Mit Buddy George Clooney steht er gern vor der Kamera, als Rapper wurde er bekannt, für Wolfgang Petersen ging er in einem Jahrhundertsturm unter und für F. Gary Gray löste er in "The Italian Job" das größte Verkehrschaos aller Zeiten in Los Angeles aus.
Mark Wahlberg mauserte sich mit nur wenigen Rollen vom Pop-Idol zum Charakterdarsteller von rebellischen Einzelgängern, gewaltbereiten Teens und manchmal hilflosen Gangstern.
War Wahlberg in "Fear" noch ein zwanghafter Psychoterrorist, der die Familie seiner Freundin in seine Gewalt bringt, so spielte er später Figuren, die bestürzt über ihr Handeln sind oder, wie in Petersens "Der Sturm", das harte Fischerdasein nur schwer ertragen können. Da sucht er trotz Freundin Diane Lane einen väterlichen Freund, der ihm den Weg weist, in diesem Fall den Kapitän George Clooney. Mit Clooney rast er auch in "Three Kings" im Golfkrieg auf der Suche nach einem Schatz durch die Wüste.
In "The Yards" wird er aus dem Knast entlassen und gerät sofort wieder in eine Tragödie, als er mit Jugendfreund Willie (Joaquin Phoenix) einen Eisenbahnwärter erschlägt, sich in dessen Verlobte (Charlize Theron) verliebt und gegen die kriminellen Machenschaften der Familie vor Gericht aussagt.
Mark Wahlberg wurde 1971 in Dorchester, Massachussetts, geboren und begann seine Karriere mit Bruder Donnie als Mitglied der Pop-Gruppe "New Kids on the Block". Als Leadsänger der Hip-Hop-Gruppe "Funky Bunch" nahm er die Alben "Music for the People" (1991) und "You Gotta Believe" (1992) auf und posierte zur selben Zeit unter dem Namen Marky Mark für die Werbekampagne von Calvin Klein.
Einer kleinen Rolle in einem TV-Film folgte 1994 das Kinodebüt und 1995 der Film "Jim Carroll - In den Straßen von New York", wo er an der Seite von Leonardo Di Caprio als Street Kid auftrat. Der große Erfolg stellte sich mit der Rolle des vom Nachtclubtänzer zum Pornostar Dirk Diggler aufsteigenden und an Größenwahn und Drogen zerbrechenden Schauspielers ein, der von seinem Regisseur (Burt Reynolds) in "Boogie Nights" am Ende wieder in den Schoß der Pornofamilie aufgenommen wird.
In Tim Burtons Remake von "Planet der Affen" spielte Wahlberg die Rolle des Astronauten, die im Orignal 1967 mit Charlton Heston besetzt war. Eine Variation der "Boogie Nights"-Rolle des unschuldigen Naivlings, der zum Star aufsteigt, korrumpiert und schließlich geläutert wird, bot Wahlberg in der an den Kinokassen nur mäßig erfolgreichen Heavy-Metal-Komödie "Rock Star", in der er als Sänger einer Coverband von seinen großen Vorbildern engagiert wird, um deren Frontman zu ersetzen.
Nach der ebenfalls weniger erfolgreichen Neuverfilmung von Stanley Donens "Charade" durch Jonathan Demme, "The Truth about Charlie", meldete sich Remake-Spezialist Wahlberg mit F. Gary Grays "The Italian Job - Jagd auf Millionen" in der Erfolgsspur zurück. Nach "The Yards" ist Wahlberg hier erneut den eisigen Reizen von Charlize Theron ausgesetzt, die als Tochter eines von Steve ermordeten Veteranen und Safe-Spezialistin die Gang unterstützt.
Über das eigene Macho-Image macht sich Wahlberg in der Rolle eines neurotischen Feuerwehrmanns in der starbesetzten Komödie "I Heart Huckabees" lustig. Unter der Regie von John Singleton spielte er in dem urbanen Rachemelodram "Vier Brüder", in dem er gemeinsam mit seinen drei Blutsverwandten die ermordete Mutter rächen will.
