Als sie nach fünf Tagen im Koma im Pariser Krankenhaus in Neuilly-sur-Seine im Alter von nur 41 Jahren am 1. August 2003 starb, wurde Marie... - Foto: http://images.kino.de/flbilder/max03/mbiz03/mbiz31/z0331403/b150x150.jpg Marie Trintignant

Steckbrief

Marie Trintignant


  • Geburtstag
    21.01.1962
  • Geburtsort
    Boulogne-Billancourt , Paris
  • gestorben
    01.08.2003

Als sie nach fünf Tagen im Koma im Pariser Krankenhaus in Neuilly-sur-Seine im Alter von nur 41 Jahren am 1. August 2003 starb, wurde Marie Trintignant in Frankreich zum Symbol misshandelter und geschlagener Frauen in Partnerbeziehungen. Während Dreharbeiten in Litauen, wurde Trintignant in einem Hotel in Vilnius von ihrem Freund Bertrand Cantat, Sänger der Rockgruppe Noir Désir, im Streit "mehrfach mit brutaler Gewalt ins Gesicht geschlagen" und erlitt Hirnverletzungen, die zum Tode führten. Von Vilnius nach Paris geflogen, gaben ihr die Ärzte schon früh keine Überlebenschancen mehr.

Trintignant, die Tochter des Schauspielers Jean-Louis Trintignant und der Regisseurin Nadine Trintignant, 1962 in Boulogne-Billancourt geboren, landete als Spross einer berühmten Schauspielerfamilie schon früh beim Film, debütierte unter der Regie ihrer Mutter als Neunjährige 1973 in "Angst vor der Wahrheit" und erwies sich in Filmen wie Alain Corneaus "Série Noire" (1979), wo sie als minderjährige Prostituierte Patrick Dewaere verführt, als begabter Nachwuchs aus gutem Hause. Die grazile, dunkelhaarige Künstlerin mit dem melancholischen Blick verhangener grüner Augen spielte häufig gequälte Persönlichkeiten und lieferte in ihrem bekanntesten Film, Claude Chabrols meisterhafter Simenon-Verfilmung "Betty" (1992), eines der intensivsten Psychogramme einer Alkoholikerin, weil sie nicht die Ausfälle der Trunkenen, sondern die systematische und unaufhaltsam schleichende Zerstörung ihrer Persönlichkeit transparent machte. Zu ihren rund 40 Filmen zählen Jacques Doillons "Ponette" (1996), wo sie als verstorbene Mutter einem kleinen Mädchen in deren Visionen erscheint, die Gaunerkomödie "Der Killer und das Mädchen" (1993), wo sie von Jean Rochefort ermordet werden soll, und Pierre Salvadoris "Lügen wie gedruckt" (1998), ein Road Movie, das sie als ausgerissene Millionärstochter von Paris nach Biarritz führt. In "Der Schrei der Seide" (1998) ist sie Studienobjekt eines Psychiaters (Sergio Castellito), der ihren zwischen Zwang und Erotik liegenden Fetischismus für Seidenstoffe beobachtet und ihr letztlich nicht helfen kann. Neben "Betty" gehört die Rolle der namenlosen jungen Frau in Michel Devilles "Eine Sommernacht in der Stadt" (1990) zu den größten Leistungen Trintignants: Der Film wurde berühmt, weil sie und ihr Partner (Jean-Hugues Anglade) zu Beginn vollkommen nackt sind und sich erst im Lauf des Films langsam ankleiden, bevor sich die Unbekannten, die gerade eine Liebesnacht hinter sich haben, wieder trennen. Aus der körperlichen Nähe ist auch seelische Nähe geworden. Einer von Trintignants letzten Filmen war das Horrormärchen "Deep in the Woods - Allein mit der Angst" (2000), wo sie den Studenten in der Spukvilla als Vision erscheint.

Trintignant, darin auch privat "feministisch", hatte vier Kinder von vier Männern. Ihr Tod ereignete sich während der Arbeit an einem Film über die Schriftstellerin Colette unter der Regie ihrer Mutter. Durch die Medien ging das Bild der Mutter, die neben der Bahre das zerschlagene Gesicht der Tochter vor den Kameras schützt. Der französische Präsident Jacques Chirac beklagte "die Ungerechtigkeit eines so brutal zerbrochenen Schicksals" und würdigte Trintignant, die der "Schauspielkunst mit Schönheit, Sensibilität und Intelligenz" gedient habe.

  • Geburtstag
    21.01.1962
  • Geburtsort
    Boulogne-Billancourt , Paris
  • Geburtsland
    Frankreich

Marie Trintignant verstorben

Marie Trintignant ist tot. Die Schauspielerin erlag heute Nachmittag ihren schweren Kopfverletzungen, die sie sich während eines Streits mit ihrem Lebensgefährten zugezogen hatte.

Großansicht Wurde nur 41 Jahre alt: Marie Trintignant

Wurde nur 41 Jahre alt: Marie Trintignant

Marie Trintignant gehörte zu den ganz Großen des französischen Kinos. In über 20 Filmen zog die Schauspielerin das Publikum in ihren Bann. Bereits mit 17 Jahren stand sie das erste Mal in Alain Corneaus "Série noire" vor der Kamera.

In den 80 und 90er Jahren brillierte sie in Meisterwerken wie Claude Chabrols "Betty", neben Jean-Hugues Anglade in "Eine Sommernacht in der Stadt" und in "Der Schrei der Seide" von Yvon Marcianos. Eine ihrer letzten Arbeiten war "Les marins perdus" von Claire Dever, der im Wettbewerb des Locarno-Festivals gezeigt wird.

Zum Zeitpunkt der tragischen Auseinandersetzung mit ihrem Freund Bertrant Cantant, dem Sänger der Pop-Gruppe "Noir Desir", hielt sich die Tochter von Jean-Louis Trintignant in der litauischen Hauptstadt Vilnius auf. Dort hatte sie auch die letzten fünf Tage im Koma gelegen.

Auf Wunsch ihrer Familie wurde sie heute Vormittag in das Krankenhaus von Neuilly bei Paris geflogen. Dort stellten die Ärzte am frühen Nachmittag den Tod der beliebten Schauspielerin fest.


Filmografie

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