Weit mehr als das Urbild des Latin Lover, ist Marcello Mastroianni (1924 - 1996), der als Bauernsohn geborene italienische Herzensbrecher, einer... - Foto: http://images.kino.de/flbilder/max04/mbiz04/mbiz10/z0410638/b150x150.jpg Marcello Mastroianni

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Marcello Mastroianni


  • Geburtstag
    28.09.1924
  • Geburtsort
    Fontana Liri
  • gestorben
    19.12.1996

Weit mehr als das Urbild des Latin Lover, ist Marcello Mastroianni (1924 - 1996), der als Bauernsohn geborene italienische Herzensbrecher, einer der wenigen wirklich großen Schauspieler gewesen, der das Weltfilmkino geprägt hat. Seine Präsenz ging von der Leichtigkeit aus, mit der er schwerste Rollen greifbar machte, eine Kunst, die die Anstrengung dahinter vergessen machte. Mastroianni war nach eigenen Angaben das weiße Blatt, auf das seine Regisseure malen sollten. Mastroianni posierte nie, war stets er selbst. So wie er den Latin Lover spielte, umschwebte diesen Typus ein Hauch von Müdigkeit, Zerstreutheit, Melancholie, musste der, der die Frauen liebte, sich nie um sie bemühen, sie flogen ihm einfach zu. Fast langweilte er sich deshalb. Mastroiannis Ruhm begann mit Federico Fellinis Meisterwerk "La dolce vita" als Klatschkolumnist, der sein Ethos aufgegeben hat. Mit Fellini und Antonioni prägte Mastroianni in den 60ern den europäischen Autorenfilm, bewirkte eine Revolution des Filmemachens. Als Fellinis alter ego trat er u.a. in "8 1/2" und "Ginger und Fred" auf. 1973 war er eine der vier Hauptpersonen in Marco Ferreris Skandalfilm "Das große Fressen". Ab 1982 schafft er eine Galerie alternder Männer in Werken, die bleiben werden: "Flucht nach Varennes", "Der Bienenzüchter", "Der schwebende Schrittt des Storches", "Schwarze Augen", "Wie spät ist es?", "Splendor". Mit seiner Lieblingspartnerin Sophia Loren trat er in neun Filmen auf, darunter "Hochzeit auf italienisch" und "Schade, dass sie eine Kanaille ist": als das Traumpaar der 60er. In "Gestern, heute und morgen" (1963) strippt Sophia für ihn, eine legendäre Szene, die 30 Jahre später in Robert Altmans "Prêt-à-Porter" zitiert und variiert wurde. Marcellos Tochter Chiara aus seiner Verbindung mit Catherine Deneuve spielt in europäischen Autorenfilmen. Mastroianni, der mit zahlreichen Preisen geehrt wurde, berichtet in dem Band "Ja, ich erinnere mich" (1998) mit umwerfendem Charme aus seinem Leben.

  • Geburtstag
    28.09.1924
  • Geburtsort
    Fontana Liri
  • Geburtsland
    Italien

Skandal um die Biennale in Venedig

Die Kirchenschwestern führen ein unbarmherziges Regiment

Die Kirchenschwestern führen ein unbarmherziges Regiment

Das letzte Champagnerglas war noch nicht geleert, da verwandelte sich der große Triumph in einen handfesten Skandal: Der britische Regisseur Peter Mullan schildert in seinem "Magdalene Sisters" das Leiden junger Mädchen in einem katholischen Erziehungsheim - und das derart kunstvoll und eindringlich, dass ihn die Jury der 59. Filmfestspiele in Venedig dafür mit dem Goldenen Löwen für den besten Film auszeichnete.

Doch im Vatikan gehen die Wächter der abendländischen Moral deswegen auf die Barrikaden: Der Film sei "historisch nicht korrekt". Die Jury der Biennale setze mit dieser Entscheidung ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel und riskiere den Status der gesamten Festspiele.

Mullan wies diese Drohung zurück: Nicht der Film sei ein Skandal, sondern das, was die katholische Kirche in Irland getan hat. Auch Festival-Direktor Moritz de Hadeln schloss sich Mullans Meinung an: Schon die Boxofficezahlen von "Magdalene Sisters" zeigten, dass das italienische Kinopublikum genauso denke.

Der Film stellt dar, wie ein katholisches Konvent auf die schiefe Bahn geratene Mädchen und Frauen mit höchst zweifelhaften Methoden "wieder auf den rechten Weg bringt."



Die wichtigsten Preisträger der 59. Biennale in Venedig:

Keine Auszeichnungen gab es für die deutschen Beiträge "Nackt" und "Führer Ex". Auch der US-Blockbuster "Road to Perdition" mit Tom Hanks und Paul Newman ging überraschend leer aus.


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