Martin Scorsese besetzte Wahlberg in seinem Thriller "Departed - Unter Feinden" als fluchenden Polizisten Dignam. Seine überzeugende Darstellung brachte dem Schauspieler neben einer Oscar- und Golden Globe-Nominierung den BSFC Award 2006 als bester Nebendarsteller ein. In "Unbesiegbar - Der Traum seines Lebens" darf er als Football-Fan Vince Papale bei einem öffentlichen Probetraining zur Talentsuche für die Philadelphia Eagles teilnehmen.
Er bestach als Meister des Zielfernrohrs im Action-Thriller "Shooter", spielte im Gangsterdrama "Helden der Nacht" den ungleichen Bruder von Joaquin Phoenix.
Die vielkritisierte Shyamalan-Mystery "The Happening" entpuppte sich als unglücklicher Karriereschritt, doch als Titelheld der Verfilmung des Kultgames "Max Payne" gewann er seine Fans zurück, auch der Auftritt als geplagter Vater in Peter Jacksons anspruchsvoller Romanverfilmung "In meinem Himmel" brachte Mark Wahlberg viel Lob.
Den bisherigen Höhepunkt markiert sicher seine Rolle als legendärer Boxer Micky Ward im Drama "The Fighter", die Wahlberg sogar eine Oscar-Nominierung einbrachte.
In "Date Night - Gangster für eine Nacht" und "Die etwas anderen Cops" zeigte sich Wahlberg eher von seiner heiteren Seite, im Krimidrama "Contraband" wird er nun von seiner Vergangenheit als einstiger Schmuggler-König eingeholt.
Zusammen mit Freundin Rhea Durham hat er zwei Kinder, Tochter Ella Rae und Sohn Michael, der im März 2006 geboren wurde.
Mark Wahlberg nimmt die "Headhunters" ins Visier
Thriller aus dem hohen Norden haben Konjunktur in Hollywood. "Reykjavik-Rotterdam" wurde zu "Contraband" adaptiert, jetzt sind die "Headhunters" dran. Drahtzieher bei beiden Filmen: Mark Wahlberg!
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"Contraband", "Headhunters": Mark Wahlberg liebt Thriller aus dem hohen Norden (Foto: Universal)
Noch bevor in wenigen Tagen - am 15. März - in den deutschen Kinos die Verfilmung des Jo Nesbø-Bestsellers "Headhunters" anläuft, steht fest: Den Stoff wird es ein zweites Mal geben, diesmal made in Hollywood.
"Ich habe "Headhunters" gesehen. Dieser norwegische Film zählt zum besten, was ich seit sehr langer Zeit gesehen habe", zeigt sich Mark Wahlberg beeindruckt. Ich habe mit dem Regisseur gesprochen und dem Studio, das die Rechte hält. Schauen wir mal, wohin uns das führt."
Es wird Mark Wahlberg sehr schnell zu seinem nächsten Projekt führen. Er hat bereits erfolgreich einen Thriller aus dem hohen Norden nach Hollywood exportiert: "Contraband" - ebenfalls ab 15. März bei uns in den Kinos - ist das Remake des isländischen Films "Reykjavik - Rotterdam: Tödliche Lieferung" und hat in den USA schon über 65 Millionen Dollar eingespielt.
Hollywood greift zu: Exportschlager Euro-Kino
Summit, das Studio, welches bereits im vergangenen Herbst die Rechte an "Headhunters" erworben hat, dürfte mit dieser Referenz Wahlberg nicht nur die Hauptrolle, sondern auch die Produktion überlassen.
Das Interesse Hollywoods an europäischen Stoffen ist groß, jedoch produziert man sie lieber neu, als die Originale zu vermarkten. Das amerikanische Publikum schätzt keine Synchronfassungen, zudem sind die Darsteller meist zu unbekannt. Zuletzt wurde mit "Verblendung" so verfahren, dem ebenfalls ein Original aus Skandinavien zugrunde liegt.