigen Clinch mit den Dämonen des Unterbewusstseins und unberechenbar. Ohne den nuschelnden, sensiblen, aufsässigen, trotzigen und erotischen Ausßenseiter wären James Dean, Paul Newman, Robert de Niro, Al Pacino oder Harvey Keitel nicht denkbar gewesen.

Von 1950 bis 1955 übernahm Brando die Hauptrollen in acht Filmen, die allesamt Welterfolge wurden, sechs davon – u.a. “Endstation Sehnsucht”, “Julius Caesar”, “Der Wilde“, “Die Faust im Nacken” – waren in jeder Hinsicht innovativ. Brandos Stanley Kowalski war ein provozierend viriler Triebtäter, sein Mark Anton ein moderner Machtpolitiker, sein Hafenarbeiter Terry Malloy (“I could have been great”) das Großstadtkind voll Lebensgier. Für letzteren erhielt Brando 1954 den Oscar als Bester Hauptdarsteller, auf seinen zweiten musste er dann fast 20 Jahre warten: nach etlichen Misserfolgen, Skandalen und dem Erwerb eines Inselparadieses bei Tahiti gelang ihm als “Der Pate” 1972 eines der am meisten Aufsehen erregenden Comebacks der Filmgeschichte. Im gleichen Jahr präsentierte sich Brando als gebrochener, aber brutaler Liebhaber einer jungen Frau in Bernardo BertoluccisDer letzte Tango in Paris“. Die plastische Darstellung von Sexualität brachte dem Film den zweifelhaften Ruhm eines Skandalfilms ein.

Neben eindrucksvollen Kurzauftritten, z.B. als der Dschungeldämon in “Apocalypse Now”, engagierte sich Brando im Umweltschutz und für die Rechte der Indianer und gründete eine meeresbiologische Forschungsstätte. Seine letzten Filmrollen verwiesen stets auf die Legende Brando – sei es die Rolle des Gangsterbosses in “Freshman” oder in seinem letzten Film, “The Score”, oder die des Psychiaters in “Don Juan de Marco”, in dem seine verloren geglaubte Leidenschaft durch die Inspiration Johnny Depps, der sich für den größten Liebhaber aller Zeiten hält, wieder zum Leben erweckt wird.

Am 1. Juli 2004 starb Brando an Lungenversagen in einem Krankenhaus in Los Angeles, nachdem er kurz zuvor noch Interesse an einer Rolle in “Brando and Brando” bekundet hatte: In der britsch-französisch-tunesischen Koproduktion sollte er sich selbst spielen.

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