Der Weg ist weit, vom Rüpel mit der versteckten Kamera zum ernstzunehmenden Schauspieler.
Und oft genug steht sich Ashton Kutcher dabei selbst im Weg. Seine von Schauspielkollegen belächelten Auftritte in der MTV-Show "Punk'd", Kino-Unsinn wie "Ey Mann - Wo is' mein Auto?" samt Fortsetzung und schließlich der Rauswurf durch Regisseur Cameron Crowe am Set der Dramödie "Elizabethtown", weil Kutcher nach dessen Meinung "erst mal Schauspielunterricht nehmen sollte".
Nachdem Ashton Kutchers Karrierekurve also zuletzt eher nach unten zeigte, hat er jetzt Interesse an einer Rolle bekundet, die er eigentlich schon abgelehnt hatte: Der stets schlecht frisierte Frechdachs will nun doch im neuen Superman-Film von Regisseur Joseph McGinty Mitchell, besser bekannt als McG, mitspielen. Als Comic-Großstadt Metropolis wird dabei Sydney fungieren - die Produktionsfirma hat bereits Studios in Australien gebucht.
Kutcher tummelt sich derweil noch in den USA, genauer in Park City, um auf Robert Redfords Sundance Festival seinen ersten ernsten Film vorzustellen: Der düstere SciFi-Thriller "The Butterfly Effect" hatte dort am Samstag Weltpremiere. Kutcher spielt darin einen Mann, der eine Möglichkeit entdeckt, die entsetzlichen Ereignisse seiner Kindheit rückgängig zu machen - allerdings mit schlimmen Folgen für ihn selbst und seine Umgebung. Der Film wagt sich thematisch an heiße Eisen wie Kinderpornografie und Missbrauch, die Kritik lobt ihn als Mischung aus "Sleepers", "Mystic River" und "Die Verurteilten".
Doch damit ihn auch ja keiner als ernstzunehmenden Schauspieler anerkennen möge, leistete sich Kutcher auf dem Festival für Independent-Filme mal wieder einen denkwürdigen Auftritt. Zur Premiere von "The Butterfly Effect" erschien er im Cowboy-Kostüm komplett mit Hut, Halstuch und Stiefeln. Seine 16 Jahre ältere Gespielin Demi Moore kam im Partner-Look. Der Kommentar des Spaßvogels:
"Die haben mich angelogen. Die haben gesagt, das sei das Sundance Festival und wir müssten uns wie Butch Cassidy und Sundance Kid anziehen. Jetzt stehe ich natürlich da wie ein Vollidiot."
Ob Kutcher wirklich der richtige Mann für die Rolle des stählernen Helden ist? Für Lois Lane scheint die passende Schauspielerin jedenfalls gefunden: Selma Blair hat gesagt, sie sei "verdammt nah an einer der wichtigsten Rollen dran." Die Beauty aus "Eiskalte Engel" und "Super süß und super sexy" bringt zumindest schon mal die schönen schwarzen Haare mit, das Markenzeichen von Miss Lane.
Für den richtigen Look des Films wird übrigens Produktionsdesigner Mark Mansbridge sorgen. Er hat zuletzt für "Matrix Reloaded" und "Master and Commander" gearbeitet. Die erste Klappe für Clark Kent alias Superman soll ziemlich genau in einem Jahr fallen - mal sehen, wer sich dann tatsächlich das rote Cape umbinden wird.