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Maria Schell

Maria Schell

Leben & Werk

In die Filmgeschichte ging die Wienerin Maria Schell (1926 – 2005) als der populärste weibliche Star des deutschen Films der fünfziger Jahre ein. Mit einem verklärten Lächeln, das von innen heraus zu strahlen schien, spielte sie engelhafte, zerbrechliche Frauen, die ihr den Kosenamen “Seelchen” einbrachten, weil sie sich der Tränen in ihren gefühlsbetonten Rollen nicht scheute. Mit O.W. Fischer bildete sie eins der Traumpaare der Zeit in Melodramen, Familienfilmen und Arztfilmen wie “Der träumende Mund”, “Solange du da bist” oder “Das Riesenrad”.

Strohblond und aufrichtig, zart und verletzbar, aber auch temperamentvoll und verführerisch, trat Maria Schell außer in deutschen Filmen in Hollywood auf: Sie legte in “Die Brüder Karamasow” einen feurigen Tanz hin, kämpfte als vitale Wäscherin “Gervaise” in Frankreich für ihre Rechte und wurde in Luchino Viscontis “Weiße Nächte” von Marcello Mastroianni umworben. Sie drehte Western unter der Regie von Anthony Mann (“Cimarron”) und verliebte sich während der Dreharbeiten zu “Der Galgenbaum” in Filmpartner Gary Cooper, der sie “My Golden Swiss Baby” nannte.

Maria Schell besuchte die Schauspielschule in Zürich, trat in Wien und Salzburg auf dem Theater auf, spielte Fernsehrollen und fiel in Talkshows durch ihre rückhaltlose Offenheit fern eitler Selbstdarstellung auf, beschämte altkluge Moderatorinnen. Sie erhielt für ihre Arbeit in über 70 Filmen zahlreiche Auszeichnungen, wurde in Cannes 1954 für ihre Rolle der deutschen Truppenärztin in Helmut Käutners “Die letzte Brücke” und in Venedig 1957 für “Gervaise” als beste Schauspielerin geehrt. Sie gewann zahlreiche Bambis, den letzten 2002 als Ehrenpreis für ihr Lebenswerk, ebenso wie das Filmband in Gold 1977.

Maria Schell war mit dem Regieassistenten Horst Hächler und dem Regisseur Veit Relin verheiratet, mit dem sie zwei Kinder hat. Nach einem Selbstmordversuch zog sie sich in den letzten Jahren in die Einsamkeit ihres Bauernhofs in Kärnten zurück. Über diese Zeit, in der sie sich eine eigene Welt aufbaute, hat ihr Bruder Maximilian Schell 2002 mit “Meine Schwester Maria” ein von Verständnis, Respekt und Würde geprägtes dokumentarisches Porträt gedreht.

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